Vergangene Woche haben wir bei der Mittwochsfrage abstimmen lassen, ob Pyrotechnik für unsere Leserschaft zu einem gelungenen Stadionerlebnis dazugehört oder nicht. Es gab fünf Abstimmungsoptionen zwischen „unbedingt“ bis „geht gar nicht“.
Bei der Abstimmung gab es ungewöhnliche Entwicklungen: Zunächst votierten deutlich mehr Userinnen und User dafür, dass Pyrotechnik für sie nicht zu einem gelungenen Stadionerlebnis gehöre. Im Laufe des Tages kippte das Ergebnis jedoch ins Gegenteil. Plötzlich kamen schwungweise nahezu nur noch Votes, dass Pyrotechnik „unbedingt“ zu einem gelungenen Stadionerlebnis dazugehöre. Gegen Mittag hielten sich befürwortende und ablehnende Stimmen noch in etwa die Waage. Am Ende des Tages hatte die Antwortoption „unbedingt“ die mit Abstand größte Zahl der Stimmen.
Wir haben begründete Zweifel, dass dieses Ergebnis tatsächlich der Meinung der Leserschaft entspricht. Online-Befragungen sind in aller Regel nicht repräsentativ und können oft auch einfach manipuliert werden.
Der Tenor der Äußerungen in unserem Diskussionsforum, aber auch bei Facebook muss sich auch nicht mit dem Abstimmungsverhalten decken, wie wir schon mehrfach erfahren haben. Wir haben diesmal allerdings eine besonders große Diskrepanz zwischen ablehnenden Äußerungen und befürwortenden Votes erlebt.
Nach den uns vorliegenden Daten handelte es sich bei einem großen Teil der Besucher an diesem Tag nicht um Stammleser, sondern um neue Besucher. Der schubweise Umschwung ist nach unserer Erfahrung auch ausgesprochen ungewöhnlich für die Abstimmungen beim Lilienblog.
Aber über Pyrotechnik wird nicht im virtuellen Raum Internet entschieden. Die Frage bleibt, ob in der Realität eine deutliche Mehrheit aller Stadionbesucher tatsächlich findet, dass etwas „unbedingt“ zum Stadionerlebnis dazugehört, was nur von einem Teil einer Heimtribüne veranstaltet wird, insgesamt sehr kontrovers diskutiert wird und den Verein regelmäßig Geld kostet. Schade auch, dass sich die Verantwortlichen im Verein selbst bei dem Thema so bedeckt halten. Wir werden das Thema weiter begleiten.
Stephan Köhnlein
Chefredakteur
