Große Erleichterung, ein Lob für Fans und Trainer, aber auch das Bewusstsein, dass es kein gutes Spiel war – Keeper und Kapitän Marcel Schuhen im Gespräch nach dem Heimsieg über Arminia Bielefeld.
Schuh, jetzt musst du nach der Medienrunde am Mittwoch schon wieder mit den Journalisten sprechen…
Das wundert mich. Die Interviews nach Siegen machen ja normalerweise immer andere, oder? Da sind die Fragen immer einfacher zu beantworten (lacht).
Nimm uns doch mal mit auf die emotionale Reise am Ende mit dem späten Sieg und dem Feiern mit dem Publikum…
Das hat sich angefühlt wie eine Ewigkeit. Nicht nur für mich als Spieler, glaube ich, sondern für alle Beteiligten da draußen. Dementsprechend ist eine riesige Last von uns gefallen. Und um es vorweg zu sagen: Es war natürlich kein gutes Spiel von uns. Aber egal. Wir wollten heute gewinnen, wir haben gewonnen. Es gab keine rote Karte, es gab keinen verschossenen Elfmeter. Es war gefühlt mal ein normales Fußballspiel.
Welche Rolle haben die Fans heute gespielt?
Eine große, eine gute. Ich habe auch nach dem Ausgleich wenig Negativität gespürt im Stadion. Ein großes Kompliment an alle Leute da draußen. Jeder weiß, dass die Situation schwierig war und immer noch ist. Ein wirklich großes Kompliment. Wir wissen das sehr zu schätzen und haben die Leute dann mit einem Heimsieg auch mal wieder ins verdiente Wochenende geschickt.
Die positive Reaktion nach dem Ausgleich war ja auch nicht unbedingt zu erwarten?
Ja, aber das gehört halt dazu. Wir waren auf alles vorbereitet, weil wir die letzten Wochen irgendwie alles an Negativem mitgemacht haben, was man so mitnehmen kann, wo man manchmal die Hände über den Kopf zusammengeschlagen hat und es nicht glauben konnte. Und heute soll es einfach nicht so sein.
Einige Fans waren am Donnerstag beim Abschlusstraining. Was ist da passiert?
Sie haben uns mit Positivität unterstützt, uns aber logischerweise auch die Wichtigkeit dieses Spiels deutlich gemacht, auch wenn wir das gar nicht gebraucht hätten, weil uns das auch bewusst war. Man merkt einfach: Den Menschen liegt etwas an der Lilie. Und das ist etwas Besonderes. Deswegen war es ein guter Moment für alle Beteiligten.
Warum war das denn heute kein gutes Spiel?
Für mich ist es eine ganz klare Kopfthematik. Wir gehen erstmals in dieser Saison in Führung, da ist man dann erst mal auf ein bisschen Sicherheit gewappnet. Dann haben wir bisweilen nicht die spielerischen Lösungen gefunden – auch weil sich unsere Sechs Hiro (Akiyama) gestern im Abschlusstraining noch verletzt hat. Aber was den Einsatz angeht, was den Wille angeht, all diese Thematiken, die die Leute von uns gefordert haben, die waren heute da.
Wie hast du Florian Kohfeldt nach dem Spiel erlebt?
Dem hat man auch sehr angesehen, wie viele Rucksäcke von ihm gefallen sind. Er hat uns die Woche über vorbereitet wie sonst auch immer. Wirklich hervorragend. Auch wenn es teilweise nicht zu sehen war, weil wir es einfach nicht gespielt haben. Ich glaube aber, eine Mannschaft kann ein Spiel am Ende nicht so für sich ziehen, wenn es da irgendwelche Thematiken mit dem Trainer gibt. Die sind überhaupt nicht vorhanden. Wir haben einen Top-Trainer und sind sehr, sehr froh, dass Flo hier ist.
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- SVD-dsc-2026-27-blog-0001: Arthur Schönbein

