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Lilien-Leader Schuhen: Eskalieren im Sinne der Sache

Marcel Schuhen, SV Darmstadt 98 - 1. FC Kaiserslautern

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Es war in der 80. Minute, Düsseldorf drängte am Böllenfalltor auf den Sieg und Lilien-Coach Florian Kohfeldt überlegte, ob er Innenverteidiger Aleksandar Vukotic einwechseln und damit auf Dreierkette umstellen sollte, um den Punkt zu sichern. Er entschied sich anders. Der Grund: Torhüter und Kapitän Marcel Schuhen.

„Ich habe hin und her überlegt, ob ich Vuko früher bringe“, sagte Kohfeldt später. „Aber dann habe ich Schuh angeguckt und gemerkt: Das geht heute gegen den Geist der Mannschaft.“ Kohfeldts Mut wurde belohnt, Matej Maglica köpfte kurz vor Schluss den – zugegebenermaßen – etwas glücklichen Siegtreffer für die Lilien.

Ein Gefühl von Einheit

„Es wird vielleicht Tage geben, wo wir dann nicht belohnt werden und das 1:2 fressen“, sagte Kohfeldt. „Aber ich glaube, momentan – und das gehört auch für den Trainer dazu – spürt man, was gerade da ist.“ Folgerichtig überließ der Coach seinem Mannschaftskapitän dann die Ansprache nach Abpfiff auf dem Spielfeld. „Schuh hat auch im Kreis gesagt, dass er dieses Gefühlt hat und diese Einheit spürt.“

Zuvor hatte Schuhen seiner Mannschaft mit mehreren starken Paraden vor allem im zweiten Durchgang vor einem Rückstand bewahrt. Der euphorisierte Sieg-Torschütze Maglica erhob seinen Kapitän danach zum besten Torhüter der Liga. Diesen Superlativ wollte Kohfeldt zwar nicht verwenden, weil er nicht über andere Teams und ihre Torhüter urteilen wollte. Aber seinen Lobeshymnen über seinen Torwart tat das keinen Abbruch.

Vom Reflex-Torwart zum Komplett-Paket

„Marcel Schuhen ist ein herausragender Torwart“, schwärmte Kohfeldt. Er habe sich gerade im Spiel mit dem Ball „dramatisch weiterentwickelt“. Inzwischen sei die Mannschaft sehr häufig nicht mehr pressbar, weil der 33 Jahre alte Keeper wie ein zusätzlicher Feldspieler agiere.

Vor zwei Jahren sei Schuhen noch eher ein Linien- und Reflex-Torwart gewesen. „Jetzt hat er sich zu einem sehr kompletten Paket als Torwart entwickelt.“ Es sei eine seiner größten Eigenschaften, dass er in seinem Alter bereit sei zu lernen – „und sauer wird, wenn man nicht weiter mit ihm arbeiten will“, wie Kohfeldt schmunzelnd anfügte.

Vor allem aber sei Schuhen eine „herausragende Führungspersönlichkeit“. Bevor er den Keeper im Sommer als Nachfolger des damals abwanderungswilligen Clemens Riedel zum Kapitän ernannte, habe er ihn seit seinem Amtsantritt als Lilien-Coach im September 2024 über Monate genau beobachtet.

„Wie er führt, wie er die anderen mitnimmt, wie er Einfluss nimmt, wie er eskaliert und deeskaliert in den richtigen Momenten – und zwar immer im Sinne der Sache – das ist für mich top“, sagte Kohfeldt und fügte an: „Ich will keinen anderen Torwart in diesem Tor haben als Marcel Schuhen.“

„Wenn man solche Spiele gewinnt …“

Schuhen selbst gab sich nach seiner starken Leistung bescheiden: „Klar, die hatten ein paar Chancen, aber ich bin ja froh, dass ich mal etwas zu tun bekomme. Ich durfte meine Handschuhe benutzen, und das war schön“, sagte er. „Aber viel wichtiger ist dieses gegenseitige Pushen. Das ist das, was uns so stark macht. Natürlich war da eine gewisse Unzufriedenheit bis zum 2:1. Aber wir haben nicht aufgehört und waren immer präsent.“

Mit dem – wie gesagt etwas glücklichen – Sieg untermauerten die Lilien ihre Aufstiegsambitionen – auch wenn das Wort Aufstieg weiter tabu bleibt. Auf die Frage, wie er den Satz „Wenn man solche Spiele gewinnt …“ fortsetzen würde, antwortete Schuhen mit einem schelmischen Grinsen: „Dann hat man drei Punkte mehr.“

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Bildquellen

  • SVD-FCK-2025-26-BLOG-0001: Arthur Schönbein
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