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Fernie: Viel Stolz und ein klares Bekenntnis

Paul Fernie, SpVgg Greuther Fürth - SV Darmstadt 98

Paul Fernie, SpVgg Greuther Fürth - SV Darmstadt 98

Apotheke im Hauptbahnhof

Nach dem 3:3 des SV Darmstadt 98 gegen Elversberg schwärmt Sportdirektor Paul Fernie von der Mannschaft und von Trainer Florian Kohfeldt. Den Aufstieg hat er noch nicht abgeschrieben, solange er noch möglich ist. Aber egal, wo die Lilien in der neuen Saison spielen – er wird auch in der kommenden Saison für den Verein arbeiten und freut sich auf die neuen Herausforderungen, wie er sagt. 

Paul, das war ein wildes Spiel. Oder wie hast du es erlebt?

Es war absolut ein Top-Spiel für mich. Da waren zwei Mannschaften, die ich unbedingt gewinnen wollten. Es gab sechs Tore, eine Rote Karte, strittige Entscheidungen auf beiden Seiten. Es war alles drin. Ich bin heute unfassbar stolz auf die Mannschaft. Wie wir uns in der zweiten Halbzeit zurückgekämpft haben, wie wir uns präsentiert haben, das war eine echte Darmstadt-98-Leistung.

Ihr habt schnell 2:0 geführt, hattet das Momentum auf eurer Seite. Wieso habt ihr das Spiel dann aus der Hand gegeben?

Man darf nicht vergessen, dass da zwei unglaublich offensive Mannschaften auf dem Platz waren. Es gibt Momente, die hätten wir vielleicht besser verteidigen können. Aber wichtig ist, dass wir dran geblieben sind – vor allem nach der Roten Karte. Wenn du 2:0 vorne liegst, kannst du dich ärgern. Aber wenn du mit zehn Mann ein Tor schießt und viele Torchancen hast, kannst du zufrieden sein. Es ist ein Punktgewinn und ein Sieg für die Moral.

Aber ein 3:3 ist doch zu wenig, um vorne dranzubleiben?

Mathematisch nicht. Aber wir müssen auch akzeptieren, dass es nicht mehr in unserer Hand liegt. Wenn man die Ambition hat, oben bis zum Ende dabei zu sein, darf man nicht die Spiele verlieren, die wir verloren haben. Da müssen wir ehrlich sein. Trotzdem haben wir heute Abend die Herausforderung angenommen. Wir wollten unbedingt gewinnen bis zum Ende. Leider haben wir uns nicht belohnt. Aber was wir heute sehen wollten, war eine Mannschaft, die um alles kämpft, die Leidenschaft und Wille zeigt, das Spiel zu gewinnen. Das haben wir von der ersten Minute bis zum Ende gezeigt. Darum bin ich stolz auf die Mannschaft und den Trainer.

Was hat Trainer Florian Kohfeldt in der Pause gesagt, nachdem die Mannschaft erst Rot und dann den Rückstand kassiert hatte?

Der war sensationell in der Halbzeitpause. Er hat die notwendige Ruhe reingebracht. Er hat den Glauben aufgebaut. Das zeichnet Flo aus. Er findet die richtige Wortwahl und den Ton. Die Halbzeitpause war eine Flo-Kohfeldt-Masterclass.

Wenn die Mannschaft in den vergangenen Wochen so engagiert, mit so viel Biss zur Sache gegangen wäre, dann wäre die ganze Situation anders …

Wie sagt man auf Deutsch: Hätte, hätte Fahrradkette. Aber es stimmt schon. Wir dürfen nicht die Spiele in Dresden, Bielefeld oder Fürth verlieren. Das tut uns weh. Auch in diesem Moment. Aber darauf haben wir keinen Einfluss mehr. Wir können nur beeinflussen, was kommt. Das haben die Jungs heute Abend sehr gut umgesetzt. Marco, Vuko, Hiro, Kai oder Fraser, der alle mitgenommen hat – ich könnte die ganze Mannschaft durchgehen: Wir können stolz sein.

Fraser Hornby wurde verletzt ausgewechselt. Was ist passiert?

Es sah aus wie eine Muskelverletzung, mehr weiß ich momentan nicht. Ich hoffe, dass es nicht so schlimm ist. Aber dadurch kam Fynn rein und hat auch nochmal draufgelegt mit seiner Körperlichkeit und seiner kämpferischen Art. Fabi Holland genauso. Wie gesagt, ich könnte durch die ganze Elf gehen heute.

Mit welcher Zielsetzung geht ihr jetzt noch in die letzten Saisonspiele?

Genauso wie es war, also so viele Punkte wie möglich zu holen. Natürlich ist die Tabellenposition für das TV-Geld nicht unwichtig für uns. Der Anspruch ist, in jedes Spiel zu gehen, um zu gewinnen.

Florian Kohfeldt hat sich vergangene Woche zu seiner Zukunft geäußert. Kannst du noch etwas dazu sagen?

Wir haben viele Gespräche mit Flo wegen der Zukunft. Ich sehe keinen Grund, warum Flo nächstes Jahr nicht unser Trainer bleibt. Wir sprechen viel über die gemeinsamen Ideen, was wir haben, was wir umsetzen wollen und ich freue mich darauf. Wir haben noch drei Spieltage zu spielen. Aber gleichzeitig blicken wir mit Freude auf die Vorbereitung für die neue Saison zusammen.

Vor ein paar Wochen hat Florian Kohfeldt gesagt, ihr plant für beide Ligen. Ist deine Arbeit jetzt leichter geworden, weil du nur noch für eine Liga planen musst?

Es ist ein Privileg, auf beide Seiten zu gucken. Leider hat sich das Gewicht in den letzten Wochen in Richtung 2. Bundesliga verschoben. Das macht es leichter in dem Sinne, dass du weißt, wo du guckst. Aber noch ist es nicht vorbei. Wir brauchen ein Wunder, aber ein kleines Tor für die Bundesliga ist noch offen. Das will ich nicht abschreiben.

Erleben wir denn Paul Fernie sicher als Sportdirektor in Darmstadt?

Ja, ich bin sehr glücklich hier. Ich fühle mich pudelwohl, nicht nur in Deutschland, sondern auch hier in Darmstadt. Die zwei Jahre sind von meiner Seite aus schnell vergangen. Ich habe es sehr genossen – mit allen Höhen und Tiefen, die wir erlebt haben. Ich stehe noch unter Vertrag und plane genauso weiter für die Zukunft. Es ist ein Stück Heimat geworden für mich, obwohl ich noch nicht in der Stadt wohne. Ich freue mich jeden Tag auf die Geschäftsstelle. Ich freue mich auf alles, was auf uns zukommt in Zukunft.

Das Gespräch mit Paul Fernie wurde in der Mixed Zone aufgezeichnet.

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Bildquellen

  • sgf-SVD2025-26-blog-0051: Arthur Schönbein
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