Die vergangenen Monate waren sehr hart für Victor Palsson: Erst verletzte er sich so schwer am Daumen, dass eine große Operation nötig wurde. Dann starb seine Mutter im Alter von nur 47 Jahren. Und schließlich musste er sich noch einer Meniskusoperation unterziehen.

„Das war eine ganz schlimme Zeit in meinem Leben“, sagt der 29 Jahre alte Isländer. Kraft habe ihm vor allem sein Sohn gegeben. „Mein Sohn ist mein Leben. Der ist mein Halt“, sagt er. Mittlerweile gehe es ihm wieder besser. Rückblickend war diese Zeit möglicherweise aber auch gut für ihn, um daran zu wachen. „Ich vertraue darauf, dass alles aus einem Grund passiert“, sagt er.

Sportlich fasst er langsam wieder Fuß. Gegen Sandhausen wurde er erstmals nach fast drei Monaten Pause wieder eingewechselt. Im Pokal gegen Kiel spielte er gut 80 Minuten, gegen Nürnberg stand er die volle Spielzeit auf dem Platz. Natürlich spüre er die lange Pause noch. Deswegen arbeite er auch viel im Kraftraum, um wieder Muskulatur aufzubauen und Rückschläge zu verhindern.

„Erstmal muss ich gut Fußball spielen“

Über die Gründe, wieso es für die Lilien derzeit nicht läuft, will er nicht sprechen: „Ich kann doch nicht nach drei Monaten reinkommen und sagen: ‚Das fehlt und das fehlt‘, wenn ich nicht hier und auf dem Platz war.“ Er müsse sich zunächst auf sich konzentrieren und wieder topfit werden. „Erstmal muss ich gut Fußball spielen. Dann kann ich auch etwas sagen.“

Die Lilien hätten eine tolle Truppe, die Stimmung in der Kabine sei gut. „Aber wenn die Resultate nicht da sind, merkst Du das natürlich“, sagt er. „Wir müssen realistisch sein. Wir sind im Abstiegskampf. Wir brauchen Punkte. Und ich will alles dafür tun, dass wir Punkte holen“, sagt er.

Auch wenn er den Druck nicht allzu groß machen wolle: Die Partie gegen Osnabrück (Sonntag, 13.30 Uhr) sei ein Sechs-Punkte-Spiel. „Wenn wir guten Tag haben, sind wir die bessere Mannschaft“, sagt er und fordert: „Wir müssen fokussiert sein, Mentalität muss da sein, Qualität muss da sein.“

„Das ist Victor Palsson“

Ob er dann wieder in der Innenverteidigung auflaufen wird wie gegen Nürnberg, ist ihm nicht wichtig. Die Position habe er schon öfter gespielt, ebenso wie auf der Rechtsverteidiger-Position. „Am Ende entscheidet, was das Beste für die Mannschaft ist“, sagt Palsson. „Aber klar, alle kennen mich als Sechser, ich bin ein Sechser.“

Unabhängig von Palssons Position – vor allem seine Persönlichkeit hat den Lilien in den vergangenen Monaten gefehlt. Palsson ist ein Leader, der dirigiert, seine Mitspieler mitreißt und aufrichtet. „Das ist Victor Palsson. Ich bin so. Das ist meine Persönlichkeit“, sagt er. „Ich kenne meine Qualität und weiß, dass ich der Mannschaft helfen kann. Auf dem Platz und daneben. Ich bin zurück!“

Bildquellen

  • SVD-FCN-2020-21-blog-008: Arthur Schönbein

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