Der SV Darmstadt 98 hat seine Mannschaft ziemlich durchgemischt. Trotzdem kann man auch auf Bewährtes aufbauen. Das sind die Stärken und Schwächen vor Beginn der Saison.
Stärke 1: Die zentrale Achse
Mit Torhüter Marcel Schuhen, der Innenverteidigung mit Patric Pfeiffer und Aleksandar Vukotic sowie mit der Doppel-Sechs mit Kai Klefisch und Hiroki Akiyama besitzt der SV Darmstadt 98 weiterhin eine eingespielte Defensiv-Achse. Vom sportlichen Niveau befindet man sich da auf jeden Fall im gehobenen Zweitligabereich.
Stärke 2: Die zweite Offensivreihe
Vergangene Saison ging man mit fünf Mittelstürmern in die Saison. Diese Saison hat man den Fokus auf die zweite Reihe hinter einem Stoß- und Wandstürmer gelegt. Mit Noah Weißhaupt, Ibrahim El Kadiri, Lars Kehl, Nicolas Verkooijen und Lance Duijvestin als Nachfolger für Fraser Hornby hat man deutlich mehr schnelle wie spielstarke Optionen fürs offensive Mittelfeld inklusive der Flügel als in der Vorsaison. Hinzu kommen Yosuke Furukawa und hoffentlich ab der Rückrunde auch wieder Luca Marseiler.
Schwäche 1: Abwehr
In den Testspielen war die Abwehr nicht immer sattelfest. Gegen Portsmouth musste Keeper Marcel Schuhen mehrfach die Null retten. Gegen den relativ schwachen Drittliga-Aufsteiger SG Sonnenhof Großaspach kassierte man zwei Gegentore, über die sich Trainer Florian Kohfeldt explizit ärgerte. Bei Innenverteidiger Aleksandar Vukotic wurden in mehreren Spielen auch gegen unterklassige Vereine Geschwindigkeitsdefizite sichtbar.
Schwäche 2: Flügel
Eng mit der Abwehrschwäche zusammen hängt auch die komplette Neubesetzung der Flügel. Auf Rechts ersetzte Christopher Lannert Sergio Lopez, offensiv übernahm meist Noah Weißhaupt die Rolle von Marco Richter. Auf der linken Seite wurde nach dem Ausfall von Raoul Petretta der vereinslose Florian Kleinhansl (zuletzt Kaiserslautern) geholt. Vor ihm spielte in der Vorbereitung Ibrahim El Kadiri. Gerade auf links zeigten sich gegen Portsmouth deutliche Probleme, beide Spieler erlaubten sich einige leichte Ballverluste, was dann vor allem Kleinhansl in Schwierigkeiten brachte. Zudem ist die Abstimmung noch deutlich ausbaubar.
Schwäche 3: Viele Verletzte
Luca Marseiler wird nach seinem Kreuzbandriss voraussichtlich frühestens zum Jahreswechsel wieder voll eingreifen können. Gleiches gilt für Merveille Papela nach seiner Knieoperation. Fabian Nürnberger wird im September zurückerwartet. Bei Raoul Petretta ist unklar, ob die konventionelle Behandlung tatsächlich eine Besserung seiner Kniebeschwerden gebracht hat oder ob er doch operiert werden muss. Matthias Bader verpasste verletzungsbedingt einen großen Teil der Vorbereitung. Wann man beziehungsweise ob man überhaupt wieder voll mit ihm rechnen kann, ist unklar, wie auch Sportgeschäftsführer Paul Fernie kurz vor Saisonbeginn signalisierte (->).
Das große Fragezeichen: Die Offensive
Können die Lilien die Lücke in der Offensive nach den hochkarätigen Abgängen schließen? Den größten Teil der Vorbereitung absolvierten sie lediglich mit Fynn Lakenmacher als einzigem Mittelstürmer mit Profi-Vertrag. Hojae Lee wird wahrscheinlich noch etwas Zeit brauchen, um im deutschen Fußball anzukommen. Der noch gesuchte Angreifer für die vorderste Front wird noch weniger Zeit haben, sich an seine neuen Mitspieler zu gewöhnen. Inwieweit die neue Offensive auch nur annähernd in die Sphären ihrer Vorgänger vordringt, ist wahrscheinlich die entscheidende Frage, die über das Gelingen der anstehenden Spielzeit entscheidet.
Fazit und Prognose
Der SV Darmstadt 98 ist vor Saisonbeginn eine Wundertüte. Vieles hängt davon ab, wie schnell es Kohfeldt gelingt, aus den vielen Neuen eine schlagkräftige Einheit zu formen. Dass die Lilien wie vergangene Saison ganz oben mitspielen, ist unwahrscheinlich. Realistisch erscheint ein Platz in der oberen Tabellenhälfte zwischen Rang sechs und neun. Und wenn es richtig schlecht läuft, könnte es auch eine unbequeme Saison werden.
Die Umfrage läuft bis Freitag, 7. August, um 23:59:59 Uhr.
Redaktioneller Hinweis: Der Lilienblog-Saisontest umfasst vier Teile
- Teil 1 mit der Analyse der Vorbereitung (->).
- Teil 2 mit der Analyse der Ab- und Zugänge (->).
- Teil 3 mit der Analyse von Trainer und Umfeld (->).
- Teil 4 mit der Analyse von Stärken und Schwächen.
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