Skip to main content

Lilien-Präsident Markus Pfitzner ist vorsichtig optimistisch, dass der SV Darmstadt 98 die Saison 2025/26 doch noch mit einer schwarzen Null abschließt. Bei der Mitgliederversammlung im vergangenen Herbst war man noch von einem Minus ausgegangen.

Vor allem die Einnahmen aus dem DFB-Pokal haben dafür gesorgt, dass das Ergebnis besser als zunächst erwartet ausfiel, wie Pfitzner im ersten Teil des großen Lilienblog-Interviews erklärte. Der Verein sei in einer gesunden und stabilen Position und müsse in der anstehenden Transferperiode keine Dinge tun, die betriebswirtschaftlich unsinnig seien. „Wir können die Dinge auf uns zukommen lassen“, sagte Pfitzner. Im Folgenden seine Aussagen im Wortlaut.  

Markus, wie froh bist du, dass die Saison vorbei ist?

Es war eine sehr intensive und auch kräftezehrende Saison, eine richtige Achterbahnfahrt, die allen viele Körner gekostet hat. Dreiviertel der Saison ging es fast ausschließlich nach oben und zuletzt – so ehrlich muss man sein – sind wir leistungstechnisch ein ganzes Stückchen nach unten gerauscht. In der Gesamtbewertung ergibt ein fünfter Platz am Ende noch eine Gesamtnote „gut“. Trotzdem gilt es jetzt zu schauen, welche Dinge am Ende verrutscht sind und da die nötigen Konsequenzen für die nächste Saison zu ziehen.

Wo kann da das Präsidium ansetzen?

Aus unserer Sicht waren die wichtigsten Stellschrauben die Vertragsverlängerungen von Paul Fernie und Florian Kohfeldt. Dass es Rückschläge gibt, wie wir sie in den vergangenen Wochen erlebt haben, muss man im Umfeld 2. Liga einkalkulieren. Für uns gilt weiterhin, stabile Rahmenbedingungen zu schaffen, die Wünsche aus dem Sport bestmöglich zu erfüllen und immer auch zu beachten, was uns als Verein so besonders macht: die Nähe, das Familiäre, das Miteinander. Immer wieder kommen Leute zu mir und sagen: „Fitze, es war doch eine gute Saison.“ Das empfinde ich als wertschätzend und auch realistisch.

Wie hat sich das erste Dreivierteljahr als Präsident angefühlt?

Ich weiß noch, als mich mein Vorgänger Rüdiger Fritsch gefragt hat: Fitze, willst du dir das echt antun? Doch für mich war das klar. Wir wollen den Verein weiter nach vorne bringen. Wir haben so viel erreicht und können noch mehr erreichen. Aber nach einem Dreivierteljahr weiß ich, was er meinte. Der Fokus, die Intensität, die Verantwortung – es vergeht fast keine Minute, in der ich nicht in irgendeiner Art und Weise an diesen Verein denke.

Wird es im Sommer große Veränderungen im sportlichen Bereich geben?

Das wird sich zeigen. Die gute Nachricht ist, dass wir nicht den Druck haben, Dinge zu tun, die betriebswirtschaftlich für uns keinen Sinn machen. Wir sind in einer gesunden, stabilen Position. Wir können die Dinge auf uns zukommen lassen. Zur Wahrheit gehört aber auch, was Paul Fernie „mit Freude verkaufen“ genannt hat. Wenn es für Spieler marktgerechte und für uns betriebswirtschaftlich spannende Angebote gibt, werden wir diese prüfen. Wir betrachten Transfererlöse als eine Säule unserer langfristigen Finanzierung.

Wie sieht es denn finanziell aus? Im vergangenen Herbst hat Finanzvorständin Anne Baumann ja deutliche Mindereinnahmen und ein Minus in Aussicht gestellt …

Wir konnten das weitgehend kompensieren – unter anderem durch die Einnahmen im DFB-Pokal. Zum 30. Juni wird dann Bilanz gezogen. Wir sehen eine Chance, auch in diesem Jahr doch noch eine schwarze Null zu erwirtschaften. Mehr können und werden wir dann auf der Mitgliederversammlung kommunizieren.

Dann können die Transfererlöse also voll ins Team fließen?

Die Transfererlöse sollen nicht dazu dienen, irgendwelche Löcher zu stopfen, sondern dafür zu sorgen, dass die nächste Mannschaft auch Potenzial hat, wenn es Abgänge gibt. Aber klar ist, dass wir auch in Zukunft gut daran tun, uns ein gewisses Polster anzufuttern und nicht alles eins zu eins in den Sport reinvestieren, zumal wir zum Beispiel auch weiterhin die Kredite aus dem Stadionumbau zu bedienen haben. Wir sind guter Dinge, dass Paul in Sachen Kaderplanung weiter so akribisch und erfolgreich agieren wird, auch wenn neue Spieler womöglich nicht immer ab dem ersten Tag einschlagen können. Wir hatten für unsere Verhältnisse zuletzt eine hohe Trefferquote.

In Teil II, der am Samstag im Lilienblog erscheint, spricht Markus Pfitzner über den Stadionausbau und das NLZ.

In Teil III, der am Sonntag im Lilienblog erscheint, erklärt Markus Pfitzner, warum er nicht findet, dass sich der SV Darmstadt 98 zu klein macht und wie er auf die kommende Saison blickt.

Euch gefällt der Lilienblog? Dann unterstützt unsere Arbeit hier (->) und fördert so die Medienvielfalt in Südhessen und rund um den SV Darmstadt 98.

Bildquellen

  • IMG_5637: Stephan Köhnlein

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.