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Drei Linksverteidiger hat der SV Darmstadt 98 aktuell im Kader. Doch gegen den 1. FC Nürnberg musste der etatmäßige Mittelfeldspieler Merveille Papela auf dieser Position aushelfen. Es war ein hartes Stück Arbeit für den 25-Jährigen, weil die Nürnberger im ersten Durchgang Angriff um Angriff über seine Seite abwickelten. Nach anfänglichen Schwierigkeiten biss sich Papela jedoch immer mehr ins Spiel, erhielt anschließend viel Lob von Trainer und Mitspielern.

Eigentlich hätte Routinier Fabian Holland (35) auf der Seite spielen sollen. Doch der meldete sich am Morgen vor dem Spiel mit Krankheit ab. Fabian Nürnberger hatte nach seiner Pause wegen Knieproblemen noch nicht genug Kraft für 90 Minuten im Tank. Und auch der unter der Woche verpflichtete Raoul Petretta braucht noch etwas Zeit, um eine echte Option für die Mannschaft zu werden, wie Trainer Florian Kohfeldt vor der Partie erklärt hatte (->).

Für Papela war es nicht die erste ungewohnte Position in dieser Saison. Bereits im August hatte der gebürtige Mainzer gegen Hertha BSC als Rechtsverteidiger ausgeholfen und eine überwiegend ordentliche Leistung gezeigt. Nun kam er erstmals in seiner Karriere auf der linken Abwehrseite zum Einsatz. „Das war eine neue Aufgabe“, sagte er nach dem Spiel. „Aber ich denke, es spricht für mich und meine Qualität, dass ich mehrere Positionen spielen kann. Ich bin auf jeden Fall glücklich, dass wir heute einen Sieg geschafft haben.“

„Das war auch ein Zwang“

Papela also als Allzweckwaffe – und zugleich als letzte Patrone auf links, wie Kohfeldt klarstellte: „Das war nicht nur eine Idee, sondern auch ein Zwang.“ Denn mit einer Dreierabwehrkette zu spielen, sei keine ernsthafte Alternative für das Trainerteam gewesen. „Wir wollten unbedingt Viererkette spielen, denn Nürnberg ist eine der Zweitliga-Mannschaften, die du kaum anders pressen kannst als Mann auf Mann. Mit der Dreierkette hätte das nicht geklappt.“

Lob gab es von Torschützen Luca Marseiler, der in der ersten Halbzeit mit Papela die linke Seite beackerte: „Mey ist ein sehr guter Spieler, der sehr viele Positionen spielen kann“, sagte er (-> hier geht es zum vollständigen Gespräch mit Marseiler). „Ich finde, er hat das sehr gut gemacht. Es hat auf jeden Fall harmoniert. Wir haben viele Angriffe über links gestartet.“

„Hatte ganz großen Anteil an dem Sieg“

Dass im zweiten Durchgang der defensivstärkere Marco Richter auf die linke Seite rückte, hatte dann nach Aussage des Trainers nichts mit Papelas Leistung zu tun, sondern mit dem Pressing auf Nürnberg und Marseilers Rolle: „Es ging darum, dass wir nach Ballgewinn eher Luca in diesem Raum finden wollten, weil wir das Gefühl hatten, dass wir da mehr Platz haben als auf der anderen Seite“, erklärte Kohfeldt (-> hier lest ihr die weiteren Einschätzungen des Trainers).

Grundsätzlich sieht der Lilien-Coach Papelas Stärken weiterhin vor allem im Mittelfeld. „Natürlich hatte er hinten links das eine oder andere Abstimmungsproblem. Natürlich hat er den einen oder anderen Ball in die Tiefe kassiert“, monierte der Coach, um im gleichen Atemzug ein dickes Lob auszusprechen: „Aber großen Respekt an den Jungen, wie er die Aufgabe angenommen hat. Und dementsprechend hatte er heute einen ganz großen Anteil an dem Sieg.“

Wie Merveille Papela sonst tickt, lest ihr in diesem langen Interview (->), das wir vor wenigen Wochen mit ihm geführt haben.

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