Skip to main content

Der SV Darmstadt 98 spielt bislang eine gute Saison. Nach zwölf Spieltagen rangieren die Lilien auf Platz vier, stehen außerdem im Achtelfinale des DFB-Pokals. In einer Statistik befindet sich das Team von Florian Kohfeldt allerdings auf einem Abstiegsplatz.  

1141 Zweikämpfe konnten Spieler des SV Darmstadt bislang gewinnen, weniger sind es nur beim kommenden Gegner Greuther Fürth. Zum Vergleich: Spitzenreiter in dieser Kategorie ist Preußen Münster mit 1455 gewonnen Zweikämpfen. Nun lässt sich berechtigterweise fragen: Wozu um negative Statistiken sorgen, wenn es insgesamt gut läuft? Die Teams mit den meisten gewonnen Zweikämpfen, Münster, Nürnberg und Kiel, stehen in der Tabelle allesamt hinter dem SV Darmstadt 98 im Mittelfeld. Dennoch bleibt die Frage: Woran liegt es, dass die Lilien so wenige Zweikämpfe gewinnen?

Kohfeldt von Statistik nicht beunruhigt

Lilien-Coach Kohfeldt sieht die Spielweise seines Teams, speziell das Pressing, als Grund für die wenigen gewonnenen Zweikämpfe: „Wir sind eine Mannschaft, die durch Raumdruck versucht, lange Bälle oder Fehlpässe zu erzwingen. Wir haben wenige klassische Balleroberer, Kai (Klefisch) kann das, Hiro (Hiroki Akiyama) entwickelt sich in diese Richtung. Andersrum haben wir außer Luca Marseiler und Furu (Yosuke Furukawa) offensiv keine Eins-gegen-eins-Spieler.” Merveille Papela, den Kohfeldt vor einiger Zeit als einen der besten Balleroberer der Liga gelobt hatte, steht zudem meist nicht in der Anfangsformation.

Sommerneuzugang Furukawa, der bislang erst zweimal eingewechselt wurde, hob Kohfeldt gesondert hervor: „Ich würde gerne in acht Wochen nochmal über Furu reden. Ich glaube, da kommt gerade etwas sehr Positives auf uns zu.” Die Offensivspieler Isac Lidberg, Fraser Hornby, Killian Corredor und Marco Richter seien dagegen keine Dribbelspieler, die das direkte Duell mit dem Verteidiger suchen. Die Zweikampf-Statistik ist für den Lilien-Trainer daher „nichts Beunruhigendes”, sondern „Teil der Art und Weise, wie wir Fußball spielen”. Was für den niedrigen Wert also in erster Linie ausschlaggebend ist: Die Lilien bestreiten schlicht insgesamt sehr wenige Zweikämpfe.

Zweikampfstarkes Innenverteidiger-Trio

Hinsichtlich der Zweikampfquote steht man mit 49,31 Prozent gewonnenen Zweikämpfen im ligaweiten Vergleich immerhin auf Platz 13. Dies liegt wiederum vor allem an den Innenverteidigern, denn ganz ohne Zweikämpfe kommt auch das Kohfeldt-System nicht aus. „Mit Matej (Maglica), Vuko (Aleksandar Vukotic) und Paddy (Patric Pfeiffer) haben wir mit die zweikampfstärksten Innenverteidiger der Liga”, sagt der Coach und ergänzt: „Auf dieser Position habe ich gewonnene Zweikämpfe schon gerne.” 

Die Statistik gibt Kohfeldt recht, alle drei Innenverteidiger stehen dort weit vorne. Matej Maglica hat nach aktuellem Stand sogar die beste Zweikampfquote aller Spieler der bisherigen Saison – der Innenverteidiger gewinnt 72,34 Prozent seiner Duelle. Die Zweikämpfe, die den SV Darmstadt 98 in der Statistik abrutschen lassen, werden also hauptsächlich in der Hälfte des Gegners verloren – oder kommen aufgrund der Spielweise gar nicht erst zustande. 

Euch gefällt der Lilienblog? Dann unterstützt unsere Arbeit hier (->) und fördert so die Medienvielfalt in Südhessen und rund um den SV Darmstadt 98.

Bildquellen

  • h96-SVD-2025-26-blog-0056: Arthur Schönbein

Ein Kommentar

  • De Maddin sagt:

    Fazit: Sowohl die Mannschaft mit der schlechtesten als auch mit der besten Zweikampfbilanz stehen deutlich hinter uns bzw. eher am Tabellenende.
    Was schließen wir daraus? Na?

    Wer sich so richtig schnell und gut im Raum bewegt und dann noch saubere Pässe spielt, kann übrigens auf Zweikämpfe so gut wie ganz verzichten.

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.