Im Trainingslager in El Saler erwartet den SV Darmstadt 98 neben schweißtreibenden Einheiten auch zwei Testspiele (am 6. und am 10. Januar, beide gegen Wehen Wiesbaden). Das ist eher ungewöhnlich – gerade für eine Mannschaft von Florian Kohfeldt: „Ich bin eigentlich jemand, der gerne mehr trainiert als spielt, gerade in Vorbereitungsphasen”, sagte der Lilien-Coach am Rande des Trainings-Auftakts am Samstag, einen Tag vor dem Abflug nach Spanien.
Dieses Jahr habe man sich allerdings dazu entschieden, gleich zwei Testspiele zu absolvieren: „Ich glaube, das zeigt uns, wo wir stehen. Wir wollen jetzt nichts grundlegend neu machen, sondern vor allen Dingen schnellstmöglich unseren Rhythmus wiederfinden.” Auch beim Training an der Mittelmeerküste soll der Fokus schnell auf den Liga-Alltag gerichtet werden: „Für mich ist es keine klassische Vorbereitung, dafür ist die Zeit im Winter viel zu kurz. Im Prinzip ist es eine zweiwöchige Vorbereitung auf das Bochum-Spiel“, sagt Kohfeldt und ergänzt: „Daher wollen wir viel dynamisch trainieren, viel auch in Spielform trainieren, um uns wieder sehr schnell zu finden.”
Feinjustierungen in Defensive und Offensive
Dennoch soll im Trainingslager vom 4. bis zum 11. Januar an der einen oder anderen Feinjustierung gearbeitet werden. Defensiv gehe es speziell darum, „dass wir unabhängig von Formationen noch etwas mehr pressen müssen”. In den Spielen gegen Kiel, Münster und gerade in der zweiten Halbzeit gegen Paderborn habe man das Pressing nicht dauerhaft durchgezogen. „Daran werden wir versuchen weiterzuarbeiten”, sagt Kohfeldt, „wobei ich es auch ein vermessenes Ziel finde, das für 90 Minuten in jedem Spiel hinzubekommen.”
Auch in der Offensive sieht der der 43-Jährige noch Raum für Verbesserungen: „Wir waren in der Hinrunde die Mannschaft mit den meisten Bällen in den Zehnerraum. Von da müssen wir uns noch zielstrebiger Torchancen erspielen.” Daneben müsse man auch an der Effizienz im letzten Drittel arbeiten und mehr aus den eigenen Ausgangspositionen machen.
Alle Leistungsträger „extrem froh, Teil dieser Gruppe zu sein”
Angesprochen auf eventuelle Abgänge von Leistungsträgern wie Isac Lidberg oder Fraser Hornby, schlägt Kohfeldt in die gleiche Kerbe wie Sportdirektor Paul Fernie (siehe dazu den Lilienblog-Beitrag ->): „Paul und ich sind da sehr, sehr eng miteinander abgestimmt. Wir wissen natürlich, in welcher Position im Markt wir sind, aber wir wollen unseren Kader zusammenhalten. Da müssten schon extrem außergewöhnliche Dinge passieren, dass wir diese Spieler abgeben.” Was für ihn als Trainer aber viel wichtiger sei: „Keiner von den Jungs hat in irgendeiner Form angedeutet, dass er sich verändern will. Sondern eher genau das Gegenteil. Die sind alle extrem heiß und extrem froh, Teil dieser Gruppe zu sein.”
Kohfeldt will mit drei Punkten in die Rückrunde starten
Die Lilien sind momentan das heimstärkste Team der Liga und am Böllenfalltor in dieser Saison noch ungeschlagen. Gleichzeitig müssen die direkten Konkurrenten Schalke, Elversberg, Paderborn und Hannover in der Rückrunde nach Darmstadt reisen. Ein Vorteil? Für Kohfeldt nur bedingt, denn in der 2. Liga gebe es nur „schwere oder sehr schwere Spiele”. Ohnehin will sich der Lilien-Coach nur mit einem Spiel beschäftigen: „In meinem Kopf ist nur Bochum, ich will da gar nicht zu weit vorausschauen. Mein Ziel ist es, in einem sehr stimmungsvollen Stadion in zwei Wochen, wenn möglich, direkt mit drei Punkten zu starten.” Der Rückrunden-Auftakt der Lilien in Bochum findet am Sonntag, den 18. Januar um 13:30 Uhr statt.
Von Lilienblog-Mitarbeiter Lauro Meisterjahn.
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- 13594: Lauro Meisterjahn


