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Die vergangenen Wochen waren schwierig für Marco Richter. Wenige glückliche Auftritte, manchmal saß er sogar nur auf der Bank. Doch gegen den Karlsruher SC erwischte die Leihgabe vom 1. FSV Mainz 05 einen großartigen Abend, erzielte ein Tor selbst und legte einen weiteren Treffer auf. Entsprechend groß war seine Freude.

Marco, herzlichen Glückwunsch zum ersten Tor für die Lilien!

Ja, danke. Endlich. Fühlt sich top an, auf jeden Fall. Ich bin sehr glücklich, aber auch über die gesamte Teamleistung. Wir haben es wieder spannend gemacht am Ende, aber ich glaube trotzdem gehen wir als verdienten Sieger raus. Auch wenn wir mal ein Tor kassieren: Ich habe nicht das Gefühl, dass wir irgendwas verlieren könnten. Ein richtig geiler Spirit vom gesamten Team.

Dein Freistoß zum 1:1 hat genau gepasst. Hast du gesehen, dass der Torwart nicht richtig steht? 

Ja, ich hatte allgemein schon im Spiel ein richtig gutes Gefühl bei meinen Standards. Und dann war der Ball natürlich perfekt für den Rechtsfuß. Die Distanz war ein bisschen kurz für einen Schuss über die Mauer. Deswegen habe ich mich früh entschieden, aufs Torwart-Eck zu gehen. Wir haben dann auch noch zwei Spieler ins Blickfeld des Torwarts gestellt, was top geklappt hat. Die Millisekunde hat er überlegt, ins andere Eck zu gehen und das hat gereicht, dass der Ball oben einschlägt. Letzte Saison habe ich schon so ein Tor gemacht für den Hamburger SV und genauso ist er heute wieder reingeflogen. (im Hintergrund läuft Fabian Nürnberger vorbei und flüstert hinter Richters Rücken „Bester Spieler heute“).

Gab es denn die Überlegung, wegen der kurzen Distanz auch Matej schießen zu lassen, der vorher das unglückliche Eigentor gemacht hat und ja auch am Freistoßpunkt stand?

Zum Glück hat er sich später noch belohnt. Und ja, die Überlegung gab es. Er hat allerdings, als der Ball da lag, direkt gesagt: falsche Seite. Beim Tor gegen Braunschweig war der Ball ja rechts gelegen, und das war für den Linksfuß top. Und der war diesmal für einen Rechtsfuß perfekt. (Killian Corredor läuft vorbei und ruft: „Best Man“. Richter lacht).

Ihr hattet noch andere viele hochkarätige Chancen, wie hast du das erlebt?

Da müssen wir nochmal drüber reden. Aber wenn ich jetzt gleich in die Kabine gehe, wird da sehr wahrscheinlich gute Musik laufen. Jeder ist froh, dass wir dieses Topspiel gewinnen konnten. Klar hätte ich das ein bisschen entspannter gefunden, wenn wir das eine oder andere Tor mehr erzielt hätten. Aber so läuft der Fußball manchmal. Und wir haben das am Ende richtig gut wegverteidigt, jeden hohen Ball rausgeköpft. Das zeichnet uns auch auf jeden Fall aus, vor allem zu Hause.

Du hast nicht nur ein Tor geschossen, sondern auch noch das für Matej aufgelegt …

Also Paddy und Matej sind einfach zu finden da vorne (lacht). Aber ja, bei den Standards hatte ich heute wie gesagt ein richtig gutes Gefühl, dass ich immer einen Mann treffen konnte. Ich freue mich für Matej extrem, weil dass der Ball vorher hinten reingeht ins eigene Tor, war extrem bitter. Es zeichnet uns auch aus, dass wir uns nicht zurückwerfen lassen, uns gegenseitig aufbauen. Genauso wie bei Sergios Fehlkontakt, dass wir da hingehen, ihn aufmuntern und weiter geht’s. Und deswegen habe ich keinerlei Gedanken gehabt, dass wir heute irgendwie verlieren könnten.

Die letzten Wochen waren nicht so einfach für dich, teilweise hast du auf der Bank gesessen. Wie gut hat das dir heute persönlich getan?

Extrem gut, auf jeden Fall. Ich gehe ja nicht raus und spiele mit Absicht schlecht. Es läuft manchmal ein bisschen besser, manchmal ein bisschen schlechter. Ich gebe immer mein Bestes. Und heute war ein richtig geiler Abend. Da freue ich mich natürlich extrem, auch für das gesamte Team. Aber ja, natürlich ist es auch ein bisschen Balsam für mich. Und ich will genauso weitermachen, keine Frage.

(Aufgezeichnet in der Mixed Zone mit Marco Richter nach dem Spiel gegen den Karlsruher SC.)

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Bildquellen

  • sve-SVD-2025-26-blog-0037: Arthur Schönbein

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