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Ins Thema Stadionausbau am Böllenfalltor könnte bald Bewegung kommen. Bei seiner Antrittsrede hatte der neue Präsident Markus Pfitzner angekündigt, man werde Möglichkeiten für einen Ausbau prüfen. Was das genau bedeutet, ist allerdings bislang noch unklar.

Pfitzners Aussage war insofern bemerkenswert, weil über Jahre hinweg – zumindest offiziell – die Kapazität von 17.810 Zuschauern als unverrückbar galt, die das Stadion seit dem Abschluss des Komplettumbaus hat. Selbst als Anfang dieses Jahres die Hans-Kessler-Kurve neu dazukam, änderte das nichts an dieser Zahl, was nur bedeuten kann: Die neu geschaffenen Plätze dort wurden andernorts weggenommen.

Eines der kleinsten Stadien der Liga

Während der SV Darmstadt 98 sportlich derzeit im oberen Drittel der 2. Liga steht, rangiert er mit Blick auf die Stadionkapazität im unteren Drittel. Das ist auch der Preis dafür, dass sich der Verein vor einigen Jahren für den Erhalt des traditionellen Standorts entschieden hat. Weil das Stadion am Rande eines Wohngebiets liegt, scheiterten die ursprünglichen Pläne der Stadt für einen Neubau mit einer höheren Kapazität am Widerstand von Anwohnern.

Im Fokus bei den möglichen Umbauplänen nun: die Südtribüne. Denn während die Haupt- und die Gegentribüne beim Stadionumbau in den vergangenen Jahren neu und massiv gebaut wurden, gibt es dort – ebenso wie auf der Nordseite – noch die überdachten Stahlrohrkonstruktionen, die im Bundesliga-Jahr 2016 errichtet worden waren, um die Auflagen der DFL zu erfüllen. Dabei ist die Süd mit ihren Stehplätzen deutlich niedriger als die gegenüberliegende Sitzplatztribüne. Hier ist also buchstäblich noch Luft nach oben.

Stadiongröße kein Indikator für Erfolg in der Liga

Bei Fragen zum aktuellen Stand und möglichen Optionen hält man sich beim Verein bislang bedeckt. Klar ist jedoch, dass mit einem etwaigen Ausbau der Südtribüne die künftige Kapazität nicht um Tausende von Zuschauern in den Himmel schießen wird. Am Böllenfalltor werden die Optionen auf absehbare Zeit begrenzt bleiben.

Die Frage ist aber auch, ob sich ein deutlich größeres Stadion für die Lilien tatsächlich rechnet, wenn das dann auf Dauer nicht voll wird. Es gibt genug Beispiele – auch aus der näheren Umgebung -, bei denen sich Vereine mit einem zu großen Stadion erst finanziell und dann sportlich ruiniert haben.

Und letztlich ist – zumindest in der 2. Liga – die Stadiongröße auch kein Indikator für Erfolg. Ein Blick auf die Tabelle zeigt, dass bei den aktuellen Top-drei-Teams sowohl die Arenen in Elversberg als auch in Paderborn noch weniger Zuschauer als das Bölle fassen. Und auch Kiel und Fürth hatten es in den vergangenen Jahren mit kleineren Stadien bis in die Bundesliga geschafft.

NLZ: Neues Funktionsgebäude, aber weiterhin nur zwei Spielfelder

Begrenzte Optionen gibt es auch bei einem anderen Infrastruktur-Projekt, das Pfitzner auf der Mitgliederversammlung angekündigt hatte: dem Nachwuchsleistungszentrum (NLZ). Auf dem Gelände an der Kastanienallee entsteht nun ein neues Funktionsgebäude in Modulbauweise. Die Räumlichkeiten für Nachwuchsspieler und Verwaltung lösen die bisherige, ausgesprochen spartanische Containeranlage ab.

Geplanter Baubeginn ist das zweite Quartal 2026. Die Fertigstellung soll noch im Sommer nächsten Jahres erfolgen. Die voraussichtlichen Baukosten werden sich laut Verein auf rund 1,5 Millionen Euro netto belaufen. Dazu kommen noch Ausstattungs- und Baunebenkosten im niedrigen sechsstelligen Bereich. Die Stadt beteiligt sich mit 605.000 Euro, das Land Hessen mit 200.000 Euro und der Landessportbund Hessen mit 19.500 Euro.

SV Darmstadt 98, NLZ

Auf dem Foto (v.l.n.r.): Andreas Ewald (Landtagsabgeordneter Bündnis 90/Die Grünen), Max Schimmel (Landtagsabgeordneter CDU), Björn Kopper (Leiter Nachwuchsleistungszentrum Darmstadt 98), Markus Pfitzner (Präsident Darmstadt 98), Prof. Dr. Kristina Sinemus (Digitalministerin Hessen), Hanno Benz (Oberbürgermeister & Sportdezernent Darmstadt), Uwe Kuhl (Bestellter Präsidiumsvertreter Nachwuchsleistungszentrum Darmstadt 98), Bijan Kaffenberger (Landtagsabgeordneter SPD)

Das neue Gebäude soll zeitgemäßere Bedingungen für Spieler, Trainer und Mitarbeitende bieten und den Stellenwert der Nachwuchsarbeit beim SV 98 unterstreichen, sagte Pfitzner bei der Übergabe der Förderbescheide vergangene Woche.

Nicht verändern wird sich dort jedoch zunächst die Zahl der Plätze: Für sämtliche Nachwuchsmannschaften der Lilien stehen gerade zwei Kunstrasenplätze zur Verfügung. Wie das Stadion ist auch das NLZ da im Vergleich zu vielen anderen Profivereinen ziemlich bescheiden.

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Bildquellen

  • nlz_2-0345: Handout SV Darmstadt 98
  • SVD-s04-pokal2025-26-blog-0061a: Arthur Schönbein

32 Kommentare

  • achtundneunzig sagt:

    Der Verein hat sich doch nur mangels Alternative für den alten Standort entschieden?

    • De Maddin sagt:

      Naja. Da die Alternativen irgendwo im Westwald zwischen Bahngleisen und Autobahn gesucht wurden, waren das tatsächlich nach dem Traditionsempfinden der meisten „keine Alternativen“.

      Gehuppt wie gesprunge: Stockt halt die Süd noch ein bisschen auf bzw. baut eine größere. Dann hätten wir vielleicht gesamt statt 17.810 19.000 Plätze, also einen Zuwachs von etwa 7 bis 8 %. Der Lilienblog hatte zuvor eine eigene Berechung über die Einnahmen aus Zusachauern/Spieltag angestellt, die auf die Gesamteinnahmen bezogen ca. 8-9% ausmachen. 8% von 9% sind 0,72%, eher weniger, weil auf der Süd tatsächlich die sprichwörtlichen „billigen Plätze“ sind. Durch einen Ausbau wie oben beschrieben steigert der Verein seine Gesamteinnahmen also um satt aufgerundet und mit vieeeel gutem Willen um vielleicht 1%. Muss mann dann mit den Kosten gegenrechnen, die durch den Umbau entstehen (inkl. ggf. entgangener Einnahmen), dann wirds nochmal mickriger. Die dadurch verursachten Kosten dürften dagegen nicht hoch ausfallen. Ein paar Ordnerstunden mehr, vielleicht eine kleine Fressbude extra …

      Vielleicht geil für das Vereins-Ego, aber wirtschaftlich … tja.

    • Stephan Köhnlein sagt:

      @achtundneunzig: So wie ich es damals verstanden habe, war es eine Gesamtabwägung der Situation. Andere mögliche Standorte waren weder attraktiver als das Bölle noch zeitnah erschließbar.

  • Klaus sagt:

    Momentan halte ich mich noch diesbezüglich etwas zurück.

  • Jörg sagt:

    19.998… alles andere ist schnullibulli!

  • Herbert sagt:

    Wenn sich das rechnet mit 2000 Fans mehr,?? Wäre nur über süd möglich oder?
    Müssen Fachleute berechnen..
    Schnee wärs mit 19998 Fans..
    Lg Herbert Holdefehr

  • Jens sagt:

    Wenn die Süd umgebaut wird, die Zuordnung im Stadion ändern. Die Gäste auf die Nord und die Premiumplätze der Gegengrade für die Lilienfans

    • Raininho sagt:

      So seh ich es auch. Ein ständerfreier Ausbau der Hintertortribünen wäre wünschenswert. Sodass man freie Sicht von allen Plätzen hat.
      Gäste auf die Nord, gegenwärtiger Gästeblock in den Heimbereich. Kann auch der Stimmung nicht schaden, wenn die Gäste vis a vis der Süd wären. Die GG wäre dann ein geschlossener Block.

  • Babette sagt:

    Das eine ist die Lärmimmission während der Spiele – hier könnten mit klugen Plänen und klugen Worten des Präsi die Anwohner überzeugt werden, daß sie mit einem Neubau der Süd trotz mehr Stehplätzen besser fahren.
    Das andere sind die Immissionen vor und nach den Spielen durch An- und Abfahrten etc.,
    und da wirds schon schwieriger, wenn sich die Zahl der Menschen erhöht…
    Was ohne Widerspruchsrechte der Anwohner geht, muß geprüft werden –
    ich bin erstmal vorsichtig pessimistsch😊

  • General_Versio sagt:

    Ich träume von einem geschlossenen Stadion in den nächsten 10 Jahren, ob als Runde Arena oder gelöst wie in Köln, mit einem Fassungsvermögen von 22-23.000. Das ist m.M. nach der sweetspot für den Ticketbedarf, die Einnahmen und das Vereinsego.
    Wir sind eigentlich jedes Spiel ausverkauft, und die Tage an denen wir nur bei 98% Ticketverkauf liegen ist begründet damit, dass der Y Block kurz vor knapp frei wurde.
    Denn bei einem Stadionausbau in Richtung Süd schafft man attraktive Plätze und wenn die Nord ebenfalls ausgebaut wird könnte man über einen Umzug des Gästeblocks dorthin in Betracht ziehen um mehr gute Plätze für Lilienfans auf der Gegengeraden zu schaffen. Und dann vielleicht auch eine bessere Stimmung.
    Wenn man Braunschweig als Vergleich nimmt, die relativ die gleiche Auswärtsfahrermasse haben wie wir und nur halb so viele Mitglieder. Mit einem unattraktiven Tartanbahnstadion, einer sportlich langjährigen Talfahrt und einem Bevölkerungstechnisch gleichen Gebiet (Stadt+Umland-andere Vereine) mit rund 21.000 durchschnittlichen Zuschauern sollten wir bei gleichbleibendem sportlichen Niveau der letzten 10 Jahre auch ein 23.000 Mann Stadion fast immer ausverkauft bekommen.

    • Bernd Holzapfel sagt:

      Fände ich auch top, sprich die Nord- & Südkurve bekämen endlich auch richtige Tribünen (anstatt dieser provisorischen Stahlkonstruktionen) und die vier Ecken werden geschlossen – und für mehr als ca. 22Tsd Zuschauer bräuchten wir in Darmstadt eh kein Stadion (sprich lieber klein aber fein, als zu groß und immer leer bzw nur halbvoll).

  • Arnd Tremel sagt:

    Ich kann mir aktuell nicht vorstellen, dass wir von der Infrastruktur rund um das Bölle noch
    über 20 000 + x Plätze kommen können.
    Realistisch gesehen denke ich geht durch den Umbau, wenn er kommen sollte, maximal
    19 000 mit Glück 19 500.

  • Jens sagt:

    Ich kann mich an Zeiten erinnern, da waren wir 35.000 Zuschauer im alten Station.

    • Katze vom Bosporus sagt:

      Ja, gegen die Bayern. Und die Bäume rundherum waren auch mit zahlreichen Fans besetzt 😄😄😄.
      Da hat niemand mit Panik oder ähnlichem gerechnet. Ich stand press mit anderen Körper an Körper auf der Gegengerade mit meinem Vater und meinem Bruder. Schön war die Zeit.
      Aber in meinem Alter brauche ich keinen Körpergeruch und Körperflüssigkeiten von anderen um mich herum 🤣🤣🤣.
      Ein Stadion für 22000 wäre schön gewesen.
      Was nicht ist, ist nicht.

      • Jens sagt:

        Ist schon klar, brauche ich auch nicht. Zu Glück ist da nichts passiert. Aber auch damals war das Stadion von Anwohnern umgeben. Aber heute werden nichtmal die 20.000 -22.0000 genehmigt.

    • J.W. sagt:

      Naja das war grade 2-3 mal und sooo angenehm war es auch nicht in einer sardinendose zu stehen (positiv : du konntest nicht umfallen. Negativ : bier oder wurst holen war unmöglich.)

  • MAX1898 sagt:

    Ich denke man sollte sich momentan eher auf andere Themen konzentrieren als einen erneuten Umbau. Jetzt ist das Stadion endlich mal an dem Punkt das alles funktioniert und die Abläufe stimmen, dann will man da schon wieder was verändern. Bin ich momentan dagegen.

    Zudem eine weitere Aufstockung sicherlich nicht so ohne weiteres funktionieren wird. Eine Veränderung der Kapazität heißt immer auch gleich die Anpassung von Sicherheitskonzepten, Fluchtwegen, Stellplätze und natürlich auch Lautstärke. Gerade eine Erhöhung der Süd würde eine andere Verteilung der Lautstärke nach außen hin bedeuten. Kommt sicherlich nicht gut an bei den armen Bewohnern des Elendsviertels rund ums Stadion.

    Ehrlicherweise ist das Stadion auch selten wirklich ausverkauft. Man bekommt fast immer noch Karten. Zusätzlich kommen viele der Dauerkarteninhaber auch nicht so regelmäßig ins Stadion wie man das suggeriert. In G3 ist eigentlich bei jedem Spiel immer noch ausreichend Platz.

    Daher sehe ich auch die Aufstockung nicht als sinnig an. Die 17.800 sind genau die richtige Größe. Passend für die zweite Liga (wo wir hingehören) und nicht zu groß für einen Worst-Case in der dritten Liga.

    • Arnd Tremel sagt:

      @ MAX1898

      Da muss ich Dir leider widersprechen, das stimmt so nicht ganz.
      Ich stehe in G2 und G2 ist eigentlich oft vom Gefühl her überfüllt.
      Der Sicherheitsdienst tolerierte sogar bei einigen der letzten Heimspiele, dass ein Teil der Treppe als Stehplatz genutzt werden kann.
      Von der Süd weiss ich es auch von Einigen, die dort stehen, dass sie das gleiche Gefühl haben und es als zu voll empfinden.
      Dazu kommt noch, dass der Heimbereich immer bisher in dieser Ssison ausverkauft war, um mich herum auf G2 nahezu jeder DK – Besitzer ist, die man auch schon über viele Jahre kennt
      Eigentlich bekommt man nur noch Karten, wenn Gästefans nicht das komplette Kartenkontingent abrufen, und die Karten kurzfristig den Heimbereich zugeteilt werden, das geht aber nur so, weil die nicht abgerufenen Gästekarten, bis Donnerstag vor dem Spiel zurück gesendet werden.

      • Babette sagt:

        daß der beliebteste Stehplatz-Block oft überfüllt ist, liegt am sauleichten Schmuggeln sämtlicher Bekannter mit Karten anderer Blöcke in den eigenen Block – das hat mit allem anderen nichts zu tun und wäre nur durch Scannen am Block lösbar. In G2 wurden schon Dauerkarteninhaber nach der Pause NICHT MEHR REINGELASSEN („sorry, überfüllt“) aufgrund der Schmuggelei;
        hat aber nix mit Stadionkapazität und Ausverkauft zu tun

      • MAX1898 sagt:

        @Arnd
        Was in G2 so abgeht kann ich leider nicht beurteilen. Wir stehen als Gruppe in G3 und da hat man durchaus ein gemischtes Bild was das Thema Platz betrifft.
        Es gibt Spiele in denen es brutal voll ist (DFB Pokal gegen Schalke als Beispiel) und wiederum Spiele in denen es eben massig Platz gibt (Magdeburg z.B.). Liegt sicher auch an der Attraktivität der Gegner und der momentanen spielerischen Situation der Lilien das es mal mehr und mal weniger voll ist(aber trotzdem als ausverkauft tituliert wird).
        Was halt aber ein großes Thema ist, ist einfach das Problem der Verteilung innerhalb des Blockes. Die meisten wollen möglichst Treppennah stehen, damit man mal „schnell“ raus zum Bierholen gehen kann. Dadurch hat man gerade in den Treppenbereichen immer besonders wenig Platz bzw. teilweise stehen die Leute auf der Treppe (was eigentlich nicht dem Sicherheitskonzept entspricht). Ist halt ein generelles Problem auf Stehplätzen und kann nur durch beherztes eingreifen der Ordner verhindert werden.

        Ich bleibe daher bei meiner Aussage, dass das Stadion zwar in vielen Fällen auf dem Papier ausverkauft ist, jedoch nutzen viele Ihre Dauerkarten nicht bei jedem Spiel und geben diese auch nicht weiter. Das werden wir gegen Fürth am Samstag sicher wieder feststellen(kalt, ungemütlich und Nitro, RTL+ und Sky übertragen ja).

        Die Blockkontrollen sind auch eher ein Witz. Wenn man möchte kann man relativ easy die Blöcke wechseln. Eine Karte auf dem Handy (die man per Screenshot wunderbar teilen kann) reicht beispielsweise um in G3 zu kommen. In der Halbzeit kontrolliert sowieso dann keiner mehr effektiv.

  • Raininho sagt:

    Ich habe ein maximale Zuschauerzahl von achtzehntausend ungrad im Kopf, also noch ein wenig Luft zu Wachsen. Nord und Süd habe ich als Provisorium im Kopf, es sind Gerüstbühnen. Die erfüllen sich noch eine Weile ihren Zweck, eine Dauerlöung ist das sicher nicht. Daher der Wunsch, wenn die betonisiert werden auch den Zuschnitt anzupassen und die Gäste auf die kurze Seite zu verschieben. Die Süd als Heimat der Ultras ist im Vergleich zu allen anderen Tribünen ein Kasperl-Theater, wohlgemerkt auf die Größe bezogen. Size does matter! Die x hundert Plätze bis zur Max-Größe sollten da doch aufgestockt werden können. Im Vergleich mit anderen Stadien ist der Ultra-Block sogar lächerlich klein.

  • Benny sagt:

    Hallo 🙂
    Ich habe einen Zeitungsartikel rausgesucht vom Jahr 2017.

    SPD widerspricht: Kapazitätserhöhung rechtlich möglich – Aktuelle Baugenehmigung lässt 31.000 Plätze zu – SPD sieht Potential für bis zu 24.000 Zuschauer
    25. Oktober 2017
    Merck-Stadion am Böllenfalltor
    Das Merck-Stadion am Böllenfalltor darf bis zu 31.000 Plätze umfassen. Das geht aus einer Großen Anfrage der SPD an den Magistrat hervor. Demnach stammt die aktuelle Baugenehmigung aus dem Jahr 1978. In den Folgejahren wurde die Kapazität lediglich aufgrund von Sicherheitsproblemen der maroden Stadionarchitektur reduziert. Genau die soll aber nun erneuert werden.

    „Auch wenn der Oberbürgermeister gestern fälschlicherweise etwas anderes behauptet hat: Rechtlich steht einer moderaten Kapazitätserhöhung nichts im Wege“, sagt der SPD-Stadtverordnete Tim Huß. „Eine Baugenehmigung, die eine Grenze von 19.350 Plätzen festschreibt, gibt es nicht und hat es nie gegeben. Diese seit Jahren propagierte Information ist schlicht und einfach falsch.“ Um weiteren Ungereimtheiten vorzubeugen, wird die SPD im heutigen Bauausschuss Einsicht in die Baugenehmigung verlangen, auf deren Grundlage der Stadionumbau erfolgen soll.

    Huß stellt klar, dass ein Umbau für 31.000 Fans erstens zu groß und zweitens zu teuer wäre. „Wir sehen ein Fanpotential von bis zu 24.000 Lilienfans bei Heimspielen“, sagt Huß. „Die Heimbereiche sind bis auf ein paar teure Einzelsitzplätze ausverkauft und die Fankneipen in der Innenstadt sind gut gefüllt. Zumindest für die Zukunft sollte die Option eines Anbaus erhalten bleiben.“

    Außerdem lobt die SPD, dass der Stehplatzanteil nun doch über 50 % betragen soll. „Vor zwei Wochen waren noch rund 8.500 Stehplätze vorgesehen, jetzt sollen es über 9.500 werden“, sagt Huß. „Auch wenn viel Charme des alten Stadionrunds verloren geht, kann so der Stehplatzcharakter teilweise erhalten werden.“

    • Babette sagt:

      Die aktuellen Baugenehmigungen sind von 2019 und jünger. Es sind die Höchstmengen an Zuschauern sehr wohl festgeschrieben,
      und zu den Zauberwörtern gehört u.a. das Wort „Umbau“.
      Eine Baugenehmigung mit dem Wort „Neubau“ wäre gänzlich unmöglich gewesen, und um noch einen Restbestand an „Bestandsschutz“ anführen zu können, mußte man sich ganz schön krummlegen, um das jetzige Stadion, daß verdammt wenig mit dem zu tun hat, das 1979 35.000 Zuschauer beinhaltete, nur einen „Umbau“ zu taufen…
      War schwierig genug, und das mit den auf Widerspruch gepolten Anwohnern…
      Kann schon sein, daß nun, 6 Jahre später, alles anders ist! Mer waaßes ned.
      Mer werds waaß wern.

      Ich persönlich denke auch, schon jetzt ist es selten wirklich ausverkauft – wozu da (mit Folgekosten) vergrößern?

    • Heiner81 sagt:

      Welche Zahl ist denn nun wirklich möglich? Herr Köhnlein, bitte übernehmen sie! 🙂

      • Stephan Köhnlein sagt:

        Wie im Beitrag steht: Der Verein hält sich bedeckt. Ansonsten gibt es Zahlen von der Stadt und von der SPD. Wir werden bei Gelegenheit immer mal wieder nachfragen. Aber eine noch umfassendere, investigative Recherche darüber hinaus ist leider für ein Kostenlos-Medium wie den Lilienblog nicht drin. Dazu haben wir leider (noch?) zu wenige Unterstützer.

  • J.W. sagt:

    Wenn man sich so im Ticket-Shop die freien Plätze anschaut sind diese meistens auf der Nord und dann in dem Block N4 nahe der Gästefans : Da will natürlich kein echter Lilien-Fan sitzen und die Plätze werden an Gästefans vergeben.
    Wie man die Süd ausbauen will bleibt mir ein Rätsel .Je höher die Süd bebaut würde desto mehr platz bräuchte man hinten raus .(Der krankenwagen muss ja auch durch kommen .
    Und bei der nord als Gästefan Tribüne könnte es mit den Karten eng werden da wir ja 10 % der gesammt kapazität für Gästefans hinter legen müssen.
    Ich wäre natürlich auch für eine erweiterung aber ob das alles so machbar ist ??? naja abwarten.

    • Raininho sagt:

      Die Gegengerade kragt hinten auch über, wenn der nach hinten erweiterte Rang hoch genug ist, kommen auch Rettungsfahrzeuge durch. Ob das in der Realität machbar ist, kann ich nicht beurteilen.
      Ist das so vorgeschrieben, dass es 10% Gästekarten geben muss, oder ist das die übliche Praxis? Ich klappe mal gedanklich den gegenwärtigen Gästeblock um auf die Nord. Wenn man die als Neubau ebenfalls überkragen lassen könnte, hätte diese sich eine ähnliche Kapazität. So viel mehr Optionen für Kapazitätserhöhungen fallen mir nicht ein. Ob das schließen der Ecken wirtschaftlich wäre, kann ich nicht einschätzen. Auf 35.000 Plätze kommen wir sicher nicht, 20.000 und ein bisschen vielleicht.

      In die Gesamtkapazität muss man sicher auch die Besucherströme auf dem Hin-und Rückweg einschätzen. Wieviel können die Verkehrswege vertragen ohne die Statd lahmzulegen?

      • J.W. sagt:

        Das sagt die KI zu den 10% :
        Ein Verein muss mindestens 10 % der Gesamtkapazität eines Stadions für Gästefans bereithalten, was in der 1. und 2. Bundesliga mindestens 1.500 Plätze (davon mindestens 800 Sitzplätze in der 1. Bundesliga) bedeutet. In bestimmten Fällen, wie zum Beispiel bei Einhaltung von Sicherheitsbestimmungen, kann dieser Anteil variieren, zum Beispiel können in den unteren Ligen auch andere Regelungen gelten.

  • Merlin66 sagt:

    Gude,
    Wir möchten bei den Großen sprich obere Plätze in Liga 2 zu tun haben.
    Ergo brauchen Wir Mehreinnahmen welche man über die Kapazität wieder
    rechnen kann.
    Ausbau bedeutet erst x Investitionen,vllt weniger Zuschauer durch Umbau.
    Wenn der Ausbau erst steht bedeutet er Mehreinnahmen in allen Bereichen.
    Was Uns vllt ermöglicht solche Größen wie Corridor,Isac,Fraser länger bei Uns
    verpflichten zu können?
    Stimme dem Ausbau positiv zu!

  • Frank Hofmann sagt:

    Bin ernsthaft dafür, dass die Südkurve / – tribühne zur blau-weißen Betonwand mit optimierter Schallreflektion gen Nordtribühne umgebaut wird. Außerdem gehört auch die Nordtribühne nach der Südtribühne in Beton gegossen. Die Kapazität sollte man bis genau 18.000 tsd. Plätze aufrüsten. Der jetzige Bausituation ist für Liga 2 definitiv und selbst noch in Liga 3 technisch zu klein (Logistik, Catering und Sanitär darf man nicht außer Acht lassen). Heisst marginal mit mehr Stehplätzen aufstocken. Andererseits bringen Sitzplätze mehr direkte Einnhamen und Komfort, andererseits mehr Stehplätze wesentlich mehr Stimmung und mehr Umsatz am Kiosk. Kann mein Geld nur 1 mal ausgeben.
    Ein weiterer Vorteil in Beton wäre vorallem mehr Solarzellen auf’s Dach zu verpacken! So ein Stadion ist ein Stromfresser. Mehr Solar heisst ohne Nutzung Strom an e-netz Südhessen verkaufen, oder im Früh- und Spätsommer fast kostenloser eigenverbrauchen.
    Viel Erfolg beim Umbau und ganz nebenbei Strom produzieren!.

  • Benny sagt:

    Ich denke es werden am Ende 20.000-22.000 werden und dann sind wir gut aufgestellt und das sollte auch noch mit Nord und Süd und Genehmigung und Infrastruktur machbar sein.

    Das Thema ist offensichtlich aufgekommen und daher wird auch was passieren denke ich das macht der Präsident ja nicht aus Spaß auf.
    Und ich glaube auch nicht… Das man das Stadion Thema wegen 300 – 400 Plätzen nochmal aufmacht.
    Sondern dann schon nochmal ans Maximum geht spricht auf über 20.000 geht sonst macht der Aufwand doch gar keinen Sinn.
    Das wird wirtschaftlich und technisch schon Sinn machen … Sonst würde man das nicht machen.

    Bin gespannt was passiert.

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