Mit Blick auf ein mögliches Startelfdebüt von Niklas Schmidt hatte Trainer Florian Kohfeldt vor dem Spiel gegen die Hertha noch gebremst. Schließlich stehe der Winterneuzugang im Wettbewerb mit absoluten Leistungsträgern im Mittelfeld, sagte der Lilien-Coach am Freitag vor der Abreise nach Berlin (->).
Schließlich musste dann Kai Klefisch weichen, der in dieser Saison immer in der Startelf gestanden hatte, wenn er fit war. Dieser Wechsel kam nicht völlig überraschend. Denn im Gegensatz zu Marco Richter, Luca Marseiler und Hiroki Akiyama hatte Klefisch zuletzt die eine oder andere unglücklichere Aktion. Schmidt übernahm die Klefisch-Position auf der Doppel-Sechs – seine Lieblingsposition, wie er selbst unter der Woche erklärt hatte (-> siehe Lilienblog-Bericht).
Beim frühen Rückstand überlaufen
Und es begann denkbar schlecht – auch für Schmidt. Nach dem haarsträubenden Fehlpass von Patric Pfeiffer überlief ihn Berlins Marten Winkler auf der rechten Abwehrseite und Fabian Reese verwertete die Hereingabe zur frühen Führung für die Hausherren. Ähnlich wie Klefisch ließ sich Schmidt in der Folge immer wieder auf Höhe der Innenverteidiger zurückfallen, um den Ball nach vorne zu bringen. Allerdings verpufften diese Ansätze im ersten Durchgang wie nahezu alle Lilien-Offensivaktionen ohne Wirkung.
Vom Typ her ist der Winterneuzugang sicher der spielstärkere Spieler, während Klefisch eher der Abräumer und Antreiber ist. Das zeigte sich dann auch im zweiten Durchgang, als die Lilien und Schmidt deutlich stärker im Spiel nach vorne wurden. Für einige „Wow-Effekte“ hatte Schmidt bei Kohfeldt bereits unter der Trainingswoche gesorgt. Mindestens einen solchen gab es dann auch bei seinem Startelfdebüt. In der 62. Minute spielte er einen feinen Pass in den freien Raum auf Sergio Lopez, dessen Flanke Fraser Hornby zum Ausgleich verwertete. Auf rund 60 bis 70 Minuten hatte Kohfeldt Schmidts Fitness vor dem Spiel taxiert. Es wurde sogar noch einen Tick länger, denn erst nach 72. Minuten war der Arbeitstag des Spielers beendet. Nach einem ordentlichen Startelf-Debüt machte er für Merveille Papela Platz.
Die richtige Position?
Die Frage, ob Schmidt, der die meisten seiner Profi-Einsätze im offensiven Mittelfeld absolviert hat, auf der Doppel-Sechs richtig aufgehoben ist, stellt sich allerdings nicht wirklich. Und das hat wenig mit seiner eigenen Vorliebe für die Sechser-Position zu tun, sondern ist eine Systemfrage. Bislang spielt Kohfeldt sehr erfolgreich mit zwei defensiven Mittelfeldspieler und zwei offensiven Mittelfeldspielern auf den Flügeln. Die Zehner-Position wird da in aller Regel nicht von einem Mittelfeldspieler besetzt. Vielmehr ist es Angreifer Fraser Hornby, der sich zurückfallen lässt, um die Fäden in der Offensive zu ziehen und das Pressing einzuleiten.
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Bildquellen
- SVD-fcn-2025-26-blog-0003: Arthur Schönbein

