Fünf Spiele ohne Sieg, zuletzt drei Niederlagen am Stück – die Krise des SV Darmstadt 98 ist auch an Trainer Florian Kohfeldt nicht spurlos vorbeigegangen. „Auf jeden Fall hat es Spuren in meiner Schlafqualität in den letzten Wochen hinterlassen“, sagte der Lilien-Coach am Freitag. Gerade die letzten drei Spiele seien nicht gut gewesen. Und nach dem 2:3 in Fürth, als man in der Schlussviertelstunde eine 2:1-Führung noch aus der Hand gab, habe man sich richtig schütteln müssen.
„Der SV Darmstadt 98 kann einmal hinfallen. Aber liegenbleiben ist keine Option“, gab sich Kohfeldt kämpferisch. „Wir wollen aufstehen. Und das ist das, was wir am Samstag machen.“ Worauf es ankomme: „Ganz wichtig für uns, dass wir im Handeln sind, nicht auf irgendetwas hoffen, sondern mutig sind.“ Gegen den Ball müsse das Team – anders als gegen Fürth – auch in „Chaos-Situationen“ scharf bleiben, also bei abgefälschten oder zweiten Bällen. „Solche Situationen müssen wir einfach besser lösen.“
Chance für Vukotic oder Holland?
Gegen die SV Elversberg muss ein Sieg her, damit die Lilien den Traum vom Aufstieg nicht vorzeitig begraben müssen. Fehlen werden gegen den Tabellendritten aus dem Saarland neben Luca Marseiler (Kreuzbandriss) auch Matthias Bader (Schulterprobleme) und Fabian Nürnberger (Oberschenkelprobleme). Mit etwas Neid blickt Kohfeldt da auf den Gegner: „Ein Riesenfaktor für sie ist nicht nur in dieser Saison, sondern auch in den letzten Jahren: Sie haben de facto kaum Verletzte zu beklagen.“
Auf die Frage, ob bei den Lilien gerade jetzt mehr Spieler vom Typ eines Fabian Holland oder Aleksandar Vukotic gefragt sind, die die Mannschaft mitreißen und die Stimmung im Stadion anzünden können, antwortete Kohfeldt salomonisch: „Der größte Fehler ist, sich von kurzfristigen Ereignissen zu stark wenden zu lassen. Andersrum ist es auch ein großer Fehler, kurzfristige Ereignisse nicht in seine Überlegungen einzubeziehen.“
Appell an die Fans
Die Mannschaft habe in der laufenden Saison auch mitreißende und leidenschaftliche Spiele gewonnen – wie das Hinspiel in Hannover oder das Heimspiel gegen Kaiserslautern. „Wir sind immer noch die Mannschaft, die die meisten Punkte nach Rückstand geholt hat in der gesamten Liga. Ein Mentalitätsthema möchte ich uns deswegen ungern einreden lassen.“ Klar sei aber auch, dass es in solchen Phasen Momente gebe, in denen man Sachen vielleicht anzünden muss.“ Und das spiele auch eine Rolle bei seinen Überlegungen für die Startelf am Samstagabend.
Zudem richtete sich der Lilien-Coach an die Fans. „Normalerweise muss alles erst von der Mannschaft kommen. Und wir werden alles tun. Aber vielleicht wird nicht alles gelingen“, sagte er und appellierte ans Publikum: „Seid alle bitte von Anfang an mit dabei. Es muss ein großer Vorteil sein, dass wir zu Hause sind.“
So könnten sie spielen
Schuhen – Lopez, Pfeiffer, Maglica, Petretta – Klefisch, Akiyama, Richter, Corredor – Lidberg, Hornby
Es fehlen: Marseiler (Kreuzbandriss), Bader (Schulterprobleme), Nürnberger (Oberschenkelprobleme)
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Bildquellen
- SVD-h96-2025-26-blog-0052: Arthur Schönbein




