Die vergangenen Monate waren für Fynn Lakenmacher keine einfache Zeit. Im Angriff des SV Darmstadt 98 hatten andere die Nase deutlich vorn, zeitweise gehörte der 25-Jährige nicht einmal zum Kader, erwog einen Wechsel. Doch er blieb, stand gegen Kaiserslautern erstmals in der laufenden Saison in der Startformation, erzielte einen Treffer und zeigte auch sonst eine überzeugende Leistung.
Nachdem Top-Torjäger Isac Lidberg am Freitag das Training mit Oberschenkelproblemen abgebrochen hatte, legte sich Trainer Florian Kohfeldt auf Lakenmacher fest – auch weil Angreifer Nummer drei Bartosz Bialek aktuell am Sprunggelenk verletzt ist. „Aufgeregt war ich schon ein bisschen“, gestand Lakenmacher nach dem Spiel, zeigte sich aber hochzufrieden: „Das war ein kleiner Brustlöser. Es hat gut getan, überhaupt mal länger zu spielen und dann gleich ein Tor zu schießen. Das ist ein geiles Gefühl.“

Ausgelassener Jubel über seinen ersten Saisontreffer: Fynn Lakenmacher
Es war die 29. Minute, als Marco Richter den Ball auf Fraser Hornby im Strafraum durchsteckte. Dessen scharfe Hereingabe schoss Lakenmacher auf Höhe des Elfmeterpunktes direkt unter die Latte. „Das war eine gute Hereingabe von Fraser“, sagte der Torschütze. „Ich glaube, ich stehe aber auch ganz gut und halte den Fuß ganz gut hin.“ Doch auch sonst funktionierte das Zusammenspiel mit Hornby sehr gut, wobei Lakenmacher immer wieder als Wandspieler agierte, um für seinen Sturmpartner Räume zu öffnen.
Wechselangebote im Sommer und Winter ausgeschlagen
Vom Trainer gab es anschließend ein besonderes Lob. „Fynn hatte in beiden Transferfenstern Angebote. Und in beiden haben wir gesagt: Nein, wir brauchen dich und können dich nicht gehen lassen.“ Der Grund: „Fynn hat eine unfassbar geile Eigenschaft. Der arbeitet einfach. Der trainiert. Der hält die Trainingsqualität hoch. Der ist da. Und der will sich trotzdem verbessern.“
Im Wintertrainingslager habe Lakenmacher bei einem Gespräch mit Kohfeldt und Sportdirektor Paul Fernie erklärt, dass er die Situation verstehe. Er habe gesagt: „Ich mache genauso weiter. Weil ich das Gefühl habe, ich werde ein besserer Spieler, obwohl ich nicht spiele.“ Und das sei für Kohfeldt eines der schönsten Komplimente überhaupt als Trainer gewesen.
Kohfeldt freut sich auf Lidbergs Rückkehr
Auch deswegen wich Kohfeldt auch von einer Maxime ab: „Ich habe heute das allererste Mal, seit ich Trainer bin, einen Spieler direkt nach dem Spiel einzeln vor der Mannschaft herausgehoben. Weil mich das wirklich beeindruckt hat, was der Junge heute abgeliefert hat. Sportlich. Aber noch mehr, wie er diese Kraft aus diesen letzten sieben Monaten gezogen hat.“
Trotzdem ließ Kohfeldt keinen Zweifel am verletzten Konkurrenten Lidberg aufkommen. „Ich freue mich, wenn Isac in Braunschweig wieder einsatzbereit ist.“ Lakenmacher nimmt das als Herausforderung. „Es ist mein Anspruch an mich selbst, immer zu spielen“, sagte er. „Es ist klar, wenn die anderen so gut spielen, dass man sich ab und zu hinten anstellen muss. Aber ich versuche mein Bestes, um da Konkurrent zu sein.“
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Bildquellen
- SVD-FCK-2025-26-BLOG-0035: Arthur Schönbein
- SVD-FCK-2025-26-BLOG-0029: Arthur Schönbein



Ich ziehe meinen (bildlichen) Hut vor der Leistung von Fynn Lakenmacher gestern Abend. Ich gebe gerne zu, dass ich zu denen gehöre, die er bisher mit seinen wenigen Einsätzen davor nicht gerade überzeugen konnte, und die doch ziemlich überrascht waren, ihn anstelle von Lidberg in der Startelf zu sehen. Umso erfreuter war ich, wie er sich im Spiel reinhaute – und dass ihm das wichtige 2:0 geglückt ist.
Herzlichen Glückwunsch und Danke für Deine Leistung, Fynn!
Es würde mich freuen, wenn es bei Fynn so läuft wie bei Fraser. Der war bei den Fans auch schon unten durch und hat sich zum Keyplayer entwickelt. Auch bei ihm hat FloKo immer Vertrauen gehabt.