Serdar Dursun ist der Spieler des Spiels gegen Eintracht Braunschweig. Zwei Tore erzielter selbst, zweimal holt er die Elfmeter heraus, die zu den beiden anderen Toren führen. Gerne hätte er den zweiten Elfmeter selbst geschossen. Doch er darf nicht.

Als Schiedsrichter Alexander Sather in der 36. Minute nach einem Foul an Serdar Dursun den zweiten Elfmeter pfeift, schnappt sich der Gefoulte den Ball und will selbst schießen. Doch Tobias Kempe, der bereits den ersten Elfmeter sicher verwandelt hat, will auch wieder antreten. Die Spieler diskutieren. An der Außenlinie wird Trainer Markus Anfang zum ersten Mal in der Partie richtig unruhig, ruft mehrfach nach seinem Stürmer und weist schließlich an: „Tobi schießt!“

Kempe verwandelt erneut, Dursun ist einer der ersten Gratulanten, obwohl er damit um die Chance auf einen lupenreinen Hattrick gebracht wurde. Anfang zitiert Dursun an die Außenlinie, spricht eindringlich auf ihn ein und muntert ihn auf.

Anfang will nicht von Verbot sprechen

Nach der Partie hält der Trainer den Ball flach. Auf die Frage, wieso Dursun den Elfmeter nicht schießen durfte, antwortet er: „Was heißt, durfte nicht. Tobi hat den ersten auch gut verwandelt und ich sah keinen Grund das zu verändern.“ Dursun habe er an die Seite geholt, um ihm nochmals klarzumachen, dass er ein richtig guter Stürmer sei. „Er kann sich andere Situationen ziehen“, sagt der Coach.

Allerdings haben die Elfmeter bei den Lilien in dieser Saison auch eine Vorgeschichte. Beim Spiel gegen den FC St. Pauli hatte Dursun bereits einen Strafstoß geschossen. Im Stil eines Jorginho oder Bruno Fernandes hüpfte er beim Anlauf kurz vor dem Schuss – und traf. Wirklich souverän sah der Bewegungsablauf allerdings nicht aus.

Und wirklich begeistert war sein Trainer damals auch nicht. „Ich habe das schon ein paar Mal im Training gesehen. Das verstehe ich nicht so. Ich würde das als Spieler nicht so machen“, sagte Anfang. „Der Serdar macht das so. Er war sich sicher, ihn reinzumachen. Er hat ihn reingemacht. Damit wurde er bestätigt. Aber so richtig anfreunden kann ich mich nicht mit der Art, den Elfmeter so zu schießen. Da bin ich ganz ehrlich.“

Serdar Dursun: „Ich wollte Verantwortung übernehmen“

Dursun selbst nimmt das Einschreiten des Trainers gelassen. „Ich wollte in dem Moment Verantwortung übernehmen. Dann hat der Trainer so entschieden. Und wenn der Trainer was sagt, dann kann man da nichts sagen. Er entscheidet.“ Deutlich mehr Ärger zeigt der Deutsch-Türke darüber, dass er in der zweiten Halbzeit sein Trefferkonto nicht weiter erhöhen konnte, denn: „Natürlich bin ich ein Mensch, der immer mehr möchte.“

Bildquellen

  • SVD-FCSP-blog-2020-21-014: Arthur Schönbein

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