Sportlich läuft es mit acht Spielen ohne Niederlage und Rang drei richtig gut beim SV Darmstadt 98. Doch die Stimmung im Merck-Stadion am Böllenfalltor hält damit oft nicht Schritt. Innerhalb der Fanszene regte sich daher der Wunsch nach einem gemeinsamen Austausch zur bessern Unterstützung. Der Verein hatte daraufhin am Montagabend alle interessierten Lilienfans eingeladen, um vor dem ersten Heimspiel der Rückrunde gemeinsam mit einem Podium aus Fanvertretern und mit einem Spieler über die Stimmung rund um die Heim- und Auswärtsspiele zu diskutieren.
Rund 200 Fans folgten der Einladung, auf dem Podium saßen zwei Vorsänger der Südtribüne, ein Fans aus dem A-Block und ein Vertreter von der Gegengerade. Für die Mannschaft war Kapitän Marcel Schuhen dabei. Die Stimmung bei der rund zweieinhalb Stunden langen Veranstaltung beschrieben Teilnehmende und Organisatoren als konstruktiv und selbstkritisch. Was die Stadionstimmung angeht, so solle jeder bei sich selbst anfangen, selbst auch mal etwas initiieren und nicht darauf warten, dass andere beginnen.
„Es war ein Austausch, der viele nach vorne gebracht hat, um eben gemeinsam weiter unvergessliche Spiele am Bölle zu erleben“, sagte Schuhen. „Manchmal ist es ja so, dass man einen so ein bisschen kitzeln muss und aus der Komfortzone rausholen muss. Und ich glaube, das haben die Leute getan gegenseitig, hatten auch tolle Ideen, was man noch machen kann, wo man eventuell alte Rituale wieder einführen kann. Und deswegen ein rundum gelungener Abend für alle.“
Unterstützung statt Raunen und Pfiffe während des Spiels
Ein Thema war auch der Umgang mit den Spielern der eigenen Mannschaft. Kritik nach einer schwachen Leistung sei okay, aber während des Spiels solle die eigene Mannschaft unterstützt werden – so der Tenor. Tatsache ist jedoch, dass manchen Spielern im Stadion eine kritische Stimmung entgegenschlägt, die sich in Raunen und auch vereinzelten Pfiffen niederschlägt, wenn sie am Ball sind. Zu Beginn der vergangenen Saison war das Fraser Hornby. Aktuell schlägt den Außenspielern einiges davon entgegen, die ohnehin sehr nahe an den Fans spielen.
Bereits zu Beginn der Hinrunde hatte sich Linksverteidiger Fabian Nürnberger nach dem 2:1 über Braunschweig mit einem Appell an einen Teil der Lilien-Anhänger auf der Gegengerade gewendet (->). „Wenn ich ein bisschen darum bitten darf: Dass da, auch wenn man mal in der Halbzeit 0:1 hinten liegt und eine nicht so gute Halbzeit gespielt hat, Verständnis kommt und man trotzdem hinter der Mannschaft steht“, sagte der bulgarische Nationalspieler. Wenn die Mannschaft nach 90 Minuten verloren habe, dann verstehe er aber natürlich jede Kritik, stellte er klar.
Dabei ist Darmstadt kein Einzelfall. Bochum-Trainer Uwe Rösler hatte nach dem 3:3 gegen die Lilien scharfe Kritik an einem Teil der eigenen Fans geäußert, die seinen Spieler Felix Passlack bei der Einwechslung mit Buh-Rufen geschmäht hatten. Ein solches Verhalten habe ihn enttäuscht, dem Spieler, der schon viel für den Verein geleistet habe, solle vielmehr Respekt gezollt werden, forderte Rösler.
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Bildquellen
- SVD-sgd-2025-26-sblog-0047: Arthur Schönbein
