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Vor der entscheidenden Phase der Saison spricht Marcel Schuhen über die Situation in der Mannschaft, die Freude über das Nationalmannschaftsdebüt von Patric Pfeiffer und sein persönliches Lilien-Bielefeld-Erlebnis. Außerdem verrät der Keeper und Mannschaftskapitän des SV Darmstadt 98, warum er nicht traurig ist, dass es bei der anstehenden Partie gegen die Arminia nicht zu einem Wiedersehen mit seinem Ex-Mitspieler Marvin Mehlem kommt.
Marcel, wie hast du die Länderspielpause genutzt?
Ich war das erste Mal seit einer Ewigkeit allein zu Hause. Meine Familie hatte Urlaub geplant, gebucht, weil wir ja eigentlich mit der Mannschaft in Amerika gewesen wären. Und deswegen habe ich viel Zeit mit Kumpels verbracht, bin Essen gegangen und Bowlen gewesen. Am Wochenende war ich bei meiner Mutti, die hat ihren Geburtstag nachgefeiert. Also diese Woche war so vollgepackt, wie es irgendwo ging, mit privaten Veranstaltungen. Und ich habe das sehr genossen. Und trotzdem haben wir auch gut trainiert. Das war extrem wichtig.
Habt ihr euch als Team noch mal zusammengesetzt und überlegt, was ihr euch für den Endspurt in der Liga vorgenommen habt?
Das war in der Form gar nicht notwendig. Es ging eher darum, mental ein bisschen durchzuschnaufen. Wir waren gemeinsam essen, weil das für uns eine coole Sache ist. Sportlich sind wir jetzt in der Crunch-Time. Wir haben noch sieben Spiele zu spielen. Was dabei rumkommt, werden wir sehen. Aber es gibt jetzt kein Spiel mehr, wo man sagen kann: Naja, mal gucken. Es geht jetzt darum, Woche für Woche zu performen, sich auf den Gegner zu fokussieren. Jetzt auf Bielefeld und danach das nächste Heimspiel anzugehen.
Wie sieht es aktuell in der Mannschaft aus?
Abgesehen von dem schlimmen Ausfall von Luca sind alle Jungs nach und nach wieder fit. Das ist gut für uns. Und Paddy (Pfeiffer) ist gesund zurückgekommen von der ghanaischen Nationalmannschaft. Sensationell, dass der Junge jetzt Nationalspieler ist. Wir haben ihn in den Arm genommen. Wir haben für ihn applaudiert. Ich glaube, es ist ein Verdienst auch von der Mannschaft, nicht nur von ihm selbst, vom ganzen Verein. Er selbst zieht Energie daraus, das spüre ich.
Diese Woche haben wir beim Lilienblog ein Interview mit Torwarttrainer Alex Kynaß veröffentlicht (hier die wichtigsten Aussagen ->). Der hat das Dreierteam bei den Torhütern mit dir, Alex Brunst und Benedikt Börner gelobt und gesagt, dass die Chemie zwischen euch ganz besonders ist, was nicht selbstverständlich ist. Wie erlebst du diese Chemie?
Unglaublich gut. Aber, wenn man gut miteinander arbeiten möchte, muss das so sein. Ich habe auch schon erlebt, dass das nicht so gepasst hat. Aber so wie hier ist die Arbeit Tag für Tag einfach angenehmer. Ich glaube, dass wir uns alle drei weiterentwickeln. Auch wenn Alex und Bene bei den Profis nicht so viele Spiele gemacht haben, werden sie besser. Das ist ein großes Kompliment für die Arbeit von Alex. Er fasst jeden sehr individuell an, weil auch jeder anders ist. Deswegen kann ich auch von meiner Seite ein großes Kompliment an die beiden, aber auch an Alex machen.
Alex hat gesagt, dass euch alle der Wille auszeichnet, besser zu werden und zu lernen. Bei dir hat er das ganz besonders betont. Woher kommt diese Motivation?
Die Frage ist für mich ganz einfach zu beantworten. Ich will immer gewinnen und ich will immer spielen. Und wenn du nicht gut performst und nicht gut spielst, dann bist du irgendwann raus. Und deswegen musst du immer besser werden. Das ist die einfache Formel. Durch Alex, der neu gekommen ist als Torwarttrainer, aber eben auch durch Flo (Kohfeldt) als Cheftrainer, ist meine Position noch mal komplexer geworden. Ich habe viele neue Dinge gelernt und lerne jeden Tag unter dem sehr guten Trainerteam immer etwas dazu. Nur so wird man besser. Und das Schöne ist: Ich habe mich mit Anfang 20 nicht so gut gefühlt wie jetzt. Das ist ein großes Kompliment für alle Beteiligten.
Ein Kompliment hast du auch sowohl von Alex wie von Flo für deine Fortschritte beim Spiel mit dem Ball am Fuß bekommen. Woher kommen diese Fortschritte?
Training. Immer wieder. Dinge analysieren, sich anzuschauen, wann passt wie wo was nicht und wann passt es eben genau. Und einen ganz klaren Plan haben. Für einen Torhüter ist das ganz wichtig, denn wenn ich einen Fehlpass spiele, wird meistens eine Torchance oder sogar ein Tor daraus. Deswegen braucht man Automatismen. Ich weiß genau, was meine Innenverteidiger machen, meine Sechser, meine Außenverteidiger. Das geht bis zu den Zehnern oder zu den Stürmern. Wie kann man rausspielen? Wann ist der lange Ball gefragt? Wann ist ein Chip gefragt?
Du hast in deiner Karriere ja schon den einen oder anderen Torwarttrainer erlebt. Was zeichnet Alex Kynaß aus?
Akribie, positive Besessenheit von kleinen Details und immer wieder Offenheit für neue Dinge. Nicht nur, was er uns mitgibt, sondern auch, was wir ihm manchmal mitgeben. Ich bin ja jetzt schon ein paar Tage dabei und habe auch einen Blick aus der Praxis. Wie ist es in einem Spiel? Wie ist es in großen Stadien? Das ist in den Videos vom Trainingsplatz manchmal schön, aber am Wochenende ist es dann meistens anders. Er ist da unglaublich lernfähig. Zudem ist er einfach ein ganz feiner Kerl.
Sehen wir aktuell den beste Schuh seiner Karriere?
Jede Saison ist anders. Es gab welche, nach denen ich gesagt habe: Boah, ich habe super gespielt, aber dann war es sportlich eher schwierig. Deswegen sollen das andere beurteilen. Ich probiere, meinen Job zu erledigen. Ich genieße es zu spielen, weil das meine große Leidenschaft ist. Die Performance ist, glaube ich, ordentlich. Aber es geht immer noch besser.
Jetzt steht das Auswärtsspiel gegen Bielefeld an. Was erwartest du?
Das wird ein brisantes Auswärtsspiel. Eine sehr gute Atmosphäre. Eine sehr energiegeladene Mannschaft, die sehr intensiv spielt, speziell zu Hause. Ich bin jetzt ein paar Jahre nicht auf der Alm gewesen. Aber das ist wirklich eine Kultstätte und ich bin voller Vorfreude.
Bielefeld hat in der Geschichte von Darmstadt einen großen Namen …
Das war tatsächlich das erste Spiel, das ich von den Lilien so richtig mitbekommen habe. Da war ich ja noch ein bisschen jünger und habe die Relegationsspiele verfolgt. Und das war total verrückt – im positiven Sinne.
Ein Wiedersehen mit Marvin Mehlem wird es jetzt nicht geben, weil der nach seiner Roten Karte gesperrt ist. Wie sehr fehlt dir das Wiedersehen auf dem Platz mit dem alten Kumpel?
Das fehlt mir gar nicht, weil der Junge so gut ist, ein fantastischer Spieler. Deswegen ist es für uns gut, dass er raus ist. Schöne Grüße (zwinkert).
(Aufgezeichnet in der Medienrunde am Mittwoch mit Marcel Schuhen.)
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Bildquellen
- SVD-ksv-2025-26-blog-0004: Arthur Schönbein
