Sein Selbstverständnis, die hohe Rückennummer oder die Cuts in den Augenbrauen – die wichtigsten Fakten zu Neuzugang Lance Duijvestijn (27). Auf dem Niederländer, der auf der Position des nach Wolfsburg abgewanderten Fraser Hornby spielt, liegen einige Erwartungen, wie gerade auch eine Lilienblog-Umfrage (->) zeigte. Auch über die Vergleiche zu Hornby äußerte sich Duijvestijn.
Spielertyp
Ich halte mich für kreativ, als Nummer 10 gehe ich manchmal Risiken für die Mannschaft ein. Ich spiele gerne Fußball, spiele schnell, nach vorne und sehr direkt aufs Tor. Und natürlich schieße ich gerne Tore. Ich sehe mich als eine Nummer 10, die auch Energie ins Spiel bringt und sehr dynamisch spielt.
Die Gründe für Darmstadt
Ich glaube, für mich war das der perfekte Schritt. Ich hatte schon immer den Ehrgeiz, außerhalb der Niederlande zu spielen, in einem Land, in dem Fußball ebenfalls mit großer Leidenschaft gelebt wird. Deutschland gehört meiner Meinung nach zu den Ländern, in denen das am stärksten ausgeprägt ist. Außerdem war wichtig, wie Trainer und Sportgeschäftsführer Fußball spielen wollen und wie sie mich als Fußballspieler beschrieben haben. Manchmal hatte ich bei anderen Vereinen und Trainern das Gefühl, dass sie mich als Spieler nicht wirklich wahrnehmen. Hinzu kamen die Geschichten, die sie über den Verein erzählten, wie hier gearbeitet wird, der Ehrgeiz – das hat mir ein gutes Gefühl gegeben. Schon nach dem ersten Gespräch war ich überzeugt, dass ich nach Darmstadt gehen muss.
Vergleiche mit Fraser Hornby
Natürlich kenne ich ihn. Ich weiß, dass er in der vergangenen Saison ein wirklich wichtiger Spieler für den Verein war. Und ich habe auch einige Vergleiche gehört. Aber ehrlich gesagt habe ich ihn noch nicht wirklich spielen sehen. Deswegen weiß ich nicht, wie er gespielt hat. Wenn er wichtig war und man mich deswegen mit ihm vergleicht, dann ist das okay. Aber ich denke, ich habe meinen eigenen Spielstil. Es gibt ja mehr kreative Nummern 10 auf dieser Welt.
Der Grund für die Rückennummer 41
Als ich kam, waren einige der niedrigen Nummern, mit denen ich normalerweise spiele, schon vergeben. Letzte Saison habe ich mit der 70 gespielt, dem Geburtsjahr meiner Mutter. Aber das ist hier in Deutschland nicht erlaubt. Deswegen wollte ich meinem Großvater Tribut zollen. Er wurde 1941 geboren und war in meiner Jugend immer dabei – bei jedem Spiel, bei jedem Turnier auch außerhalb der Niederlande. Leider hat er mich nie als Profifußballer spielen sehen. Deshalb erinnert die Nummer an ihn.
Drei Neue aus den Niederlanden
In den Nachwuchsakademien in Holland dreht sich vieles um die Technik. Ich denke, man sieht das bei mir, Ibi (Ibrahim El Kadiri) und bei Nicholas (Verkooijen). Aber natürlich verlangt Fußball mehr. Energie, Fitness, Laufen – das ist hier stärker ausgeprägt als in Holland. Daran müssen wir uns anpassen. Aber ich finde, wir machen das gut. Abseits des Spielfelds versuchen wir, füreinander da zu sein und uns gegenseitig zu helfen. Es ist für uns alle neu, in anderen Ländern zu spielen. Aber auch mit dem Rest der Mannschaft läuft es gut. Es ist nicht so, dass nur wir drei zusammen sind, weil wir aus den Niederlanden kommen. Wir sind mit der ganzen Mannschaft zusammen.
Trainingslager in Deutschland
Um ehrlich zu sein: In Deutschland ist es härter als in Holland. Deshalb ist es für mich wirklich gut, ein solches Trainingslager zu haben. Das macht mich stärker und fitter für die kommende Saison. Das letzte Jahr in den Niederlanden war für mich eher eine Komfortzone. Ich wusste, was passieren würde. Ich wusste, wie wir trainieren würden, ich wusste, was wir zu tun hatten. Und jetzt ist vieles neu. Ich muss mehr von mir selbst und meinem Körper verlangen. Das ist gut für mich.
Zweitliga-Spieler des Jahres in den Niederlanden 2024/25
Natürlich würde ich so etwas sehr gerne wiederholen. Das bedeutet, dass man ein wichtiger Spieler im Team ist, und wenn man der beste Spieler der Liga ist, bedeutet das, dass man etwas persönlich erreicht hat. Aber für mich war es auch wichtig, dass wir in dieser Saison in die erste Liga aufgestiegen bin. Das ist wichtiger als meine persönliche Leistung.
Seine Cuts in den Augenbrauen
Die haben keine besondere Bedeutung. Es gefällt mir einfach, um ehrlich zu sein. Das zeigt, dass ich mich ein wenig von anderen Spielern und anderen Menschen unterscheide. Ich hoffe, dass es den Leuten in Darmstadt auch gefällt. Im Stadion habe ich jedenfalls schon ein paar andere Leute mit Cuts in den Augenbrauen gesehen.
Playstation
Eigentlich nutze ich die freie Zeit vor allem, um mich zu entspannen. Aber ich habe auch mit Kai (Klefisch) und Furu (Yosuke Furukawa) ein paar Spiele an der Playstation gemacht (->). (Auf Nachfrage). Ja, ich habe gewonnen. Das soll jetzt aber nicht arrogant klingen. Ich habe Frankreich gewählt, weil ich gerne mit Dembélé spielen wollte. Das war wohl eine gute Wahl. Solche Spiele sind schön, weil sie entspannen, wenn man sonst hart arbeiten muss. Ein bisschen zumindest.
Wohnung und Freundin
Die ersten paar Wochen habe ich noch im Hotel gewohnt. Aber nach dem Trainingslager ziehe ich in meine Wohnung in Darmstadt, damit ich mich noch besser einleben kann. Meine Freundin ist in Holland. Sie hat dort einen neuen Job. Deshalb ist es etwas schwierig für sie herzukommen. Aber wir werden eine Lösung finden. Hoffentlich kann sie manchmal im Homeoffice arbeiten, damit sie mich besuchen kann. Sie war jetzt schon bei einigen Testspielen. Sie ist ein große Unterstützunerin. Am Samstag wird sie nicht hier sein, aber sie hat schon geschrieben, dass sie ein Video vom Spiel will.
Deutsch
Es fällt mir noch wirklich schwer, Deutsch zu sprechen. Die Besprechungen und alles andere finden auf Deutsch statt, da verstehe ich das meiste. Und wenn ich Fragen habe, gehe ich zum Trainer, und der erklärt es mir auf Englisch. Aber ich möchte Deutsch lernen, damit es mir leichter fällt.
(Aufgezeichnet in der Medienrunde mit Lance Duijvestijn am Donnerstag in Bad Wörishofen)
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