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Pfitzner zum Aufstieg: Wollen mit unseren Möglichkeiten maximalen Erfolg

Markus Pfitzner, SV Darmstadt 98

Markus Pfitzner, SV Darmstadt 98

Stadionausbau und sportliche Ambitionen – Lilien-Präsident Markus Pfitzner hat nachdem offiziellen Teil des Neujahrsempfangs im Darmstädter Staatstheater am Dienstagabend im Gespräch mit dem Lilienblog die großen Themen beim SV Darmstadt 98 für das noch neue Jahr 2026 umrissen. 

Markus, die erste große Rede als Präsident. Wie war feucht waren die Hände?

Die Hände waren feucht, das ist ja schon ein besonderes Ambiente hier, großes Haus, vollbesetzt. Wenn man auf der Bühne steht, fühlt man sich kurz ein bisschen klein. Aber ich war ja mit dem gesamten neu gewählten Präsidium da oben. Und das war so ähnlich wie beim Spieler: Als es losging und ich meine Rede gestartet habe, habe ich mich sehr wohl gefühlt. Ich denke, die Inhalte passen auch gut zu einem Neujahrsempfang: Sich zur gesellschaftlichen Verantwortung als Verein zu bekennen, ist immer schon mein Steckenpferd gewesen. In der Richtung wollen wir auch weiter vorankommen.

Was steht auf der Agenda für dieses Jahr?

Die To-Do-Liste ist lang. Aber wir haben ja schon angefangen, sie abzuarbeiten. Das Projekt Funktionsneubau im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) soll ja schon im Sommer soweit sein, dass wir da vernünftige Möglichkeiten schaffen. Andere Infrastrukturprojekte wie die Südtribüne haben wir einfach als Ambition angerissen. Aber da muss man auch auf den Wortlaut hören: Wir prüfen diese Dinge. Da muss sehr viel zusammenkommen, dass wir solche Mammutprojekte auch stemmen können. Aber unsere Ambition ist zu schauen, ob wir uns da noch ein Stückchen verbessern können. Ansonsten geht es natürlich darum, eine unglaublich gute Hinrunde weiter in dem Sinne fortzusetzen, dass wir die sportliche Entwicklung in jeder Form unterstützen und dass wir das, was da gewachsen ist, die Stabilität, die wir sehen, dass wir das fortsetzen und auch eine vernünftige, gute Rückrunde spielen.

Die Stadionerweiterung mit der Süd brennt vielen Fans auf den Nägeln. Du hast gesagt, das kann noch Jahre dauern. Woran hängt es konkret?

Erstmal steht alles, was wir tun, unter dem Vorbehalt, dass wir es betriebswirtschaftlich sauber abbilden und gut durchfinanzieren können. Das gehört bei einen Großprojekt, wie es eine neue Südtribüne ist, natürlich dazu. Wir müssen da mit einem zweistelligen Millionenbetrag als Gesamtbudget kalkulieren. Dazu gehört eine sorgfältige Prüfung. Dann gilt es, die Hürden baurechtlicher Art und Weise zu prüfen. Das ist ein langer Prozess. Das sind Dinge, bei denen wir nicht versprechen, dass wir sie morgen schon umsetzen, sondern dass wir im Austausch mit allen Partnern bei dieser Geschichte bleiben.

Du hast in deiner Rede über die Wettbewerbssituation gesprochen. Der Verein befinde sich auf einer schiefen Ebene, müsse ständig überperformen, denn stehenzubleiben würde bedeuten, dass ihr abrutscht. Im Moment seid ihr Dritter. Wieso könnt ihr dann nicht vom Aufstieg sprechen?

Wir wollen aus unseren Möglichkeiten – und das ist auch das Erfolgsrezept der letzten Jahre – das Maximale herausholen. Was immer das dann bewirkt. Das macht für uns einfach Sinn. Unsere aktuelle Währung ist die Entwicklung einzelner Spieler, die Entwicklung der Automatismen in der Mannschaft, Stabilität auch unter Rückschlägen. Wir haben vergangene Saison immer wieder gesehen, wie fragil das Gebilde sein kann. Wir haben das Gefühl, dass jetzt im Trainingslager gut gearbeitet wurde, dass wir eine gewisse Stabilität uns erarbeiten. Aber es ist einfach unser gemeinsamer Weg, weiter Schritt für Schritt zu gehen und zu versuchen, jedes Einzelspiel mit vollem Fokus und voller Konzentration neu anzugehen. Auch wenn das vielleicht nicht die Antwort ist, die du als die spannendste aller empfindest. Aber es ist die ehrlichste.

Aber gegen Aufstieg würdet ihr euch auch nicht wehren?

Bei allem, was wir heute gesagt haben, über Aufbruch und über Ambitionen, wenn man Paul Fernie und Florian Kohfeldt hört – ich glaube, es würde viel Fantasie dazu gehören, dass wir uns im Hinterzimmer mit denen zusammensetzen und sagen: Aber aufsteigen wollen wir lieber nicht. Ich sage es noch mal: Wir wollen mit unseren Möglichkeiten den maximalen Erfolg erzielen – was immer das bedeutet.

Und wie steht ihr zum Thema Aufstieg? Hier (->) geht es zu unserer Mittwochsfrage.

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Bildquellen

  • IMG_5387: Stephan Köhnlein
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