Neun Spiele ohne Sieg – die Bilanz des SV Darmstadt 98 im letzten Viertel der Saison ist erschütternd. Dass sich dieser Negativtrend über die Sommerpause bis in die nächste Saison ziehen wird, glaubt Trainer Florian Kohfeldt allerdings nicht. „Das wirkt nicht nach“, sagte er im Anschluss an die Pressekonferenz nach den 0:2 gegen Paderborn. „Es wird uns null Komma null in irgendeiner Form für die neue Saison beeinflussen.“
Für ihn sei das 1:2 in Bielefeld das einzige Spiel in diesem Jahr gewesen, in dem die Mannschaft überhaupt nicht auf dem Platz gewesen sei. „Da sind wir in Darmstadt geblieben“, sagte er. Den Saisonabschluss mit der Heimniederlage gegen Paderborn dann als sinnbildlich für die gesamte Saison zu bezeichnen, sei ihm allerdings zu platt. Insgesamt habe er eine gute Leistung seines Teams gesehen, das bis auf die beiden Tore und den Elfmeter quasi nichts zugelassen habe. Umgekehrt fielen ihm spontan zehn gute Gelegenheiten des SV Darmstadt 98 ein.
„Wenn du das am siebten oder achten Spieltag so ein Spiel hast, dann sagst du: Auf der Leistung können wir mehr als aufbauen. Jetzt müssen wir anfangen, Tore zu schießen“, sagte Kohfeldt. „Am Ende der Saison ist es natürlich irgendwie blöd und schade. Wir hätten super gerne gewonnen, aber die Charakterstärke dieser Mannschaft macht mir viel Mut – auch für das, was jetzt kommt.“
Schönrednerei? Kohfeldt widerspricht entschieden
An seiner Bewertung der Saison mit der Note zwei (->) hielt er fest. Auf die Aussage eines Journalisten, er stelle die Dinge bisweilen schöner dar, als sie tatsächlich seien, reagierte Kohfeldt etwas pikiert, wenn auch mit einem Augenzwinkern. „Das finde ich jetzt eine Frechheit“, sagte er. „Die nicht guten Dinge formuliere ich genauso. Aber das wollen Sie nicht hören.“
Natürlich denke man darüber nach, was in der Saison möglich gewesen wäre und wo man den Anschluss nach oben verloren habe. Für ihn seien die vielen Verletzten nahezu die komplette Erklärung dafür. „Wenn du nicht mit einer Mannschaft trainieren kannst, wenn du jede Woche positionsfremd aufstellen musst, dann ist es ein Riesenfaktor.“ Grundsätzlich blicke er sehr positiv auf die abgelaufene Saison. „Aber natürlich ist es so, dass die letzten Wochen auch für mich nicht die höchste Lebensqualität waren. Dafür gewinne ich zu gerne.“
Ausblick: Konstanz hochhalten, neue Taktik, Spieler entwickeln
In der kommenden Saison müsse man die Konstanz hochhalten, sagte er mit Blick auf die jüngsten Resultate. Ob das Team dann jedes Spiel hochpressen werde wie in der Rückrunde, sei fraglich. „Ich glaube, dass wir auch uns Phasen gönnen müssen, wo wir tiefer stehen, wo wir dem Gegner erlauben, dass er mal Fehler macht und wir ihn nicht ständig dazu zwingen müssen.“
Dass der Kader bereits zum Trainingsauftakt Ende Juni weitgehend komplett sei wie im vergangenen Jahr, glaube er nicht. „Das wird dieses Jahr wohl nicht so möglich sein.“ Aber da er und Sportdirektor Paul Fernie sehr eng im Austausch seien, habe er überhaupt keine Sorgen.
Man habe es über zwei Jahre geschafft, Spieler auf ein Niveau zu entwickeln, auf dem sie nun das Interesse anderer Vereine erregten. Weder Isac Lidberg, noch Fraser Hornby oder Killian Corredor seien auf diesem Niveau gewesen, als er vor knapp zwei Jahren sein Amt angetreten habe. Jetzt könne man in den Kreislauf von lukrativen Transfers einsteigen. „Wir müssen dann halt die richtigen wiederholen, um sie wieder zu entwickeln. Und im Idealfall sind die schon ein Niveau höher als Isac oder Fraser, als sie hier hingekommen sind.“
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Bildquellen
- SVD-scp-2025-26-blog-0004b: Arthur Schönbein

