Ehemalige Trainer des SV Darmstadt 98 erfreuen sich beim 1. FC Kaiserslautern großer Beliebtheit. Aber es gab auch einige Spieler, die sowohl in Südhessen als auch in der Pfalz aktiv waren. Anlässlich des bevorstehenden Ligaspiels der Lilien am Betzenberg blickt Lilienblog-Autor Linus Moerschel auf einige dieser Spieler.
Erst Bölle, dann Betze
1. Bruno Labbadia
Der gebürtige Darmstädter, der über die eigene Jugend zu den Profis kam, wechselte zur Saison 1987/88 nach drei guten Jahren bei den Lilien erst zum Hamburger SV, ehe er sich nur eineinhalb Jahre später in der Winterpause dem 1. FC Kaiserslautern anschloss. Mit den Roten Teufeln gewann Labbadia den DFB-Pokal 1990 und wurde 1991 sogar deutscher Meister. In 80 Partien für Kaiserslautern schoss er 26 Tore und legte 12 weitere auf. Nach dem Gewinn der Meisterschaft wechselte der Stürmer zum FC Bayern München, zahlreiche weitere Stationen folgten. Seine meisten Pflichtspiele bestritt er jedoch für die Lilien (insgesamt 111 Einsätze). Später war Labbadia auch als Trainer erfolgreich – zunächst bei den Lilien, anschließend bei zahlreichen Bundesliga-Vereinen. Nur beim FCK war er noch kein Coach. Aber das kann ja noch kommen.
2. Ivo Ilicevic
Ilicevic, der später auch für die kroatische Nationalmannschaft spielte, wechselte 2004 in seinem letzten A-Jugendjahr zum SV Darmstadt 98 und kam da bereits im Drittliga-Team der Lilien zum Einsatz. In der darauffolgenden Spielzeit war er Stammspieler und machte mit sechs Treffern in 30 Einsätzen auf sich aufmerksam. Über weitere Stationen in Bochum und Fürth landete er im Sommer 2009 beim FCK, mit dem er in seiner Debütsaison den Aufstieg in die Bundesliga schaffte. Er entwickelte sich zu einem Publikumsliebling und trug mit fünf Toren und sieben Vorlagen in nur 21 Einsätzen entscheidend dazu bei, dass der FCK einen für Aufsteiger überragenden siebten Platz belegte. Nach dieser Saison schloss sich der damals 24-jährige Flügelspieler für eine Ablöse von rund vier Millionen Euro dem Hamburger SV an.
3. Terrence Boyd
Als der Deutsch-Amerikaner im Winter 2017 aus Leipzig nach Darmstadt kam, standen die Lilien abgeschlagen auf dem 18. Platz in der Bundesliga. Den Abstieg konnte der ehemalige US-Nationalspieler nicht mehr abwenden. Es gelang ihm lediglich ein Treffer gegen seinen Ex-Verein Borussia Dortmund. In den folgenden eineinhalb Jahren kam Boyd in 37 weiteren Partien in der 2. Liga zum Einsatz und erzielte vier Tore und steuerte zwei Vorlagen bei. Nach weiteren Stationen in Toronto und Halle kam er im Januar 2022 nach Kaiserslautern. Mit acht Toren in 15 Spielen trug der Stürmer dazu bei, dass der FCK den Aufstieg in die 2. Liga schaffte. Anders als in Darmstadt schaffte es Boyd am Betzenberg, auch in der zweiten Liga zu überzeugen. In 48 Partien gelangen ihm 15 Tore und 4 Vorlagen, ehe es ihn im Januar 2024 zu Waldhof Mannheim zog.
Erst Betze, dann Bölle
1. Peter Salisch
In den 1980er-Jahren war Peter Salisch, der Ende der 1970er-Jahre in der Jugend des 1. FC Kaiserslautern gespielt hatte, Spieler des SV Darmstadt 98. Der Verteidiger kam nach drei Stationen in Österreich ans Böllenfalltor und absolvierte in vier Saisons 109 Partien, in denen er neun Treffer erzielte. Nach vier Jahren 2. Liga in Darmstadt war Salisch zwar erst 25 Jahre alt, aber in der Folge nie wieder im Profifußball aktiv.
2. Sidney Sam
Der ehemalige deutsche Nationalspieler, der aus der Jugend des Hamburger SV stammt, war nur für zwei Saisons per Leihe Spieler der Roten Teufel. In der Saison 2009/10 war er gemeinsam mit Ivo Ilicevic einer der Leistungsträger der Aufstiegsmannschaft. In der folgenden Bundesligasaison steuerte er 17 Scorerpunkte bei und war einer der Leistungsträger. Ohne ein weiteres Spiel für Hamburg zu absolvieren, wurde er an Leverkusen verkauft. Dort reifte der Flügelstürmer zum Nationalspieler. Vier Jahre später ging er zu Schalke 04. Seine Zeit dort war nicht gerade von Erfolg geprägt, sodass er im Januar 2017 nach Darmstadt kam. In 13 Spielen gelangen ihm zwei Treffer und ein Assist, doch auch er konnte den Abstieg der Lilien nicht verhindern und kehrte nach Ablauf der Leihe wieder zu Schalke zurück.
3. Paul Will
Als Paul Will im Sommer 2018 zum FC Bayern München wechselte, galt er als Top-Talent. Vorher war der Mittelfeldspieler als Kapitän in der Jugend des FCK aktiv und hatte das Angebot, auf dem Betzenberg den Weg zum Profi einzuschlagen. Er lehnte ab und ging zum deutschen Rekordmeister. Dort schaffte er zwar den Durchbruch in den Profifußball, kam aber nie für die erste Mannschaft zum Einsatz. Nach zwei Jahren in München zog es Will zu Dynamo Dresden, wo er in seiner ersten Saison den Aufstieg in die 2. Bundesliga schaffte. In der Folgesaison stieg er jedoch gegen seinen Jugendverein aus Kaiserslautern in der Relegation direkt wieder ab. Will blieb noch zwei Jahre in Dresden und etablierte sich als Stammspieler in Liga 3, bevor er vergangenen Sommer nach Darmstadt wechselte. Bei den Lilien war er zunächst Stammspieler, verletzte sich dann aber schwer am Knie und arbeitet seit rund einem Jahr an seinem Comeback.
Fazit:
Während sich der Erfolg von ehemaligen Lilien-Trainern auf der Bank des 1. FC Kaiserslautern noch in Grenzen hält, gab es mehrere recht erfolgreiche Spieler auf dem Betzenberg. Bei Spielern, die nach ihrer Zeit in Kaiserslautern zu den Lilien kamen, sieht das bislang deutlich weniger positiv aus.
In der Aufzählung vermisse ich meinen Namensvetter Karl-Heinz Emig, der nach dem verpassten Aufstieg in der Relegation 1988 (auch durch seinen verschossenen Elfmeter in Saarbrücken) auch in Kaiserslautern als Spieler und Trainer aktiv war.
Gude Lilionär, das war glaube ich damals deshalb so, weil er aus Saarbrücken im Mannschaftsbus nicht mehr mit nach Hause fahren durfte, kein Lilienfan ihn mitnehmen wollte und er es zu Fuß nur bis KL geschafft hat …
Maddin, dass stimmt nicht. Er saß im Lilien Bus und ich habe alle nach dem Spiel noch auf der Raststätte in Pfungstadt getroffen, das der damalige zweite Vorsitzende und Wurst und Imbiss König Salm organisiert hat.
Am schlimmsten fand ich die Situation, als der blöde Waldhof Bus den Lilien Bus auf der Heimfahrt auf der A6 noch überholt hat. Und ich mit Vater, Bruder und Freundin in meinem alten Strich/8 Mercedes Coupe dass ganze angesehen mussten, da wir direkt hinter dem Lilien Bus waren.
Ach ja, auf der Raststätte Homburg, gab es auch ein großes Gerangel mit Waldhof Fans.
Ich kann mich noch erinnern, als Willi Bernecker nach seinem verschlossenen Elfter dem Ball hinterher schaute.
Karl Heinz Emig hat damals gegen unseren ehemaligen Torwarttrainer-Vertreter Zimmermann verschossen.
War für mich ein ganz bescheidener Tag.😄😄😄
Ja ich kann mich auch noch sehr gut erinnern. Hervorzuheben ist aber auch noch die souveräne Spielleitung von Gerhard Theobald.
Man hätte aber auch schon im Rückspiel in Mannheim den Aufstieg klar machen können nach dem geilen 3:2 im ersten Spiel zu Hause gegen den Waldhof nach 0:2 Rückstand. Torschütze zum 3:2 Guangming Gu. Erinnerst dich bestimmt.
Der war gut, Martin.