Zwei Saisonspiele hat Marcel Schuhen bislang für die Lilien bestritten, beide in Hamburg mit einer Ausbeute von vier Punkten. Am ersten Spieltag holte das Team einen Zähler beim 1:1 gegen den Aufstiegsaspiranten Hamburger SV. Danach brach sich der 26 Jahre alte Torhüter, der zu Saisonbeginn vom SV Sandhausen gekommen war, im Training den Arm. Wochenlang musste er pausieren.

„Ein schönes, dreckiges 1:0“

Gegen St. Pauli kehrte er in die Mannschaft zurück und prompt gelang der erste Sieg nach sieben Spielen. „Ich war froh, zu spielen. Dass es wieder in Hamburg war, sind die Zufälle im Leben“, sagte Schuhen. „Ich glaube, uns ist allen ein Stein vom Herzen gefallen ist.“

Zwar habe die Mannschaft auch in den Wochen davor gut gespielt. Aber im Fußball gehe es auch um Ergebnisse. „Ein schönes, dreckiges 1:0 am Samstag bei einsetzendem Nieselregen – ich glaube, es gibt im Moment nichts Schöneres“, sagte er grinsend.

Tatsächlich hatten die Lilien ein wenig Glück, dass St. Pauli ziemlich ideenlos angriff. Einmal musste Schuhen trotzdem hinter sich greifen. Der Hamburger Waldemar Sobota hatte den Ball nach gut einer Stunde über die Linie bugsiert. „Ich dachte mir, es muss eigentlich Abseits sein“, sagte Schuhen, als er später die Situation schilderte. Das Schiedsrichtergespann sah es genauso und gab den Treffer nicht.

FC St. Pauli - SV Darmstadt 98

Der geht rein … zählt aber nicht – das Abseitstor von Waldemar Sobota gegen Marcel Schuhen

Insgesamt strahle Schuhen viel Sicherheit aus und dirigierte sein Team lautstark von hinten heraus. Trainer Dimitrios Grammozis bescheinigte seinem Keeper „eine Top-Leistung“. Dass Schuhen den Vorzug vor Florian Stritzel erhalten habe, sei eine „Bauchentscheidung“ gewesen.

Marcel Schuhen und Florian Stritzel: „Ein hervorragendes Verhältnis“

Dass Vertreter Stritzel einen guten Job gemacht habe, betonte neben dem Coach auch Konkurrent Schuhen: „Es sind manchmal Nuancen, wer spielt und wer nicht“, sagte er. „Wir zwei Torhüter haben ein hervorragendes Verhältnis“, betonte er. „Aber im Endeffekt kann nur einer in der Kiste stehen.“

Ohnehin könne ein Torhüter nie alleine seine Leistung bringen. „Das hängt immer mit dem Team zusammen“, sagte Schuhen. Was der Sieg nun für die Mannschaft bedeute? „Dass wir drei Punkte mehr haben. Mehr nicht.“

Jetzt freue er sich auf sein erstes Heimspiel für die Lilien. Am Freitag kommt Erzgebirge Aue mit Ex-Lilien-Coach Dirk Schuster. Da sei eine „besondere Brisanz im Spiel“, weiß Schuhen. Gegen einen weitereren „schönen, dreckigen Sieg“ hätte er sicher nichts einzuwenden.

Bildquellen

  • FCSP-SVD-blog-2019-20-0008a: Arthur Schönbein
  • FCSP-SVD-blog-2019-20-0010: Arthur Schönbein

Leave a Reply

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.