Acht Spieler fehlten bereits bei Anpfiff der Partie des SV Darmstadt 98 in Münster – und nach nicht einmal zehn Minuten musste auch noch Innenverteidiger Patric Pfeiffer offensichtlich mit einer Muskelverletzung im Oberschenkel als neunter Ausfall vom Platz.
Am Ende saßen neben Ersatzkeeper Brunst nur noch Nachwuchsmann Max Pfister (bislang kein Zweitliga-Einsatz) und Angreifer Serhat-Semih Güler (bislang vier Kurzeinsätze) auf der Bank. Und auf dem Feld reichte es dann auch nicht mehr, den Tabellenletzten trotz über einer guten Stunde in Überzahl niederzuringen.
Trainer Florian Kohfeldt lobte noch vergangene Woche „die großen Schritte nach vorne“ im Bereich Medizin und Performance, räumte jedoch auch ein, dass die nackten Fakten eine andere Sprache sprechen. Zieht man von den neun Ausfällen Aleksandar Vukotic ab, der gegen Münster seine Gelb-Sperre absaß, so fällt die hohe Zahl von Muskelverletzungen auf: Neben Pfeiffer sind das noch Fabian Holland sowie Fraser Hornby und Fabian Nürnberger.
Auch wenn jeder Fall etwas anders gelagert ist, stellt sich da die Frage, ob die Belastungssteuerung wirklich gegriffen hat. Kohfeldt sagte mit Blick auf die mögliche Ursachen: „Nur Zufall wäre mir zu einfach.“ Neben den vier Muskelverletzten fielen Merveille Papela (Knie), Sergio Lopez (Rücken), Luca Marseiler (Kreuzband) und Matthias Bader (Schulter) aus.
Fitness und Spielerverfügbarkeit als Herausforderung
Kohfeldt will die vielen Verletzten zwar nicht als Ausrede verwenden, wie er immer wieder sagt. Doch sie sind eine wesentlicher Grund dafür, warum die Lilien im letzten Viertel der Saison eingebrochen sind. Denn selbst wenn Spieler wie Hornby, Nürnberger oder auch Killian Corredor spielten, waren sie nicht immer zu 100 Prozent fit.
Kohfeldt sieht die Ursachenforschung für die vielen Verletzungen als eine der wichtigsten Aufgaben für die Saisonanalyse. Denn ungeachtet der Tatsache, welche Leistungsträger der SV Darmstadt 98 halten und welche Neuzugänge er holen wird – wenn sich an der Spielerverfügbarkeit nichts massiv ändert, muss man sich für die kommende Saison Sorgen machen. Denn mit neun Ausfällen wird man auch dann keinen Blumentopf gewinnen.
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Bildquellen
- scp-SVD2025-26-blog-0012: Arthur Schönbein

