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Florian Kohfeldt kochte, Marcel Schuhen schimpfte – nach dem 1:3 bei Dynamo Dresden lagen die Nerven beim SV Darmstadt 98 blank. Der Grund: die Entscheidungen von Schiedsrichter Lars Erbst, die das Spiel maßgeblich beeinflusst hatten.

„Es ist wirklich schwer zu akzeptieren, was hier heute passiert ist“, sagte Kohfeldt beim Sender Sky. „So darf ein Schiedsrichter ein Spiel nicht beeinflussen. Und da kann man auch nicht erzählen „Ihr kriegt ja auch noch ein drittes Tor und müsst euch bei den zwei Gegentoren besser anstellen. Wer das erzählt, hat leider gar keine Ahnung vom Fußball.“ Schuhen nannte die Ansetzung des unerfahrenen Schiedsrichters in der emotionalen Partie „eine absolute Vollkatastrophe“ und fügte an: „Der hat in diesem Spiel nichts zu suchen“.

In seiner 24. Zweitliga-Partie hatte der 31-jährige Erbst zunächst das Halten des Dresdners Thomas Keller gegen den allein aufs Tor zugehenden Isac Lidberg mit Gelb bestraft, obwohl wahrscheinlich kein anderer Abwehrspieler mehr hätte eingreifen können. Später legte er ein Foulspiel von Patric Pfeiffer als Notbremse aus, obwohl womöglich noch zwei Lilien-Spieler hätten eingreifen können. Kohfeldt ärgerte bei dieser Bewertung auch, dass die Trainer sonst immer gesagt bekämen, Halten sei härter zu bestrafen, als wenn die Aktion zum Ball gehe.

Wieso entschied sich der Schiedsrichter um?

Zudem griff Erbst nach Foul Pfeiffers zunächst zur Tasche mit der gelben Karte, entschied sich dann aber um und zückte Rot. Offenbar hatte er ein Kommando aufs Ohr erhalten. Woher dieses Kommando kam, war zunächst unklar. Nach Sky-Informationen kam es nicht vom VAR in Köln, der ohnehin erst eine Überprüfung vorschlagen kann, wenn eine Karte gezeigt wurde, sondern möglicherweise vom 4. Offiziellen. Der hatte jedoch laut Kohfeldt gesagt, er habe während der gesamten Partie nicht eingegriffen. Erbst selbst wollte sich bei Sky nicht äußern.

Dass Kohfeldt nach dem Platzverweis nicht sofort auswechselte, erklärte der Lilien-Coach damit, dass das Spiel nicht unterbrochen gewesen sei. Deswegen habe er nicht wechseln können, obwohl Aleksandar Vukotic schon bereitgestanden habe. Und dann seien es nur eineinhalb Minuten gewesen. „Wenn wir dann einen Freistoß schnell ausführen, dann müssen wir uns selber an die Nase fassen“, sagte er. Das seien die entscheidenden Minuten der Partie gewesen.

„Das wird ein Klebstoff sein“

Es gehe ihm grundsätzlich darum, keine Polemik in die Schiedsrichterdiskussion zu bringen. „Aber das ist zu viel. Und heute ist es so offensichtlich falsch, das kann nicht ohne Kommentar bleiben“, sagte Kohfeldt. Das sei umso bedauerlicher, weil es wirklich eine tolle Partie gewesen sei von zwei Teams, die Fußball spielen wollten. Auch der Sieg für Dresden sei dann letztlich verdient gewesen.

Zum Abschluss wurde der Lilien-Coach fast ein bisschen trotzig: „Wir haben das erste Mal verloren seit 13 Spielen. Es war klar, dass das irgendwann mal passiert. Und das hier wird ein Klebstoff sein für uns. Das kann ich allen sagen, die hoffen, dass wir an so etwas zerbrechen. Wir zerbrechen aber nicht. Nächste Woche liegt der Fokus wieder auf dem nächsten Spiel.“

(korrigierte Version, Zahl der Zweitliga-Einsätze des Schiedsrichters auf 24 geändert)

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Bildquellen

  • fcn-SVD-2024-25-blog-0030: Arthur Schönbein

4 Kommentare

  • Raininho sagt:

    Zur Wahrheit gehört auch, Sturm heute nur im Wasserglas. No Hornby, no Party! Lidberg und Corredor wirkungslos, Laki reisst es dann in zehn Minuten auch nicht mehr rum. Der Mut, mal aus der Distanz abzufeuern, kam zu spät. Schmidts Schuß wurde abgefälsch, so was geht dann auch mal rein. Bis zur roten wars ein hochintensives Spiel. Dann geht es Knall auf Fall, weil dann ein IV fehlt. Da darf sich auch mal einer auf den Rasen legen, bis Vuko eingewechslt ist.

    • Ottmar sagt:

      Genau…Seit wann schießt obendrein Lopez alle Freistösse,obwohl wir mit Schmidt einen besseren Distanzschützen haben? Lopez schießt überall hin,nur nicht ins Tor. Und Corredor ist ähnlich wie Lidberg nur noch ein Schatten früherer Tage. Durch dumme Fouls und lâppische Schüsschen neben das Tor oder in die Arme des (guten) TW von DD hat er die meiste Zeit der Verlängerung versemmelt.Schade

    • Bernd Holzapfel sagt:

      Gehe konform:

      Ohne Hornby ist unsere Offensive leider nicht mal die Hälfte wert – zumindest aktuell (da Corredor und Lidberg immer noch stark ihrer Form hinterherhängen). Einziger Kichtblich aktuell ist Marseiller (der aber leider kein Spielmacher/Ballveretiler und schon gar kein Goalgetter ist).

      Abgesehen von den fragwürdigen Schiri-Entscheidungen ist es aber auch eine Tatsache, dass wir selbst -leider mal wieder- unfassbare Fehlpässe gemacht haben:

      Was will ein Pfeiffer nach LINKS spielen (bevor er dann ausrutscht)? Da war alles zugestellt…!!! Sprich, warum spielt er nicht einfach zu Schuhen zurück?

      Genauso bei Gegentor Nr. 2 und 3:

      Was für mega Fehlpässe von Schmidt…!?!!!

      Dieses „gut spielen, jedoch trotzdem immer für einen mega Fehlpass/-bock gut sein“ zieht sich seit Monaten wie ein roter Faden durch unser Spiel (und wir machen uns dadurch selbst alles kaputt – oder laufen zumindest Gefahr…zum Glück sind die Gegener genauso unfähig wie wir – siehe Düsseödorf im letzten Heimspiel)…!!!

  • Sam sagt:

    Wie peinlich und unprofessional so eine Reaktion, von FloKo und Schuhen, selbst nach Spielschluss doch ist, imo.
    Das Leben ist nun mal kein Rosengarten und wenn einem eine Ungerechtigkeit widerfährt, (was uns allen passiert) hat man halt immer die zwei Möglichkeiten zu reagieren. Man kann sich wie ein vierjähriges Kind auf den Boden werfen, vor Selbstmitleid heulen und vor Wut schreien! Oder mit den Schultern zu zucken, bei sich selbst bleiben, es als Herausforderung an zu nehmen, sich zu sagen mich wirft das weder um, noch bringt es mich ab von meinem Weg, es wird schwieriger, na und, wir bleiben bei uns und fokussieren uns auf die Reaktion aufm Platz und außerhalb.

    Aber unsere Jungs kriegen das weder direkt im Augenblick des Geschehens hin und fangen sich dafür dann gleich zwei Dumme Dinger, weil der Focus fehlt, weil er auf dem Schiri und der Ungerechtfertigkeit der Welt liegt. (Auch außerhalb, denn auch deswegen hat man ja nicht so schnell gewechselt – weil man sich am aufregen war).
    Und ums noch peinlicher zu machen, man kriegts noch nichtmal nach Spielschluss hin, sondern ist auch da noch am rumheulen und Schuldigen suchen. Tja so ist man als Profisportler dann halt kein Vorbild fürs Leben. Schade! Man könnte daraus eigentlich was lernen.

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