Wohl kein anderer Spieler im aktuellen Kader hat sich um die Lilien so verdient gemacht wie Tobias Kempe. 2015 schoss er das Team am letzten Spieltag mit einem Freistoß in die Bundesliga, 2018 bewahrte er den Verein ebenfalls am letzten Spieltag mit seinem Tor vor dem Sturz in die Drittklassigkeit. In den vergangenen beiden Jahren war er der jeweils einer der besten Scorer der Mannschaft. Doch diese Saison ist er bislang nicht über ein vier Kurzeinsätze mit einer Gesamtspieldauer von 35 Minuten hinausgekommen.



Tobias Kempe passt nicht so richtig ins System

Trainer Dimitrios Grammozis wurde in den vergangenen Wochen wiederholt auf Kempe angesprochen und äußerte sich immer ähnlich. Man schätze Kempes Verdienste, habe ihm aber bereits vor der Saison gesagt, dass es diese Spielzeit schwieriger mit Einsatzzeiten für ihn werden könne. Wie jeder andere Spieler könne sich Kempe aber im Training anbieten. Seine Trainingsleistung sei tadellos. Der Spieler selbst schweigt. Interviews mit potenziell unzufriedenen Ersatzspielern sind nicht nur in Darmstadt eher unüblich.

Kempes Problem ist, dass er nicht so richtig in das System von Grammozis passt. Für die offensive Dreierreihe hat er Geschwindigkeitsdefizite im Vergleich zu Marvin Mehlem, Tim Skarke und Marcel Heller. Für das zentrale Mittelfeld mangelt es ihm im Vergleich zu Victor Pálsson oder Yannick Stark an Defensivstärke. Und mit der Verpflichtung des Südkoreaner Seung-ho Paik ist das Angebot auf dieser Position noch größer geworden.

Tobias Kempe fehlt trotzdem

Trotzdem fehlt Kempe den Lilien. Zehn Tore erzielte er vergangene Saison allein. Derzeit kommt die gesamte Mannschaft nur auf sechs Treffer. Und vor allem bei Standards wird er schmerzlich vermisst. Unvergessen etwa Kempes Freistoßtore vergangene Saison gegen Sandhausen oder den Hamburger SV. Bei Freistößen, aber auch Ecken ging diese Saison bislang kaum etwas bei den Lilien.

Kempe müsse sich wie jeder andere Spieler gedulden und auf seine Chance warten, erklärt Grammozis. Wann die komme, könne er aber nicht sagen. Im Testspiel gegen Sandhausen während der Länderspielpause erzielte Kempe beide Treffer zum 2:1. Gegen Nürnberg stand trotzdem Neuzugang Paik in der Startelf. Für Kempe reichte es wieder nur für einen Kurzeinsatz. Gegen Heidenheim saß er dann 90 Minuten auf der Bank.

Nun geht es am Samstag gegen Bochum. Für diesen Verein bestritt Vater Thomas 252 Pflichtspiele. Ob Sohn Tobias in der Partie auf seinen 129 Einsatz im Trikot der Lilien kommen wird, steht in den Sternen.



Bildquellen

  • SVD-SGD: Arthur Schönbein

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