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Gerade hat Fabian Holland seinen 100. Zweitliga-Sieg mit dem SV Darmstadt 98 eingefahren. Ob noch viele weitere folgen, ist offen – nicht nur, weil der genesene Fabian Nürnberger wieder Ansprüche auf die linke Abwehrseite erhebt, sondern auch, weil sich Holland mit 35 Jahren im Herbst seiner Karriere befindet. Mit dem Lilienblog sprach er am Dienstag über seine aktuelle Situation, seine Zukunftspläne und natürlich auch über die strittigen Schiedsrichterentscheidungen vom vergangenen Wochenende.

Fabi, die erste Einheit diese Woche ist geschafft. War es anstrengend?

Nö, der erste Tag ist immer so ein bisschen zum Reinkommen. Es ist gut nach dem Spiel und einem freien Tag, wenn es nicht direkt Richtung 100 Prozent geht.

Das 4:2 über Greuther Fürth war dein 100. Zweitliga-Sieg im Lilien-Trikot, dazu kommen noch 12 Siege mit Hertha BSC – damit hast du insgesamt die meisten Siege in der Liga aller derzeit aktiven Spieler. Sind das Sachen, die dir etwas bedeuten?

Ja, das macht mich natürlich stolz. Das ist jetzt nichts, worauf man in einer Karriere hinfiebert. Aber klar, wenn man das hört, 100 Siege für Darmstadt, die meisten Siege in der Liga, dann bin ich schon stolz auf diesen Weg, den ich gegangen bin. Das ist nicht nur eine schöne Randnotiz. Das nehme ich sehr gerne wahr.

Das Ergebnis gegen Fürth war zwar gut, aber ihr habt da auch eine Phase gehabt, in der es nicht so gut lief. Welche Lehren hast du aus dem Spiel gezogen?

Ich glaube, dass man auch gegen eine Mannschaft wie Fürth nichts geschenkt kriegt. Vielleicht haben alle erwartet, dass wir dieses Spiel gewinnen, so wie wir drauf sind. Aber wir wussten, dass Fürth seine Stärken hat, gerade in der Offensive. Nach der guten Anfangsphase haben sie uns schon ein paar Probleme bereitet. Wir haben es dann nicht mehr geschafft, uns wirklich durchzuspielen, die Räume anzuspielen, sauber zu bleiben. Ich glaube, gerade die Phase vor der Halbzeit, das waren schon ein paar Minuten, da konnten wir nicht mehr zufrieden sein.

Es  gab ja einige Diskussionen über den Schiedsrichter und den VAR. Wie hast du die Szene mit dem Handspiel von Aleksandar Vukotic vor der Pause erlebt?

In dem Moment gar nicht. Aber das habe ich mir natürlich danach angeguckt. Meiner Meinung nach werden allgemein viel zu viele Handelfmeter gepfiffen. Ich kenne es aus jahrelanger Erfahrung, wie man da manchmal reinspringt, um den Ball zu blocken. Und bei der Szene mit Vuko war absolut keine Absicht, um mit der Hand zum Ball zu gehen. Du kannst einfach nicht verhindern, dass die Hand mal ein bisschen mehr in der Luft hängt als sonst. Deswegen hätte mich ein Pfiff schon sehr erstaunt.

Noch mehr Diskussionen gab es um das nicht geahndete Abseits vor dem 2:2 …

Das habe ich auch erst nach dem Spiel gesehen. Aber es darf natürlich nicht passieren, dass so etwas nicht wahrgenommen wird.

Du selbst bist nach einer knappen Stunde runtergegangen. Wie nimmst du so eine Auswechslung als langjähriger Kapitän hin?

Das muss ich so hinnehmen. Ich glaube, dass wir bis zu diesem Zeitpunkt nicht gezeigt haben, was wir eigentlich vorhatten und auch schon die Spiele davor gezeigt haben. Und dann ist es ganz normal, dass der Trainer etwas ändert. Man sieht natürlich auch, was da auf unserer Bank alles noch lauert, was wir für Möglichkeiten haben. Und gerade bei diesem Spiel war auffällig, dass die Jungs, die reingekommen sind, eine Menge Schwung mitgebracht haben.

Hannover 96 - SV Darmstadt 98

„Natürlich muss man auch gucken, was für beide Seiten Sinn macht“ – Fabian Holland über seine Zukunft.

Wie siehst du allgemein den Konkurrenzkampf mit Fabian Nürnberger um die linke Abwehrseite?

Wir verstehen uns sehr gut. Klar will jeder spielen. Aber das ist jedes Jahr so. Es ist ein ganz normaler Kampf um die Plätze bei uns im Kader. Ich glaube, auf allen Positionen sind wir da gut besetzt. Wenn ich spiele, bin ich glücklich. Und wenn ich nicht spiele, dann will ich dem Trainer zeigen, dass ich die bessere Option für das nächste Spiel bin.

Siehst du dich da jetzt im Moment mehr als Linksverteidiger? Du hast ja vor deiner Verletzung vor allem auf der Sechs gespielt …

Ich spiele da, wo mich der Trainer aufstellt. Wenn ich im nächsten Spiel auf der Sechs spiele, dann ist das für mich auch in Ordnung. Da sehe ich eigentlich keine Probleme. Aber weil wir allgemein im Kader sehr gut besetzt sind, muss man sich eben überall reinbeißen. Und deswegen ist mir das eigentlich egal.

Du bist jetzt 35. Ist das womöglich deine Abschiedssaison bei den Lilien?

Darüber will ich jetzt noch nicht so sehr nachdenken. Ich fühle mich gut, fühle mich fit. Natürlich muss man auch gucken, was für beide Seiten Sinn macht. Aber in diesen Gedanken bin ich jetzt noch nicht. Ich bin froh, wieder dabei zu sein, jetzt meine Spiele gemacht zu haben. Und ich will da natürlich dranbleiben. Alles andere stelle ich erst mal hinten an.

Gibt es da irgendeinen Zeitplan, wann du dich mit Paul Fernie und Florian Kohfeldt abstimmen möchtest? Du willst ja wahrscheinlich auch mal Klarheit haben?

Klar wird es mal Gespräche geben. Aber ich kann jetzt keinen Zeitpunkt nennen, wann das sein wird. Aktuell beschäftigt es mich noch nicht.

Egal, wann es vorbei ist hier in Darmstadt – ein Fabian Holland als Trainer, Co-Trainer oder Jugendtrainer bei den Lilien ist doch aber sehr unwahrscheinlich, weil du deinen Lebensmittelpunkt ja wieder in deine Heimat nach Berlin verlegen willst?

Ja, das ist schon unwahrscheinlich. Ich weiß auch nicht, ob es einen Trainer Fabian Holland jemals geben wird. Das kann ich fast schon ausschließen.

Wieso?

Ich glaube, dafür bin ich einfach nicht der Typ. Ich war noch nie einer, der große Reden hält vor anderen. Und das hat sich bis heute nicht geändert. Deswegen: maximal irgendwo im Jugendbereich. Aber eine große Trainerkarriere sehe ich bei mir nicht.

Fabian Holland, SV Darmstadt 98 - Arminia Bielefeld

„Ich war noch nie einer, der große Reden hält“ – Fabian Holland schließt Trainerkarriere für sich ziemlich sicher aus.

Aber hast du denn schon eine Idee, was du machen könntest nach dem Fußball?

Das ist auf jeden Fall ein schwieriges Thema bei mir. Mit großer Wahrscheinlichkeit im Sportbereich. Ich könnte mir aber auch vorstellen, etwas ganz anderes zu machen. Da ist alles noch ein bisschen in der Schwebe.

Was könnte was ganz anderes sein? Hast du da Interessen?

Nee, ich will jetzt auch nicht irgendwelche Sachen nennen, damit ihr eine Überschrift habt: „Fabian Holland neuer Hausmeister irgendwo“ (lacht). Ich würde da nichts ausschließen.

Du baust mit deiner Familie ein Haus in Berlin. Steht das eigentlich schon?

Auf dem Grundstück musste noch ein Haus abgerissen werden. Das ist immer noch nicht ganz erledigt. Es wird sich also alles noch ein bisschen ziehen.

Dann kannst du ja noch ein paar Jahre hier spielen …

(lacht) Selbst, wenn das Haus steht, ist es ja nicht so, dass ich dann sofort rüber muss. Wir ziehen auf jeden Fall nach Berlin. Es ist nur die Frage, wann.

Dein ehemaliger Mitspieler Christoph Zimmermann, der drei Jahre jünger als du ist, hat gestern seine Karriere beendet. Wie hast du das wahrgenommen?

Man hat schon letztes Jahr gesehen, dass er Probleme mit dem Knie hatte, die ihn ziemlich beschäftigt haben. Er ist dann zwar immer wieder ein bisschen zurückgekommen. Es ist schade, dass er dann nicht nochmal auf dem Platz konnte und so nicht den Abschied bekommt, den er verdient. Er hat eine tolle Karriere hinter sich – auch in England. Hut ab auf jeden Fall davor, was er alles erreicht hat. Ein super Typ.

Zum Abschluss der Blick auf die Liga: Es geht nun nach Elversberg. Gegen die habt ihr vergangene Saison beide Spiele klar verloren. Wie groß ist die Motivation, es am Sonntag besser zu machen?

Ich glaube, Elversberg hat uns allgemein in den letzten Jahren nicht so gut gelegen. Und klar, da ist die Motivation natürlich hoch, sie endlich mal zu schlagen. Ich denke, dafür sind wir im Moment auch ganz gut drauf. Aber wir wissen natürlich, dass es gerade in Elversberg schwer ist. Was die jetzt für einen Weg gegangen sind mit dem Trainerwechsel und den vielen Abgängen. Also Hut ab auch davor, dass sie jetzt wieder da oben stehen.

(Geänderte Version: Wochentag korrigiert)

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Bildquellen

  • h96-SVD-2025-26-blog-0015: Arthur Schönbein
  • SVD-dsc-2025-26-blog-0058: Arthur Schönbein
  • IMG_5327: Stephan Köhnlein

3 Kommentare

  • Frank Hofmann sagt:

    Da stimmt aber was im Text nicht! Ähm wie kann Fabi Holland mit S. Köhnlein am Mittwoch ein Interview führen (Textzeile 1. Absatz), wenn dieses schon heute online steht?! Bitte mal den Text anpassen. Oder eben erst 24 Stunden warten, wenn er auch in den kicker soll.

  • Didi sagt:

    Was heißt hier: „Elversberg hat uns allgemein in den letzten Jahren nicht so gut gelegen.“ Die Liien haben bisher ausschließlich in der letzten Saison gegen Elversberg gespielt. Die Saison davor , als Elversberg in die 2. Bundeliga aufstieg, hatte Darmstadt in der 1. Liga gespielt…

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