Fünf Tore in zwei Spielen hat Serdar Dursun zuletzt erzielt, seine Saisonbilanz auf mittlerweile 15 Ligatore geschraubt. Es läuft für den 29 Jahre alten Deutsch-Türken. Das ist zunächst gut für den SV Darmstadt 98. Doch mit jedem Tor, das Dursun erzielt, wird sein Verbleib in Darmstadt unwahrscheinlicher.

In den vergangenen Transferperioden wurde regelmäßig über einen Wechsel Dursuns spekuliert. Der SV 98 blieb standhaft, schlug Angebote im niedrigen Millionenbereich aus. Auch wenn es schwer zu berechnen ist: Unter dem Strich sind Dursuns Tore für den Klassenerhalt wahrscheinlich mehr wert.

Trainer Markus Anfang betont, dass Dursuns Wert nicht nur in seinen Treffern zu messen ist, sondern auch in seiner Arbeit gegen den Ball: „Das muss man sogar noch höher ansiedeln, als dass er die Tore gemacht hat“, sagte der Lilien-Coach nach dem Spiel gegen Erzgebirge Aue. „Wenn wir nicht so gut gegen den Ball gearbeitet hätten, hätten wir wahrscheinlich wesentlich mehr Probleme bekommen.“

Die Zeichen stehen auf Abschied im Sommer

Doch im Sommer läuft Dursuns Vertrag aus, er kann ablösefrei wechseln. Ein neues Vertragsangebot der Lilien im Winter hat er abgelehnt. Man befindet sich weiter in Gesprächen. Aber Dursun hat immer wieder betont, dass er gerne höherklassig spielen möchte, ließ das auch nach seiner Gala-Vorstellung gegen Aue durchblicken. Das ist in Darmstadt kommende Saison zumindest sehr unwahrscheinlich.

Über die Zukunft will man in Darmstadt derzeit allerdings noch nicht reden. Anfang betonte, dass es er im Moment nur daran denke, die nötigen Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln. Und auch Dursun richtet den Fokus auf die nächsten Spiele: „Wir sind immer noch im Abstiegskampf. Es ist noch nichts gewonnen“, sagte der Angreifer. „Wir wollen nächste Woche nachlegen, damit wir ein bisschen beruhigter in die Länderspielpause gegen können.“

Baby-Jubel bringt Serdar Dursun Glück

Nachdem Dursun vergangene Saison bereits im Pokal bei Oberneuland einen Hattrick erzielt hatte, gelang ihm gegen Aue der erste Hattrick seiner Karriere in einem Punktspiel. „Jeder war für den anderen da“, lobte er das Team. Am Tag vor dem Spiel hatte er seinem Mitspieler Nicolai Rapp in der Kabine versprochen, dass er ihm ein Geschenk mache, wenn er noch 15 Tore in dieser Saison schieße. Nach dem Spiel waren es nur noch zwölf Treffer, und Dursun erweiterte sein Versprechen: „Wenn ich wirklich diese Tore mache, bekommt die Mannschaft ein Riesen-Geschenk von mir.“

Das größte Geschenk bekommt er aber ohnehin jenseits des Fußballs: Er wird Vater. Das signalisierte er nach seinem ersten Tor mit dem Ball unter dem Trikot und der Schnuller-Geste. „Dieser Jubel bringt mir Glück“, sagte er und fügte an: „Wenn Du ein Kind bekommst, wird Gott Dich belohnen. Ich spüre das gerade.“

Bildquellen

  • SVD-KSC-2020-21-blog-008: Arthur Schönbein

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