Neuzugang Niklas Schmidt war bereits im vergangenen Winter ein Thema beim SV Darmstadt 98 gewesen. Ein Transfer scheiterte jedoch – auch weil sich der Spieler damals das Kreuzband riss. Dass es nun gelang, den zentralen Mittelfeldspieler zu verpflichten, freut Trainer Florian Kohfeldt ganz besonders. Das sei eine grandiose Leistung von Sportdirektor Paul Fernie gewesen. Schließlich sei es alles andere als selbstverständlich, einen Spieler vom FC Toulouse nach Darmstadt zu holen.
Bereits im Heimspiel gegen Nürnberg ist Schmidt eine Option – wenn wohl auch noch nicht für die Anfangsformation. „Er ist voll im Saft und wird auf jeden Fall im Kader stehen“, sagte der Lilien-Coach am Donnerstag über den Spieler, der einst unter ihm in der U23 von Werder Bremen debütiert hatte. Schmidt erweitere die Möglichkeiten, könne mehrere Positionen spielen und sei damit nicht zwangsläufig ein Ersatz für Killian Corredor im offensiven Mittelfeld. „Ich hätte gerne beide zur Verfügung“, sagte Kohfeldt.
Tatsächlich gibt es bei Corredor einen leichten Hoffnungsschimmer, nachdem bislang die Gründe für seine Hüftprobleme im Unklaren gelegen hatten. „Ich muss sagen, dass ich diese Woche das erste Mal vorsichtig optimistisch bin, weil Kili Fortschritte gemacht hat“, sagte Kohfeldt. „Wir scheinen gemeinsam mit den Ärzten etwas gefunden zu haben, sodass wir auf dem richtigen Weg sind.“ Von daher freue er sich darauf, wenn er womöglich in naher Zukunft beide Spieler im Kader habe.
Petretta noch mit Rückstand – Bader und Bialek fehlen weiter
Ob es für den anderen Neuzugang Raoul Petretta schon für einen Kaderplatz reicht, ist das dagegen offen. Nach seinem Vertragsende in Toronto habe er länger kein Mannschaftstraining gehabt und sei deswegen nicht so im Rhythmus, sagte Kohfeldt über den 28 Jahre alten Linksverteidiger. „Da müssen wir sehen, ob es sofort für den Kader reicht oder wie lange wir da brauchen, im ihn aufzubauen.“
Weiterhin auf der Suche ist der SV Darmstadt 98 zudem nach einem vierten Innenverteidiger hinter Patric Pfeiffer, Matej Maglica und Aleksandar Vukotic, nachdem man Meldin Dreskovic in der Winterpause nach Ungarn verliehen hat.
Matthias Bader wird nach seiner Knie-Operation voraussichtlich noch bis zur Länderspiel-Pause im März ausfallen. Bei Bartosz Bialek geht man im Moment von drei bis vier Wochen aus, bis er seine Sprunggelenksverletzung auskuriert hat. Angesichts der Verletzungshistorie des Polen mit drei Kreuzbandrissen ist es wichtig, dass der Spieler rund laufen kann. Deswegen will man da kein Risiko eingehen.
„Längstes Trainingslager der Welt“ für Will
Zudem erklärte Kohfeldt die etwas überraschende Ausleihe von Mittelfeldspieler Paul Will an Zweitliga-Schlusslicht SpVgg Greuther Fürth. „Er war ein wichtiger Bestandteil dieser Mannschaft. Nach seiner Verletzung hatte er viele Einwechslungen“, räumte Kohfeldt ein. Schon bei seinem Wechsel nach Darmstadt habe er Will als einen Schlüsselspieler gesehen. „Und daran hat sich grundsätzlich bis heute nichts geändert. “ Will habe absolut Stammspieler-Potenzial für die Lilien.
Allerdings habe man einfach ein schlechtes Timing gehabt. Als Kohfeldt Lilien-Coach wurde, hatte sich Will gerade das Kreuzband gerissen. Die aktuelle Wintervorbereitung versäumte er, weil ihn ein Infekt rund zehn Tage mattsetzte. Zudem habe man in Kai Klefisch, Hiroki Akiyama und auch Merveille Papela drei Spieler für die Doppel-Sechs, die ihre Sache extrem gut machten.
Es sei aber nicht darum gegangen, Will irgendwie loszuwerden, sondern um eine Entwicklungsperspektive. „Wir sind mit Paul so auseinandergegangen, dass wir beide gesagt haben: Im Grunde macht er jetzt das längste Trainingslager der Welt, um im Sommer hier wieder aufzutauchen und ein ganz wichtiger Spieler für uns zu sein.“
Mögliche Aufstellung gegen Nürnberg
Schuhen – Lopez, Pfeiffer, Maglica, Holland – Klefisch, Akiyama, Richter, Marseiler – Lidberg, Hornby
Es fehlen
Corredor (Hüftprobleme), Bader (Knie-OP), Bialek (Sprunggelenksverletzung)
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Bildquellen
- scp-paderborn-SVD-2025-26-blog-0070: Arthur Schönbein
