Keeper Marcel Schuhen spricht nach dem 3:1 gegen Cottbus über Laufmeter und Einwechselspieler. Zudem erklärt der Kapitän des SV Darmstadt 98, wieso er sich Nicolas Verkooijen zur Brust nahm und wieso ihm der Sieg trotzdem nicht wirklich Ruhe verschafft.
Marcel, nach dem Tor von Yannik Lührs zum 3:1 bist du über das ganze Feld gerannt, um mit dem Schützen zu jubeln. Musstest du noch ein paar Meter machen?
(lacht) Ja, unbedingt. Sonst hätte ich nach dem Spiel noch laufen müssen. Nein, im Ernst: Es hat mich gefreut für Yannik, der auf einer untypischen Position reinkommt, dann in der Box ist und ihn reinmacht. Ein Top-Moment. Das war sehr wichtig für uns. Sonst wären die letzten Minuten noch mal ein bisschen unangenehmer gewesen.
Was hatte er denn als Abwehrspieler beim Stand von 2:1 da vorne zu suchen?
Wenn der rechte Verteidiger niemanden in der Restverteidigung hat, darf er sich offensiv einschalten. Das hat er gemacht. Er macht ihn rein und hat damit sehr viele Argumente dafür, dass er in dem Moment alles richtig gemacht hat.
Was war ausschlaggebend dafür, dass ihr nach dem Rückstand wiedergekommen seid?
Ein schwieriges Spiel, ein wildes Spiel. Wir wussten, dass wir Räume bekommen, die wir die letzten Wochen nicht hatten, auch mal mit einfachen Mitteln, die wir auch gut gefunden haben, sowohl bei unserem Tor, als auch bei Situationen, wo wir auf der rechten Seite Durchbrüche hatten. Die hatten wir dann in der zweiten Halbzeit nicht mehr so sehr, weil Cottbus ein bisschen umgestellt hatte. Aber wir sind geduldig geblieben und haben nach einem sehr frühen Rückstand nicht den Kopf verloren. Das war der Schlüssel zum Erfolg.
Wie hast du das Gegentor erlebt?
Ein langer Ball, ein Fehler von Vuko und dann eine Eins-gegen-eins-Situation, der Stürmer schiebt den Ball gut an mir vorbei. Also ein maximal schlechter Start. Aber so ist halt Vuko, er macht danach ein Tor. Er hat sich wieder super ins Spiel gekämpft.
Mit Nicolas Verkooijen hast du in der ersten Halbzeit mal geschimpft…
Es war kein Schimpfen. Ich habe den Jungen daran erinnern, wie gut er ist. Weil ich finde, dass er ein unglaublich guter Spieler ist. Er hat sehr viel Potenzial, sehr viel Talent, ist aber manchmal zu ungeduldig und fällt dann ab und zu mal ins Negative. Das muss er nicht. Ich habe gesagt, solange ich sein Torhüter, sein Kapitän bin, brauche ich das nicht von ihm.
Welchen Einfluss hatten die Auswechslungen auf euer Spiel?
Sehr viel. Das war auch Thema in unserer Siegesrunde auf dem Spielfeld. Sowohl Lance (Duijvestijn), als auch Fynn (Lakenmacher), als auch Hiro (Akiyama), als auch Yannick sind sofort super ins Spiel reingekommen, waren an Toren beteiligt und haben sehr gut gegen den Ball gearbeitet. Gerade die Einwechslung von Lance finde ich sehr erfreulich, weil das sich der Junge aufgrund der letzten Wochen wirklich verdient hat.
Nicht wenige haben ja gesagt, dass es ohne Heimsieg so langsam richtig unangenehm werden könnte. Wie erleichtert bist du jetzt?
Die Situation hatten wir vor dem Bielefeld-Spiel auch. Und vor der Amerika-Reise ebenso. Warum machen die das jetzt? Warum arbeiten die nicht? Wir haben gearbeitet, das hat man gesehen! Wir können Gas geben, wir haben das Spiel heute gewonnen und das ist extrem wichtig! Und wir sind uns der Tabellensituation bewusst, aber gucken trotzdem vom Spiel zu Spiel.
Verschafft euch der Sieg jetzt eine gewisse Ruhe,
Nein, das sehe ich nicht so. Für mich ist das nächste Spiel schon wieder extrem wichtig. Wenn man das nicht zieht, dann ist es wieder ganz eng. Gerade in der jetzigen Situation geht es darum, Punkt für Punkt zu holen, dranzubleiben und dann nicht immer wieder bei jedem Heimspiel das Messer am Hals zu haben.
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Bildquellen
- SVD-elv-2026-27-blog-0016: Arthur Schönbein

