Als die Spieler des SV Darmstadt 98 am Donnerstag nach der Sommerpause zurück ans Böllenfalltor kamen, warenauch die zuletzt verliehenen Leon Klassen, Meldin Dreskovic und Paul Will dabei. Doch ob sie auch in der kommenden Saison bei den Lilien spielen, ist alles andere als sicher.
Bei Will, der als Leihspieler bei der SpVgg Greuther Fürth eine starke Rückrunde spielte, ist vor allem die Frage, ob er sich dem Konkurrenzkampf auf der Doppel-Sechs mit Kai Klefisch und Hiroki Akiyama stellen will.
Fürths Sportchef Daniel Meyer bestätigte mittlerweile, dass er schon vor einiger Zeit in Darmstadt offiziell das Interesse an Will hinterlegt habe. Zugleich nannte er in dem Gespräch mit den „Nürnberger Nachrichten“ aus seiner Sicht die Gründe dafür, warum Lilien-Sportchef Paul Fernie noch kürzlich gesagt hatte, es habe ihn niemand aus Fürth angerufen.
Meyer hatte demnach – aus welchen Gründen auch immer – nicht den Kontakt zu Fernie gesucht, sondern mit Tom Eilers gesprochen, dem Geschäftsführer Lizenzspielerbereich. „Wir hatten einen ersten Austausch zur Personalie“, wird Meyer zitiert. „Wir sind in dieser Personalie sicher handlungsfähig, sollte sich die konkrete Möglichkeit für einen festen Wechsel ergeben.“
Ein Gespräch mit dem Spieler bei den Lilien soll nun zeitnah für Klarheit sorgen. Sollte Will in Fürth bleiben wollen, müssten sich beide Vereine über eine Ablösesumme verständigen. Verschenken will man den Spieler in Darmstadt auf jeden Fall nicht. Seinen Marktwert schätzt das Portal transfermarkt.de derzeit auf etwa 600.000 Euro.
Schlechte Karten für Klassen und Dreskovic
Während die Lilien Will gerne halten würden, sind sie bei Klassen und Dreskovic deutlich offener für einen möglichen Wechsel. Linksverteidiger Klassen war in der Rückrunde an den Grazer AK ausgeliehen. Er bestritt dort 15 Spiele, erzielte einen Treffer und bereitete einen weiteren vor. Vor dem Hintergrund, dass die Lilien nach der Vertragsverlängerung mit Fabian Nürnberger und mit dem Winterneuzugang Raoul Petretta bereits zwei Linksverteidiger im Kader haben, sind die Chancen für einen Verbleib Klassens eher gering.
Ähnlich sieht des bei Meldin Dreskovic (28) aus. Der dreimalige montenegrinische Nationalspieler war Anfang 2025 zu den Lilien gekommen, war nie wirklich angekommen. Gerade zwei Kurzeinsätze bei den Profis in der Saison 2024/25 stehen für den Innenverteidiger zu Buche. Nach einem Jahr wurde er Anfang des Jahres an den ungarischen Erstligisten Nyíregyháza Spartacus verliehen. Dort bestritt er 14 Spiele, erzielte ein Tor und legte zwei weitere auf.
Bei den Lilien ist die Planstelle von Dreskovic mittlerweile von Grayson Dettoni (20) besetzt. Bei der Winterleihgabe von Bayern München II hat der Verein kürzlich die Kaufoption gezogen. Mit der Verpflichtung von Innenverteidiger Yannik Lührs am Donnerstag (->) sind die Chancen für Dreskovic in Darmstadt weiter gesunken.
El Idrissi zur Lilien-U21
Ein vierter Leihspieler ist derzeit nach Lilienblog-Informationen nicht bei den Profis eingeplant. Othmane El Idrissi (19) kam bei Viertligist Viktoria Aschaffenburg auf gerade neun von 29 möglichen Einsätzen. Dabei blieb der Offensivspieler ohne Torbeteiligung. Zu wenig, um sich für die Profis zu empfehlen. Er soll zunächst in der U21 der Lilien in der fünftklassigen Hessenliga eingesetzt werden.
Ein weiterer verliehener Lilien-Spieler hat dagegen schon Klarheit. Fabio Torsiello (21) bleibt ein weiteres Jahr bei Drittligist Alemannia Aachen, das zudem eine Kaufoption für den Offensivspieler hat. Die vergangene Saison hatte Torsiello wegen einer Knieverletzung zu großen Teilen verpasst.
(aktualisierte Version, mit Bericht „Nürnberger Nachrichten“ zu Will, Vorbereitungsauftakt, Lührs-Verpflichtung)

