Attraktiver Fußball mit viel Ballbesitz und zahlreichen Torchancen – schön für das Publikum, aber für den SV Darmstadt 98 nicht unbedingt erfolgversprechend. Schon gar nicht in den vergangenen drei Spielen, als man mit 3:1 Toren einen Sieg und zwei Unentschieden holte. Von den letzten drei Spielen in Nürnberg gewann der SV Darmstadt 98 ebenfalls zwei knapp mit 1:0: vergangene Saison glücklich durch ein Tor von Killian Corredor in der Nachspielzeit und gut zwei Jahre zuvor ohne eigenen Schuss auf das gegnerische Tor durch ein Eigentor. Und auch bei der Partie am Samstag ist nicht mit einem Offensivfeuerwerk zu rechnen.
„Natürlich ist es so, dass wir nach Mitteln gesucht haben, weniger Gegentore zu bekommen“, sagte Trainer Florian Kohfeldt am Donnerstag mit Blick auf den bisherigen Saisonverlauf. „Und ich glaube nicht, dass wir diesen Weg, den wir die letzten Wochen eingeschlagen haben, jetzt in Nürnberg grundsätzlich verlassen werden.“
Ballbesitz entstehe aus der Art und Weise, wie man verteidige, nicht aus dem Ballbesitz an sich. Nach einem schwachen Saisonstart habe seine Mannschaft mit dem Bielefeld-Spiel begonnen – das indiskutable 0:4 in Karlsruhe einmal ausgeklammert –, ihre Ballbesitzphasen besser zu nutzen und mehr daraus zu kreieren. Diesen Weg wolle man weitergehen. Nürnberg sei „das nächste Vollbrett“ aus dem Fünferblock mit St. Pauli, Elversberg, Magdeburg, Nürnberg und Heidenheim. „Aber wir haben letzte Woche gezeigt, dass wir in der Lage sind, Ergebnisse zu holen.“
Pfeiffer fraglich
Wahrscheinlich muss Kohfeldt jedoch die Abwehr wieder umbauen, die sich mit dem Tandem Patric Pfeiffer und Yannik Lührs in den vergangenen drei Spielen deutlich stabilisiert hatte. Hinter dem Einsatz von Pfeiffer, der mit muskulären Beschwerden gegen Magdeburg ausgewechselt wurde, steht ein großes Fragezeichen. „Er ist kein sicherer Ausfall. Aber es ist auch nicht so, dass ich jetzt hier sitze und sage: Er spielt auf jeden Fall“, sagte der Coach.
Sollte Pfeiffer ausfallen, würde wohl Aleksandar Vukotic wieder ins Team rücken. Der hatte nach einer schwachen Saison zuletzt seinen Stammplatz an Lührs verloren. Gegen Magdeburg kam er für den verletzten Pfeiffer und hätte mit einem Stellungsfehler um ein Haar das 1:2 verursacht.
Papela wieder gesund
Positive Nachrichten gibt es aber auch: Merveille Papela, der nach einer Knieoperation fast ein halbes Jahr ausgefallen war, hat zuletzt wieder voll mit der Mannschaft trainiert und ist gesundgeschrieben. Dass es für den Mittelfeldspieler schon für einen Kaderplatz gegen Nürnberg reicht, hielt Kohfeldt jedoch für eher unwahrscheinlich.
Man werde ihm voraussichtlich noch die Zeit bis nach der Länderspielpause geben, damit er weiter in seinen Rhythmus komme. „Aber ich freue mich unglaublich, seine positive Energie auf dem Platz wiederzusehen“, sagte der Lilien-Coach. „Er wird sicherlich in den nächsten Wochen wieder ein wichtiger Faktor für uns werden.“
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Bildquellen
- FCN-SVD-2022-23-blog-0021: Arthur Schönbein

