Mit seinem Freistoß schoss Tobias Kempe den SV Darmstadt 98 am 24. Mai 2015 am letzten Spieltag der Saison gegen den FC St. Pauli in die Bundesliga. Fünf Jahre sind seit dem sensationellen Durchmarsch aus der 3. Liga ins Fußball-Oberhaus vergangen. Was ist aus den Helden geworden, die damals auf dem Platz standen?

Startformation SV Darmstadt 98

Christian Mathenia (heute 28), bestritt damals seine erste Profi-Saison, blieb auch noch in der Bundesliga, wo er beim Klassenerhalt bei Hertha BSC mit gebrochener Hand durchspielte. Ging dann zum Hamburger SV, spielt mittlerweile beim 1. FC Nürnberg.

Leon Balogun (31), blieb nur ein gutes halbes Jahr in Darmstadt, anschließend drei Jahre beim FSV Mainz 05, bevor er nach England wechselte. Dort steht er mittlerweile beim Zweitligisten Wigan Athletic unter Vertrag.

Aytac Sulu (34), der langjährige „Capitano“ verließ die Lilien im Winter 2019 ziemlich plötzlich Richtung Türkei. Beim Drittligisten Samsunspor wurde er allerdings nicht glücklich, löste seinen Vertrag Anfang 2020 auf und schloss sich dem deutschen Drittligisten Carl-Zeiss Jena an.

Benjamin Gorka (36), hatte in der Aufstiegssaison bereits seinen Stammplatz an Romain Brégerie verloren, blieb aber noch zwei Jahre. In dieser Zeit kam er nur in fünf Spielen zu Kurzeinsätzen. Im Sommer 2017 wurde sein Vertrag nicht verlängert, hat inzwischen seine Karriere beendet.

Fabian Holland (29), mittlerweile dienstältester Lilien-Spieler und seit Januar 2019 auch Kapitän. Als Leihspieler musste er nach dem Aufstieg allerdings zunächst für einige Tage zurück zu Hertha BSC, ehe sich die Lilien mit den Berlinern über eine Verpflichtung einigen konnten.

Jérôme Gondorf, einst Aufstiegsheld beim SV Darmstadt 98, heute Karlruher SC

Jérôme Gondorf ganz in Blau, einst Aufstiegsheld beim SV Darmstadt 98, heute Karlsruher SC – Foto: Florian Ulrich/Jan Huebner/Pool

Jérôme Gondorf (31), blieb bis zum Bundesliga-Abstieg 2017 am Böllenfalltor, wechselte dann zu Werder Bremen und später zum SC Freiburg. Die liehen ihn im Winter zum Karlsruher SC aus, jenem Verein, der den gebürtigen Karlsruher einst in der Jugend ausgemustert hatte.

Hanno Behrens (30), einer der Publikumslieblinge damals, konnte sich aber mit dem Verein nicht auf einen neuen Vertrag verständigen und wechselte zum damaligen Zweitligisten 1. FC Nürnberg. Dort spielt er auch noch heute, ist mittlerweile Mannschaftskapitän.

Tobias Kempe (30), schoss die Lilien damals in die Bundesliga, wo er noch ein Jahr blieb. Nach einem einjährigen Intermezzo in Nürnberg ist er seit Sommer 2017 wieder für die 98er am Ball – und weiterhin der Mann für die ganz wichtigen Tore.

Marcel Heller (34), der Flügelflitzer spielte noch zwei Jahre in Darmstadt, ehe er zum FC Augsburg ging. Nach einem Jahr kehrte er zurück ans Böllenfalltor, wo er aber in dieser Saison seinen Stammplatz verlor. Zum Saisonende stehen die Zeichen auf Abschied.

Toni Sailer und Hanno Behrens, SV Darmstadt 98

Schon vor dem Aufstieg jubelte keiner schöner: Toni Sailer und Hanno Behrens, SV Darmstadt 98

Marco „Toni“ Sailer (34), staunte selbst am meisten, dass er es mit seinen Möglichkeiten bis in die Bundesliga schaffte. Dort gelang ihm sogar noch ein Tor. Im Sommer 2016 verließ er die Lilien. Nach seinem verletzungsbedingten Karriereende absolviert er eine kaufmännische Umschulung.

Ronny König (37), wechselte nach der Saison zum Chemnitzer FC, wo er aber nur ein Jahr blieb, ehe er sich dem FSV Zwickau anschloss. Beim Drittligisten ist er noch immer aktiv und erzielte in der laufenden Saison bis zur Corona-Zwangspause in 26 Spielen 7 Tore.

Einwechselspieler

Florian Jungwirth (31, ab 81. für Sailer), blieb bis Winter 2017 bei den Lilien. Die Umstände seines Wechsels in die USA zu den San Jose Earthquakes brachten den damaligen Lilien-Coach Torsten Frings zu einem legendären Wutausbruch. Bis heute ist Jungwirth in San Jose am Ball.

Dominik Stroh-Engel (34, ab 89. für König), an seine legendäre Drittliga-Saison mit 27 Toren konnte „Dodo“ nie wieder anknüpfen. Wechselte 2017 zum Karlsruher SC, wo er aber nur mäßig erfolgreich war. Mittlerweile geht er bei Drittligist SpVgg Unterhaching auf Torejagd (9 Ligatreffer).

Milan Ivana (36, ab 90.+2 für Heller), der Slowake spielte noch ein Jahr in der Bundesliga für die Lilien, danach noch zwei Jahre in der Regionalliga Südwest für die SV Elversberg und Röchling Völklingen. Im Januar schloss er sich dem österreichischen Sechstligisten ASV Zurndorf an.

Trainer

Dirk Schuster (52), schaffte mit den Lilien in der folgenden Saison den Klassenerhalt in der Bundesliga, wurde für seine Verdienste mit Ehrungen überhäuft (Trainer des Jahres, Mann des Jahres). Ende 2017 kehrte er nochmals nach Darmstadt zurück, schaffte den Zweitliga-Klassenerhalt. Heute trainiert er Zweitligist Erzgebirge Aue.

 

Bildquellen

  • Fussball 2. Bundesliga, Karlsruher SC – SV Darmstadt 98: Arthur Schönbein
  • Toni-Sonnescheint: Arthur Schönbein
  • 040-Aufstieg-2015: Arthur Schönbein

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