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Yannik Lührs wirkt nicht wie ein Spieler, der viele Worte um sich selbst macht. Der 22-jährige Innenverteidiger spricht bei der Medienrunde am Mittwoch in Bad Wörishofen ruhig, sachlich und überlegt. Statt große Versprechen abzugeben, formuliert der Neuzugang des SV Darmstadt 98 lieber klare Ziele: spielen, sich weiterentwickeln und den nächsten Schritt gehen. Genau diese Bodenständigkeit passt zu einem Werdegang, der trotz seines jungen Alters bereits einige Stationen umfasst.
Geboren wurde Lührs in Hannover, wo er ab der U17 auch bei Hannover 96 ausgebildet wurde. Weiter führte ihn sein Weg zum Nachwuchs von Borussia Dortmund. Dort entwickelte sich der Innenverteidiger in der U23 weiter, sammelte sogar erste Einsätze in der Bundesliga.
Gerade vom Austausch mit Nationalspieler Nico Schlotterbeck profitierte Lührs, wie er erzählt. Er habe sich einiges für seine Stammposition in der Innenverteidigung abschauen können. Bis heute hat er Schlotterbecks Nummer auf seinem Handy – sein berühmtester Kontakt, wie er einmal in einem früheren Interview verraten hatte.
Als der erhoffte Wechsel in die 2. Bundesliga damals nicht zustande kam und Dortmunds U23 abstieg, entschied sich Lührs bewusst für einen anderen Weg: Statt Regionalliga wollte er in der 3. Liga bleiben und schloss sich der zweiten Mannschaft der TSG Hoffenheim an. Ein Rückschritt sei das nie gewesen, sondern eine Entscheidung für seine sportliche Entwicklung.
Mehr als ein Innenverteidiger
Nun soll diese Entwicklung in Darmstadt weitergehen. Ausschlaggebend für den Wechsel war für ihn das Gesamtpaket. Die sportliche Perspektive überzeugte ihn ebenso wie das familiäre Umfeld, für das der Verein seit Jahren bekannt sei. Schon nach wenigen Tagen bestätigt sich für ihn dieser Eindruck: Mannschaft, Trainerteam und Staff hätten ihm das Ankommen leicht gemacht. Gerade in einem Sommer mit vielen Neuzugängen sei das aktuelle Trainingslager wichtig, um als Mannschaft schnell zusammenzuwachsen.
Auf dem Platz bringt Lührs genau die Flexibilität mit, die Trainer Florian Kohfeldt schätzt. Seine Stammposition ist die Innenverteidigung, doch der 21-Jährige kann auf beiden Seiten spielen und notfalls auch als Rechtsverteidiger aushelfen. Im Testspiel stellte er das bereits unter Beweis. Für ihn ist die Sache ohnehin einfach: Entscheidend sei, auf dem Platz zu stehen – unabhängig von der Position.
Riedels Entwicklung als Vorbild
Die Konkurrenz in Darmstadts Defensive schreckt ihn nicht ab. Im Gegenteil. Konkurrenz belebe das Geschäft, sagt Lührs, weil sie jeden Spieler an seine Leistungsgrenze bringe. Dass einige Konkurrenten deutlich mehr Zweitliga-Erfahrung besitzen, nimmt er als Ansporn. Sein Ziel ist es, möglichst schnell auf dieses Niveau zu kommen und sich einen Stammplatz zu erarbeiten.
Besonders freut ihn ein Vergleich von Kohfeldt. Der Trainer sieht in seinem Profil Parallelen zu Clemens Riedel. Lührs kennt den ehemaligen Lilien-Kapitän noch aus gemeinsamen U-Nationalmannschaften und verfolgt dessen Karriere mit großem Respekt. Riedels Weg bis zum Wechsel zu Espanyol Barcelona bezeichnet er als vorbildlich.
Ein anderer Hannoveraner als Zimmerpartner
Auch abseits des Platzes scheint der Neuzugang bereits angekommen zu sein. Zimmerpartner im Trainingslager ist Stürmer Fynn Lakenmacher, der wie Lührs aus Hannover stammt und mit dem es Überschneidungen im Bekanntenkreis gibt. Die beiden verstehen sich auf Anhieb gut – und auch nachts gibt es keine Probleme: „Zum Glück schnarcht keiner“, sagt Lührs mit einem Lächeln.
Lührs kommt nicht als fertiger Führungsspieler nach Darmstadt, sondern als entwicklungsfähiger Verteidiger mit großem Potenzial. Seine Vielseitigkeit, seine nüchterne Art und sein Ehrgeiz könnten genau die Mischung sein, die den Lilien in den kommenden Jahren noch viel Freude bereitet.
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Bildquellen
- SGA-SVD2026-27-blog-0002: Arthur Schönbein
