Beim Training des SV Darmstadt 98 am Dienstag fehlte Isac Lidberg wegen muskulärer Probleme. Diese waren auch der Grund, warum sein ziemlich bescheidener Auftritt beim 1:2 gegen Bielefeld bereits zur Halbzeit beendet war. Es ist wohl nichts Ernstes, wie Trainer Florian Kohfeldt durchblicken ließ – und ohnehin hat der Spieler nun zwei Wochen Zeit, um sich auszukurieren.
Beim Top-Spiel am Samstagabend gegen Hannover 96 fehlt der Schwede nämlich wegen einer Gelb-Sperre (ebenso wie Mittelfeldspieler Kai Klefisch). Kohfeldt hat verschiedene Möglichkeiten, auf den Ausfall seines erfolgreichsten Angreifers (14 Liga-Tore) zu reagieren.
Lakenmacher vom Typ am ähnlichsten
Erste Option ist Fynn Lakenmacher, der vom Spielertyp recht nahe an Lidberg ist und ihn bereits im Heimspiel gegen Kaiserslautern Anfang Februar sehr gut vertreten hatte. Bei seiner Einwechslung in Bielefeld nach der Pause konnte der 25-jährige Angreifer allerdings nicht überzeugen. Damit reihte er sich ein in eine insgesamt schwache Lilien-Mannschaft.
Möglich wäre auch, Killian Corredor in die Spitze zu ziehen. Der 25 Jahre alte Franzose ist gelernter Stürmer, kommt bei den Lilien jedoch meist auf der offensiven Außenposition zum Zuge und hat bislang fünf Saisontore erzielt – zwei davon übrigens im Hinspiel gegen Hannover beim 3:2-Auswärtssieg der Lilien.
Theoretisch wäre auch der wieder genesene Bartosz Bialek (24) eine Option für die Spitze. Allerdings ist der Pole seit vier Monaten ohne Pflichtspiel-Einsatz. Ein Platz in der Startformation käme ausgesprochen überraschend, auch weil Kohfeldt eher dazu neigt, Spieler langsam heranzuführen.
Unwahrscheinlich ist auch das Startelf-Debüt von Serhat-Semih Güler. Der 28-Jährige hat zwar seine im Testspiel gegen Saarbrücken erlittene Fleischwunde auskuriert und trainierte am Dienstag wieder mit dem Team. Dass er jedoch nach bislang vier Kurzeinsätzen gerade im Topspiel gegen Hannover in die Anfangsformation rutscht, wäre eine kleine Sensation.
Eine Brechstange oder eine schwimmende Neun?
Ganz gewagt wäre auch, Abwehrkanten Aleksandar Vukotic in die Sturmspitze zu beordern, wie das Kohfeldt in der Schlussphase der Partie gegen Bielefeld getan hatte – allerdings ohne Erfolg. Vukotic hat seine Stärken in der Offensive wegen seiner Größe bei hohen Bällen und Standards und kommt damit vor allem als Brechstange infrage.
Und auch wenn Kohfeldt gerne mit zwei Stürmern spielt – in Stein gemeißelt ist das nicht. Möglich wäre etwa auch, Fraser Hornby (26) als einzigen Stürmer aufzustellen und mit drei offensiven Mittelfeldspielern dahinter oder mit einem Spieler als hängende Spitze neben Hornby zu spielen.
Marco Richter (28) erklärte am Dienstag, dass er schon mehrfach eine sogenannte schwimmende Neun gespielt habe. „Wenn der Trainer mich weiter vorne will und dafür rechts einen hinstellt, dann werden wir das unter der Woche sehen“, sagte er und fügte grinsend an: „Hauptsache, offensiv bei mir.“

