Jean-Paul Boetius hat einen Traum: Mit der Nationalmannschaft von Suriname will der 31-Jährige zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026. Doch wenn es schlecht läuft, steht er im Sommer mit leeren Händen da: ohne WM-Teilnahme – und ohne Verein.
Es ist rund ein Jahr her, dass sich Boetius dem SV Darmstadt 98 anschloss. In Mainz und bei Hertha BSC hatte er gezeigt, dass er ein feiner Fußballer mit Bundesliga-Format ist. Doch dann wurde bei ihm Hodenkrebs diagnostiziert. Er wurde operiert, musste sich allerdings später auch noch einer Chemotherapie unterziehen. Eineinhalb Jahre war er ohne Spielpraxis. Bei den Lilien unterschrieb er einen leistungsbezogenen Vertrag und wollte sich nochmals beweisen. Immer wieder ließ er sein Können aufblitzen. Doch für einen Stammplatz fehlten letztlich die nötigen Körner.
Sein Traum von der WM-Teilnahme mit Suriname brachte ihn schließlich ins Dilemma. Im Sommer kehrte er von Qualifikationsspielen mit einer Muskelverletzung zurück, verpasste so die Vorbereitung mit den Lilien. Und wenn er die Möglichkeit hatte, sich wieder näher an die Mannschaft heranzuarbeiten, standen weitere Qualifikationsspiele auf der anderen Seite des Atlantiks an. Da er dann erst spät und mit einem Kontinentalflug in den Knochen zurückkehrte, war er im Hintertreffen.
Mäßige Hinrundenbilanz
Seine Hinrundenbilanz ist entsprechend überschaubar. Zweimal stand er in der Startformation, zweimal wurde er eingewechselt, die letzten fünf Spiele vor der Winterpause gehörte er nicht einmal mehr zum Kader. Und aktuell sieht es auch nicht nach einer aufsteigenden Tendenz aus: Im Wintertrainingslager spielte er im ersten Testspiel gegen Wehen Wiesbaden in der ersten Halbzeit, in der zweiten Partie wurde er wegen eines leichten Infekts zur Vorsicht geschont.
Am 27. März tritt Suriname nun im ersten WM-Qualifikations-Play-off gegen Bolivien an. Sollte das Team dort gewinnen, entscheidet sich vier Tage später gegen den Irak, ob sein Team an der WM teilnimmt. Vielleicht gibt es dann doch noch ein Happy End für den stets positiven Boetius – mit der Erfüllung seines Traums und der Möglichkeit, sich für einen neuen Vertrag zu empfehlen – in Darmstadt oder anderswo.
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Bildquellen
- ksv-SVD-2025-26-blog-0003: Arthur Schönbein

