Trainer Dimitrios Grammozis hat das Vertragsangebot des SV Darmstadt 98 abgelehnt und verlässt die Lilien im Sommer. Das gab der Verein am Mittwochnachmittag bekannt. Knackpunkt waren unterschiedliche Vorstellungen über die Vertragslaufzeit. Demnach wollte der Verein nur um ein Jahr verlängern, der 41 Jahre alte Coach forderte einen längerfristigen Vertrag.

Grammozis sah keine Basis für „zielführende und konstruktive Zusammenarbeit“

„Wir bedauern Dimis Entscheidung, die uns überrascht hat, die wir aber akzeptieren müssen“, sagte der Sportliche Leiter Carsten Wehlmann. Man habe in engem Austausch gestanden, hätte gerne verlängert. „Aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre haben wir unabhängig von Dimi – dessen fachliche und menschliche Qualitäten wir absolut schätzen – aus wirtschaftlichen Aspekten die Entscheidung gefällt, ihm einen Einjahresvertrag anzubieten“, sagte Wehlmann.

Grammozis erklärte, er hätte sich gut vorstellen können, in Darmstadt etwas aufzubauen und zu entwickeln. „Nach reiflicher Überlegung bin ich aber trotzdem zu dem Entschluss gekommen, dass meine Zeit in Darmstadt im Sommer enden wird.“ In einem Einjahresvertrag habe er keine Basis für eine zielführende und konstruktive Zusammenarbeit über den Sommer hinaus gesehen. „Ich glaube einfach, dass diese Vertragslaufzeit weder nach innen noch nach außen ein gutes Zeichen gewesen wäre.“

Entscheidung kam überraschend

Die Entwicklung kam überraschend. In den vergangenen Wochen hatten Trainer und Vereinsverantwortliche immer wieder ihre gegenseitige Wertschätzung ausgedrückt und betont, dass man sich in guten Gesprächen befinde. Erste Zweifel kamen auf, als Grammozis vergangene Woche in der Pressekonferenz vor dem Nürnberg-Spiel auch ein Scheitern der Gespräche nicht ausgeschlossen hatte. Doch noch am Rande des Nürnberg-Spiels hatte sich ein Lilien-Präsidiumsmitglied zuversichtlich gezeigt, dass zeitnah eine Einigung finden werde.

Der Ex-Profi (Hamburger SV, 1. FC Kaiserslautern) hatte seine Trainerkarriere im Nachwuchsbereich des VfL Bochum begonnen. Zu den Lilien kam er im Februar 2019 als Nachfolger von Dirk Schuster. Er führte das Team vorzeitig zum Klassenerhalt. Diese Saison hat sich die Mannschaft nach einer durchwachsenen Hinrunde stabilisiert und steht nach acht Spielen ohne Niederlage mittlerweile auf Rang sieben der Tabelle.

 

 

 

 

 

Bildquellen

  • FCN-SVD-2019-20-blog-030: Arthur Schönbein

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