Es nervt. Mal wieder war der SV Darmstadt 98 die bessere Mannschaft, mal wieder hatte er mehr Torgelegenheiten und mal wieder verliert er, weil der Gegner – zum zweiten Mal in dieser Spielzeit Fortuna Düsseldorf – quasi keine Chancen für seine Tore braucht.

Besonders deprimierend: Nach zuletzt drei Partien, in denen die Mannschaft Moral und Effizienz gezeigt hatte, gab es gegen Düsseldorf einen Rückfall in die Zeit davor. Und bei den Gründen dafür herrscht wieder einmal weitgehend Ratlosigkeit.

Wie in den drei erfolgreichen Partien agierte die Mannschaft zwar mit der gleichen Grundformation mit Viererabwehr und Doppelsechs. Allerdings fehlte der gelb-gesperrte Defensivleader Victor Palsson, der von Fabian Schnellhardt vertreten wurde. Schnellhardt ist ein anderer Typ als der Isländer, hat seine Stärken im Spiel nach vorne und weniger Biss im Zweikampf. Das machte sich schmerzlich beim 0:1 bemerkbar, als er nach dem Eckstoß der Fortuna nicht energisch genug am Mann war.

Mentalität schlägt Qualität

Die Frage, ob Palsson den Treffer verhindert hätte, ist jedoch müßig. Ohnehin greift es viel zu kurz, die Niederlage am System oder an einzelnen Spielern festzumachen. Aber Palsson steht für etwas, was gegen Düsseldorf gefehlt hat: Mentalität, Giftigkeit und Galligkeit, der unbedingte Wille und Glaube an den Erfolg. Dass Kapitän Fabian Holland zu Spielende die einzige gelbe Karte für die Lilien sah, kann man getrost als einen Beleg dafür sehen, was da gefehlt hat.

„Mentalität schlägt Qualität“ war der Leitsatz in der erfolgreichsten Zeit der Vereinsgeschichte, die noch nicht lange zurückliegt. Und nur mit der richtigen Mentalität werden die Lilien auch bei dem schweren Restprogramm gegen die Spitzenteams Hamburger SV, SpVgg Greuther Fürth, VfL Bochum, Hannover 96, 1. FC Heidenheim und Holstein Kiel noch die fehlenden Punkte für den Klassenerhalt einsammeln.

Gegen Düsseldorf lief die Mannschaft mit den Retro-Trikots zur Erinnerung an den 3:2-Derby-Sieg an Ostern 1998 gegen Kickers Offenbach auf. Der Sieg über den Lokalrivalen war am Ende ein wertloser Erfolg. Denn zum Abschluss der Spielzeit 1997/98 stieg der SV Darmstadt 98 ab. Zumindest diesen Rückfall muss der Verein in der laufenden Spielzeit verhindern – mit Gift, Galligkeit, Glauben und Willen, kurz: mit Mentalität.

Bildquellen

  • SVD-aue-2020-21-blog-007: Arthur Schönbein

9 Comments

  • Chino Bagnio sagt:

    Es ist so gekommen, wie ich es in meinem Kommentar zur Analyse, „wie der SV Darmstadt 98 die Fortuna knacken kann“ geschrieben habe. So lange sich Anfang sicher fühlt, wird sich auch nichts ändern. Es sei denn die Mannschaft rebelliert und spielt nicht mehr diesen Unsinn mit. Dass schon wieder ins gleiche Horn geblasen wird, dass man besser gespielt hätte usw., ist das was mich nervt. Ich hoffe nur, dass das Kapitel Anfang bald erledigt ist, diese Saison ist schon vergeigt, noch eine wäre zu viel. Mentalität-Palsson… das ist alles Unsinn!

    • Andreas sagt:

      Das sehe ich nicht so. Tor eins ist ist gefallen, weil Schnellhardt im 5er seinen Gegenspieler frei stehen ließ. Tor zwei ist gefallen, weil Höhn erst einen blöden Pass gespielt hat, der dann vom AV Herrmann (der war da nicht in der Mitte) nicht richtig geklärt werden konnte und dann ist Höhn nicht aktiv genug auf den Düsseldorfer zugegangen, so dass dieser unbehindert abschließen konnte. Und wir hatten unsere Chancen, die gingen leider nur nicht rein. Als ob daran Markus Anfang die alleinige Schuld trägt… ist ja nicht so, dass da gut bezahlte Fußballer auf dem Platz stehen…

      • Chino Bagnio sagt:

        Es liegt doch nicht nur an diesen ein, zwei Spielsituationen. Es liegt prinzipiell daran, dass wir einfach auszurechnen sind. Der Spielaufbau hakt, weil sich am Mittelkreis alles tummelt. Da ist auch keiner frei nicht Holland, nicht Herrmann, nicht Rapp. Die können die Bälle höchsten wieder zurück zu den Innenverteidigern prallen lassen. Für ein variables Flügelspiel stehen die AV auch nicht mehr zur Verfügung. Da kann man sagen, ok das ist bei Herrmann so und so keine aussichtsreiche Option, aber Holland könnte das und ich glaube Bader auch. Wenn dann der Ball nach langem Passspiel der IV verloren geht, stehen die AV auch wieder absolut ungünstig. die Flügel sind dann weit offen. Ich sehe in der Art und Weise wie Anfang spielen lässt nur Nachteile. Dass wir trotzdem nicht total untergehen, liegt an der individuellen Qualität der Mannschaft. Die letzte Rückrunde hat bewiesen, dass in dieser Mannschaft mehr steckt.

        • Andreas sagt:

          Naja, ich bezweifle, dass diese Runde mit Grammozis anders gelaufen wäre. Ich denke da nur an die letzte Hinrunde unter ihm… Die letzten drei nicht verlorenen Spiel hat Anfang mit dem gleichen System bestritten, da war unser Sturm einfach effektiver und gegen Aue hatten wir nur Glück, das Testroet einen schlechten Tag hatte. Ich finde das System mit den einrückenden Außenverteidigern nicht schlecht. https://thefalsefullback.de/2020/03/27/eingerueckte-aussenverteidiger-und-ihre-vorteile/

          • Michael Rossa sagt:

            Gude,
            seh ich ähnlich!
            Nur dann auch Bitte „richtige“ Außen,
            da kommt mir zuwenig im 1:1,…
            Berko & Pfeiffer warn für mich positiv…der Rest der Mannschaft
            zu unsicher, mit Licht & Schatten!
            Wenn Wir zum Schluß, 12.ter sin mach ich 3 Kreuze!!!

          • Chino Bagnio sagt:

            Eben nicht, die 2. Halbzeit gegen Paderborn und das Spiel gegen Aue haben sie nicht so gespielt, gegen Braunschweig komischerweise wieder.
            Guardiola lässt dieses System übrigens auch nicht dauernd spielen, sondern es wird nur gelegentlich im Spiel verwendet, wenn die Situation passt und manchmal passt die auch ein ganzes Spiel lang überhaupt nicht.

          • Andreas sagt:

            Da bin ich bei Dir, das Einrücken sollte situativ geschehen. Ist bei den Nachteilen in der angegebenen Quelle auch schön formuliert:

            „Natürlich kann vorgegeben werden, dass die Außenverteidiger im Spielaufbau stets einrücken, je nach Vorlieben und Ausrichtung des Trainers und seiner Mannschaft. Erstrebenswert wäre es allerdings, dass die Spieler das Konzept nur situativ anwenden und die perfekte Situation dafür im laufenden Spiel eigenständig erkennen.“

            Ich müsste mir das Spiel nochmal anschauen, aber in meiner Erinnerung war es situativ je nach Spielaufbau. In den entscheidenden Momenten waren die AV bei den Situationen Außen eigentlich auch an den gegnerischen Flügelspielern dran. Jedoch werden diese für mein Empfinden viel zu selten am Flanken gehindert. Da gabs doch die eine Szene, in der Herrmann den Gegner mal wieder Flanken lässt und man anschließend über die Mikros Markus Anfang brüllen hörte, dass so etwas nicht passieren darf (nicht wortwörtlich).

    • Stephan Köhnlein sagt:

      Es ist immer einfach, auf den Trainer einzuschlagen, wenn es nicht läuft, auch wenn die Mannschaft selbst ihre Chancen nicht nutzt und selbst aus jedem Schuss auf das eigene Tor einen Gegentreffer kassiert. Das ist mir zu billig. Und ich kann auch nicht nachvollziehen, was das mit den Außenverteidigern zu tun haben sollte. Und überhaupt: Wer sagt denn, dass sich Anfang sicher fühlt? Es ist ja keineswegs so, dass er stur an einem System festhält. Der sieht doch auch die Ergebnisse. Die Änderungen erfolgen in Absprache mit der Mannschaft – oder wie zuletzt mit der Doppelsechs wohl sogar auf Initiative der Mannschaft.

  • Michael Rossa sagt:

    Gude,
    ich verstehs aafach net….
    wenn de mer Ballbesitz hast, solltest Du den Druck erhöhen unn
    einenn Off-Mf bringen um das Spiel zu Deinen Gunsten, kippen zu können unn
    Marvin Mehlem eh weng Luft zu gewwe!
    Der Sturrkopp von Anfang gibt Campo kei Chance..
    Warum, ham mer den verpflichtet?

    Is zudem noch Linksfuß was bei Uns Mangelware is….

    :Warum???

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