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Nürnberger: Da hat Schuh mir ordentlich was eingebrockt

Fabian Nürnberger, SV Darmstadt 98

Fabian Nürnberger, SV Darmstadt 98

Kunz_Mahnke

Fabian Nürnberger spricht in höchsten Tönen von Marcel Schuhen – mit einer Ausnahme, die der 27 Jahre alte Vizekapitän des SV Darmstadt 98 im zweiten Teil des Lilienblog-Interviews verrät.

Du hast gesagt, dass dich Schuh am Anfang „an die Hand genommen“ hat. Wie kann man sich das vorstellen?

Ich verstehe mich sehr gut mit ihm und so hatte ich automatisch mehr mit ihm zu tun. Was er einer Mannschaft geben kann – abgesehen von seinen super Leistungen im Tor – auch neben dem Platz, ist wirklich etwas, was ich davor so nicht kannte. Es hat mir sehr gefallen, wie er Einzelspielern und der Mannschaft helfen kann. Da habe ich für mich erkannt, dass ich auch sein möchte.

Du warst vergangene Saison im Mannschaftsrat, jetzt bist du sogar Vizekapitän. Was bedeutet das für dich? 

Es ist etwas Besonderes, gerade in dieser Phase, in der ich bin, zum Vizekapitän gemacht zu werden. Ich bin verletzt und kann der Mannschaft im Moment leider nur neben dem Platz helfen. Sobald das Training oder das Spiel losgeht, habe ich keinen Einfluss mehr. Auch das zeigt dieses Vertrauen hier, das ich ja schon angesprochen habe.

Wie schwer ist es für dich, gerade in der aktuellen Phase nicht auf dem Platz zu stehen?

Je näher man in so einer schwierigen Phase an der Mannschaft ist, desto härter ist es, das alles zu sehen und zu wissen, dass man nicht helfen kann, wenn das Spiel losgeht. Wenn ich das dann wieder machen kann, werde ich garantiert mit 100 Prozent und voller Energie da sein. Ich kann es kaum erwarten, die ersten Minuten wieder mit der Mannschaft zu spielen.

Wie sieht aktuell dein Zeitplan aus? Florian Kohfeldt hatte mal gesagt, dass du nach der Länderspielpause wieder ins Mannschaftstraining einsteigen sollst. Bleibt es dabei?

Ich bin zwar nicht in den USA dabei, aber bei dem Plan bleibt es erstmal. Die Hoffnung ist auf jeden Fall da. Aber wir müssen von Tag zu Tag gucken, mal ist ein Tag besser, mal schlechter. Ich hoffe, dass die nächsten Tage alle bessere Tage werden und ich nach der Länderspielpause einsteigen kann. Ob es direkt volles Mannschaftstraining ist oder vielleicht Teiltraining, werden wir dann sehen.

Es gibt viele neue Spieler im Team. Ist es für dich schwieriger, mit ihnen zu connecten, wenn du im Training nicht dabei bist?

Die meisten hat man durch die Vorbereitung, das Trainingslager und die gemeinsamen Aktivitäten mit der Mannschaft kennengelernt. Natürlich entsteht im Training nochmal eine engere Bindung. Aber ich kenne alle, die kennen mich, wir sind gut connected.

Gut connected auch mit den Neuen und mit der Reha-Gruppe – Fabian Nürnberger

Wie sieht dein Arbeitstag aktuell aus? Vermutlich irgendwo zwischen Kraftraum und Physio?

Das fasst es ganz gut zusammen (lacht). Wenn die anderen Jungs zweimal Training haben, habe ich auch zweimal Training. Ab und zu bin ich noch im Rehazentrum.

Hast du Kontakt mit den anderen beiden Langzeitverletzten, Luca Marseiler und Merveille Papela? 

Das sind die Jungs, die mit denen ich derzeit am meisten zu tun habe. Ist eine coole Gruppe. Es hilft, dass man nicht alleine ist, sondern sieht, dass auch andere auf dem Weg sind, sich zurückzukämpfen.

Letztes Jahr hast du im Trainingslager von einer Padel-Gruppe erzählt. Gibt es die noch? 

Leider nein. Sehr bedauerlich. Da waren unter anderem Luca und ich dabei und wir sind ja ohnehin derzeit raus. Fraser (Hornby) ist weg, Sergio (Lopez) ist weg. Bleibt von der Besetzung nur noch Vuko (Aleksandar Vukotic). Wenn wir alle wieder fit sind, werden wir vielleicht eine neue Gruppe bilden.

Du hast den Spitznamen „Rafa“, weil es mehrere Fabis im Team gab, als du nach Darmstadt kamst. Die anderen sind inzwischen weg. Hast du Hoffnung, irgendwann doch noch zum „Fabi“ zu werden?

Die Hoffnung habe ich leider aufgegeben. Da hat Schuh mir ordentlich was eingebrockt (lacht). Ich würde sagen, ich bin nicht ganz so zufrieden damit. Aber was soll ich machen? Ich kann es nicht mehr ändern. Damit muss ich leben.

Das Interview mit Fabian Nürnberger führten Nele Strangfeld und Stephan Köhnlein.

In Teil 1 (->) spricht Fabian Nürnberger über seine Verletzung und den langen weg zurück.

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Bildquellen

  • IMG_6276: Stephan Köhnlein
  • IMG_6266: Stephan Köhnlein
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