Ein bisschen hat sich Markus Anfang zurückgehalten und die Mannschaft in die Pflicht genommen. Ein bisschen hatte es aber auch mit dem richtigen Stellungsspiel zu tun. Nachdem der Coach des SV Darmstadt 98 in den vergangenen Spielen das Team immer wieder lautstark gecoacht hatte und damit vor allem Zuschauer an den Fernsehschirmen irritiert hatte, war er gegen den VfL Osnabrück deutlich weniger zu hören.

Dabei ging es für den SV Darmstadt 98 in der Partie um ziemlich viel. Mit einem Unentschieden oder einer Niederlage wäre die Mannschaft tiefer in den Abstiegskampf gerutscht. Und die Leistung der Spieler war keineswegs so, dass sich der ohnehin eher emotionale Trainer hätte entspannt zurücklehnen können.

Kompletter Mannschaftsrat stand auf dem Platz

„Ich war heute eigentlich recht ruhig und habe nicht so viel coachen müssen“, sagte Anfang nach der Partie. Die Mannschaft habe viel in der Kommunikation aufgefangen. Immerhin stand – anders als zuletzt gegen Nürnberg – der gesamte Mannschaftsrat mit Kapitän Fabian Holland, seinem Vertreter Tobias Kempe und den anderen Mitglieder Immanuel Höhn, Victor Palsson und Marcel Schuhen auf dem Platz. Alles Führungsspieler, die besonders verantwortlich sind für die von Anfang zuletzt mehrfach eingeforderte Lautstärke und Kommunikation auf dem Platz.

Markus Anfang, SV Darmstadt 98

„Die Mannschaft nimmt das dankend an“ – Das lautstarke Coaching von Markus Anfang

Zudem ist Anfang ein Trainer, der die Spieler an Entscheidungen teilhaben lässt. So habe er die Mannschaft immer wieder gefragt, ob es für sie gut sei, wenn er permanent versuche, Hilfestellung zu geben. Die Antwort: „Die Jungs wollen das!“ Er mache das nicht für sich, er müsse das nicht haben, hatte der Lilien-Coach bereits vor dem Osnabrück-Spiel erklärt. „Aber die Mannschaft nimmt das dankend an. Das ist eine Hilfe für sie.“

Markus Anfang und das Stellungsspiel

Die Diskussion, inwieweit das Coaching eine Mannschaft verunsichert, wird ohnehin stark befeuert von der Ausnahmesituation mit den leeren Stadien während der Corona-Pandemie. Als etwa ein Dirk Schuster in schlechten Zeiten an der Außenlinie das HB-Männchen gemacht hat, war das nie ein Thema. Man hat ihn im vollen Stadion nicht gehört und weder die Zuschauer noch die Kameras hatten den Fokus ständig auf die Trainerbank.

Inwieweit ein Trainer in einem leeren Stadion im Fernsehen zu hören ist, hängt zu einem großen Teil davon ab, wie weit er von den TV-Außenmikrofonen entfernt ist. Da macht es je nach Standort der Mikrofone durchaus einen Unterschied, ob er sich im linken oder im rechten Teil der Coaching-Zone aufhält. Gegen Osnabrück hatte sich Anfang zumindest in weiten Teilen für ein anderes Stellungsspiel entschieden als in den Spielen zuvor. Und so wirkte es relativ ruhig – auch wenn die Mannschaft über mehrere Phasen nicht so spielte, als hätte sie keine Hilfestellung brauchen können.

Bildquellen

  • F95-SVD-2020-21-blog-Anfang-004: Arthur Schönbein
  • SVD-OSN-2020-21-blog-003: Arthur Schönbein

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