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Marcel Schuhen ärgert nach der Niederlage gegen Hannover vor allem, dass es der SV Darmstadt 98 nun nicht mehr allein in der Hand hat, einen Spitzenplatz zu erreichen. Der Leistung gegen den Aufstiegskonkurrenten, der mit dem Sieg die Lilien überholte, kann der Keeper und Kapitän aber auch positive Aspekte abgewinnen. Und er ist davon überzeugt, dass der SV Darmstadt 98 trotz allem bis zum Schluss oben mitspielen werde. 

Marcel, 0:2 verloren gegen einen direkten Aufstiegskonkurrenten. Wie bitter ist das?

Niederlagen sind immer bitter. Das hatten wir lange zu Hause nicht, und es fühlt sich scheiße an. Es gibt aber solche und solche Niederlagen. Ich weiß, das will keiner hören, aber die Niederlage letzte Woche war viel schlimmer, weil wir da echt einen Scheiß zusammengespielt haben. Heute haben wir gegen eine Top-Mannschaft gespielt, die durch einen wunderbaren Schuss in Führung geht. Und dann ist Hannover eine Mannschaft, gegen die du nicht aufmachen darfst. Wir haben nicht den Kopf verloren, sondern haben es sauber gespielt bis in die Halbzeit und hatten dann eine gute zweite Halbzeit gegen ein Top-Team. Aber es sollte nicht sein. Ich weiß nicht, wie euer Gefühl war draußen. Aber wir hatten auch Chancen. Der eine Kopfball von Fraser, wo das Timing nicht stimmte, der andere an die Latte, die Situation mit Fynn oder Furus Schuss.

Was hattet ihr euch für heute vorgenommen?

Zu gewinnen.

Und für die letzten fünf Spiele jetzt?

Das Allerwichtigste ist etwas, das vielleicht nicht viele hören wollen. Wir haben am Sonntag Training und wollen arbeiten. Wir werden uns anschauen, was wir besser machen können. Ich glaube, wir haben heute gesehen, dass ein paar Jungs, die von der Bank gekommen sind, richtig Betrieb gemacht haben. Da muss man mal Furu ein bisschen herausheben. Der hat ein Top-Spiel gemacht nach der Einwechslung. Fynn hat es als Bounce-Spieler von Anfang an gut gemacht. Das war nicht einfach für den Jungen. Man muss die positiven Dinge rausziehen. Hannovers Trainer Christian Titz hat nach dem Spiel zu mir gesagt, dass wir auch weiter oben mitspielen werden, weil wir eine gute Mannschaft sind. Und da hat er genau dieselbe Meinung wie ich.

Eine gute Mannschaft, aber nicht so richtig gut in Form…

Ja, wir haben jetzt zwei Spiele verloren. Normalerweise darf man nach einer Niederlage nicht nochmal verlieren. Wir waren zu Hause bislang sehr gut in Form. Auswärts war das anders. Da haben wir in letzter Zeit nicht so überzeugend gespielt. Darüber müssen wir reden. Ich bin ich jetzt schon ein paar Tage dabei. Im Fußball kann immer alles passieren. Das ist keine Floskel. Wir wollen weitermachen. Wir wollen uns weiter entwickeln. Wir wollen Spiele gewinnen. Was dann passiert, liegt nicht mehr nur noch an uns. Und das ist das Ernüchterndste von allem, dass es nicht mehr nur an uns liegt. Aber wir werden den Weg weitergehen.

Ist Hannover so gut, dass man sich mit dieser Mannschaft derzeit nicht messen kann? 

Ich fand das Spiel ausgeglichen. Aber wir haben es 0:2 verloren. Es ist ja oft die Frage, ob etwas kippt oder nicht. Mein Gefühl war: Wenn der Kopfball von Fraser in der 92. Minute reingeht, spielen wir noch 2:2. Das haben wir schon sehr oft gezeigt. Nur heute wollte der Ball einfach nicht rein. Dann war Hannover statistisch eben zwei  Tore besser. Das zählt im Fußball.

In der zweiten Halbzeit wart ihr besser im Spiel als in der ersten. Aber so richtig gefährlich wurde es aber erst, als Furukawa und Bialek kamen. Hätte man nicht eher alles auf eine Karte setzen müssen?

Das ist bei so einem guten Gegner schwierig. Bekommst du das dritte Tor, dann sagt jeder: Warum machst du so früh auf? Und dann ist das Spiel schon durch. Bei einem 0:2 kann es noch kippen. Bekanntermaßen ist das gefährlichste Fußballergebnis ja ein 2:0. Ich fand den Moment für die Wechsel eigentlich sehr gut. Weil wir dadurch wieder im Spiel waren. Und nochmal: Machen wir das 1:2, dann wird es nochmal super interessant. Dann würde ich jetzt nicht hier stehen, sondern die Jungs, die die Tore gemacht hätten.

Muss die Mannschaft gegen Teams, die so pressen und Mann gegen Mann gehen wie Hannover oder Bielefeld, nicht bessere Lösungen finden?

So hat Lautern auch gespielt und gegen die haben wir hier vier Dinger gemacht.

Und warum klappt das jetzt nicht mehr?

Weil heute unser Top-Stürmer gefehlt hat, der diese Tiefenläufe macht – bei allem Respekt vor Finn, der das extrem gut macht. Kai, hat heute gefehlt, der unser Herzstück in der Mitte ist. Unser einziger Eins-gegen-Eins-Spieler auf der linken Seite hat gefehlt, der auch immer wieder Tiefe bedrohen kann. Ich will da keine Ausreden suchen, aber es mal ein bisschen aus meiner Perspektive spiegeln, wie man Mann gegen Mann-Situationen lösen kann gegen solche Mannschaften.

Wäre es jetzt eine riesige Enttäuschung, wenn die Saison irgendwie austrudeln würde und man würde 5. oder 6. werden?

Im Endeffekt geht es darum, was die erfolgreichsten Mannschaften immer tun: von Spiel zu Spiel zu schauen. Wenn wir jetzt irgendeinen Scheiß zusammenspielen, hätte ich damit ein Problem. Das wird aber nicht passieren. Wir werden weiter gut spielen. Wir werden weiter Ergebnisse holen. Wir werden weiter Spiele gewinnen. Und was dann passiert, wird sich zeigen. Das haben wir jetzt nicht mehr wirklich selbst in der Hand. Aber wir haben unsere Spiele in der Hand. Das können wir beeinflussen. Und das werden wir machen.

(Aufgezeichnet in der Mixed Zone mit Marcel Schuhen nach dem Spiel gegen Hannover)

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Bildquellen

  • fcm-SVD2025-26-blog-0047: Arthur Schönbein

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