Angreifer Hojae Lee ist der sechste Südkoreaner in der Geschichte des SV Darmstadt 98. Zwei seiner Vorgänger sind heute nahezu in Vergessenheit geraten, einer schaffte es in die internationale Spitze (leider nicht bei den Lilien) und zwei weitere waren zumindest bis zum Sommer noch als Profis aktiv.
Bum-kun Cha (1978-1979)
Der Name Bum-kun Cha dürfte vielen deutschen Fußball-Fans ein Begriff sein. Dass die Bundesliga-Karriere des Torjägers in Darmstadt ihren Anfang nahm, ist weniger bekannt. 1978 holte der Aufsteiger Cha als Verstärkung für den Abstiegskampf ans Böllenfalltor. Im Dezember gab der damals 25-Jährige mit einer starken Leistung beim 3:1-Heimsieg gegen Bochum sein Debüt im deutschen Profifußball. Doch das koreanische Militär machte den Lilien einen Strich durch die Rechnung. Cha wurde zum Wehrdienst einberufen und war gezwungen, vorübergehend in seine Heimat zurückzugehen. Somit blieb es bei einem Spiel für den SV Darmstadt 98.
Der Stern von Bum-kun Cha sollte in der kommenden Saison aufgehen. Der Südkoreaner wurde von Eintracht Frankfurt unter Vertrag genommen und war maßgeblich am Gewinn des UEFA-Pokals beteiligt. Nach zwei weiteren Titeln und über 100 Toren für Frankfurt und Bayer Leverkusen beendete Cha seine Karriere im Jahr 1989. Bis heute gilt der einstige Darmstadt-Spieler als einer der größten asiatischen Fußballer aller Zeiten.
Jin-kook Kim (1979-1980)
Jin-kook Kim stand in der Saison 1979/80 bei den Lilien unter Vertrag. Der Flügelspieler wagte den Schritt von Fernost nach Europa, konnte am Böllenfalltor aber nie Fuß fassen. Kim bestritt kein einziges Pflichtspiel für Darmstadt und wechselte im darauffolgenden Sommer innerhalb der 2. Liga zu Wormatia Worms. Für die Rheinhessen stand er in zwei Jahren insgesamt 29-mal auf dem Platz.
Min-hai Kim (1979-1981)
Ebenfalls 1979 wechselte Min-hai Kim zum SV Darmstadt 98. Die Zeit bei den Lilien verlief für Kim jedoch ähnlich glücklos wie für seinen Namensvetter. Nach nur vier Pflichtspielen wurde er im Sommer 1981 zum SV Waldhof Mannheim transferiert. Im darauffolgenden Jahr beendete Kim das Intermezzo in Deutschland und kehrte in seine koreanische Heimat zurück.
Dong-won Ji (2018)
Nach mehr als 36 Jahren fand im Januar 2018 wieder ein Südkoreaner den Weg ans Böllenfalltor. Dong-won Ji wurde von Bundesligist FC Augsburg bis Saisonende ausgeliehen, um die Lilien vor dem Abstieg in die Drittklassigkeit zu bewahren – mit Erfolg. Der einstige Dortmunder war von Beginn an Stammspieler, steuerte zwei Tore und vier Vorlagen zum Klassenerhalt bei. Sein wohl bestes Spiel im Lilien-Trikot machte Ji am vorletzten Spieltag in Regensburg, als er dem Team von Trainer Dirk Schuster mit einem Tor und einem Assist zum wichtigen 3:0-Auswärtssieg verhalf.

Feierte mit den Lilien 2018 den Klassenerhalt – Dong-won Ji
In der Bundesliga stand Dong-won Ji in den Folgejahren für Augsburg und Mainz 05 auf dem Platz, konnte aber, auch verletzungsbedingt, nicht an die positive Zeit in Darmstadt anknüpfen. 2021 kehre er nach Südkorea zurück und schloss sich dort dem FC Seoul an. Zuletzt stand der mittlerweile 35-Jährige bis zum 1. Juli bei Macarthur FC in Australien unter Vertrag.
Seung-ho Paik (2019-2021)
Seung-ho Paik war bis zur Verpflichtung von Hojae Lee der letzte Südkoreaner beim SV Darmstadt 98. Der Mittelfeldspieler kam im Sommer 2019 vom spanischen FC Girona. Sein erstes Tor erzielte er im Februar 2020 beim 3:2-Auswärtssieg gegen Dynamo Dresden. Insgesamt gelangen Paik drei Tore und sechs Assists in 45 Pflichtspielen für die Lilien. Die durchaus hohen Erwartungen konnte der Südkoreaner, der beim FC Barcelona ausgebildet wurde, letztendlich jedoch nicht erfüllen. Zu Beginn der Rückrunde 2020/21 standen die Zeichen auf Trennung, im März wechselte er schließlich in die südkoreanische K-League zu Jeonbuk Hyundai Motors – auch um sich für eine Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen zu empfehlen. Seit Januar 2024 spielt Paik in England für Birmingham City, mit dem ihm 2025 der Aufstieg in die zweitklassige Championship gelang.
Von Lilienblog-Autor Lauro Meisterjahn
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Bildquellen
- 001-SSV-D98-titel: Arthur Schönbein
- SVD-SVS-2019-20-blog-sonstiges-018: Arthur Schönbein





Spontan dachte ich da fehlt doch Guangming Gu. Aber der war Chinese. Zu der Zeit waren Asiaten noch sehr selten.