Skip to main content
  • Apotheke im Hauptbahnhof
  • Kunz_Mahnke
  • Viiermann_Immobilien_No_Head

Klartext nach der Niederlage, Verständnis für die harten Worte des Trainers und die Reaktion der enttäuschten Fans – Kapitän Marcel Schuhen spricht über die aktuelle Situation beim SV Darmstadt 98 nach vier Spieltagen. Und der Keeper erklärt, warum er keine wirklichen Parallelen zur Situation vor zwei Jahren sieht, als die Lilien ähnlich schlecht dastanden.

Marcel, der Trainer hat nach der Niederlage in Kaiserslautern gesagt, euch habe die Ernsthaftigkeit gefehlt. Wie ist die Mannschaft mit diesen harten Worten umgegangen?

Grundsätzlich hat der Trainer jedes Recht gehabt, uns nach dem Spiel zu kritisieren, weil das keine gute Leistung von uns war. Sehr klare Worte sind manchmal extrem wichtig und gut. Er hatte Recht in jeder Form mit dem, was er zu uns gesagt hat. Auch heute hatten wir eine sehr klare Ansprache vor der Gruppe. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Was hat er euch denn heute gesagt?

Es ging nicht um das Thema Ernsthaftigkeit, sondern darum, dass wir in dem Spiel ein Gesicht gezeigt haben, das er so von uns nicht kennt. Er ist sonst immer der Erste, der uns schützt und sich vor uns stellt. Nach dem Spiel nicht. Und das völlig zu Recht. Die Leistung hat uns wirklich leid getan, sie ist auch jetzt noch immer nicht zu erklären. Wir können es jetzt am Freitag gegen Bielefeld besser machen. Ich freue mich darauf, weil wir dann die Leistung von Kaiserslautern ausbügeln können.

Vor zwei Jahren gab es eine ähnliche Situation vor dem Rücktritt von Torsten Lieberknecht als Trainer, zumindest was die Punkte angeht und was den schwachen Auswärtsauftritt betrifft. Damals bist du nach dem 0:4 in Elversberg ziemlich deutlich geworden mit der Kritik an der Mannschaft. Musstest du jetzt als Kapitän wieder so laut und deutlich werden?

Nee, musste ich nicht. Ich finde auch, die Situation ist ganz anders. Auch wenn das außen niemand hören möchte: Bis zum Lautern-Spiel konnte man zumindest ein bisschen erklären, warum es so holprig war. Beim Lautern-Spiel nicht. Deswegen hat Patti (Patric Pfeiffer) gute, klare Worte gefunden im Kreis nach dem Spiel. Wir sind mit und in der Mannschaft sehr klar. Es geht in solchen Momenten darum, sich an die eigene Nase zu fassen und auch zu sagen, dass wir dafür verantwortlich sind, wir als Mannschaft. Also kein Schiedsrichter, kein Platzverweis, kein irgendwas. Wir haben kein gutes Spiel gemacht und haben deswegen auch zu Recht verloren.

Was ist aus deiner Sicht anders als vor zwei Jahren?

Ganz anders ist, dass wir eine ganz klare Spielidee haben, die wir bisher noch immer gut umgesetzt haben. Jetzt am Wochenende nicht. Da sind Dinge nicht gemacht worden, wie wir es uns vorgenommen hatten. Und ich glaube, dass uns das die letzten beiden Jahre, die wir jetzt mit Flo zusammenarbeiten, stark gemacht hat. Jeder muss seinen Job erfüllen und sich an seine Aufgaben halten, was – ohne ins Detail gehen zu wollen – teilweise nicht gemacht wurde. Dann wird es halt schwierig. Aber die Mannschaft ist total intakt.

Yannik Lührs hatte einen sehr unglücklichen Tag gegen Kaiserslautern, hing bei zwei Toren mit drin. Musste er als neuer und junger Spieler besonders aufgebaut werden?

Wir haben über die Gegentore gesprochen. Klar, das war unglücklich in der Situation, aber das wirft ihn nicht um. Er hat schon andere Situationen erlebt, ist sehr analytisch gewesen. Ich freue mich schon wieder gleich auf das Training mit ihm. Und – ohne da etwas vorwegnehmen zu wollen – wird er auch verdientermaßen am Freitag wieder spielen.

Angesichts der Leistung in Kaiserslautern – kann man da nicht auch Zweifel an der Qualität des Kaders haben? Man kann ja nicht ewig den Umbruch als Entschuldigung anführen…

Vollkommen richtig. Aber als Spieler möchte ich die Transferpolitik nicht kommentieren. Dafür sind andere verantwortlich. Ich kann nur sagen, dass die Mannschaft sehr lernfähig ist und gute Jungs drin sind, die das für viele von außen noch nicht richtig gezeigt haben. Ich kann nur das beurteilen, was ich tagtäglich auf dem Trainingsplatz sehe, und da sind wirklich sehr gute Dinge dabei. Jetzt geht es eben um die Umsetzung.

Die Fans haben euch nach dem Spiel weggeschickt aus der Kurve. Wie geht ihr damit um?

Das schmerzt mich. Und es ist trotzdem völlig akzeptabel für mich. In solchen Momenten geht es darum, dass man als Spieler das auch so annimmt. Es gibt Momente, in denen uns die Fans aufbauen. Und es gibt Momente wie dieses. Die Leute sind nach Kaiserslautern gefahren, haben uns unterstützt, haben eine Top-Choreo gemacht, waren für uns da. Wir waren für sie nicht da. Für einige von uns war es allerdings emotional noch mal schwieriger, weil bei ihnen die Familien zu diesem Spiel mitgefahren sind. Aber wir als Mannschaft sind jetzt in der Bringschuld.

Was kann am Freitag das Böllenfalltor bei der Mannschaft freisetzen?

Es gibt ja unterschiedliche Momente und Situationen mit Umbrüchen. Man hat ein bisschen das Gefühl, dass es gerade in der Fanszene, gerade hinter dem Tor auch so ist. Ob das jetzt stimmt oder nicht, das müssen die beantworten. Aber so kommt es rüber. Manchmal muss eine Mannschaft in Vorleistung treten, manchmal die Fans. Diesmal sind wir dran. Und wenn wir das tun, dann wird ein Stadion mitgehen, dann werden die Fans mitgehen. Wir sind voll fokussiert auf das Spiel.

(Aufgezeichnet in einer Medienrunde mit Marcel Schuhen am Dienstag)

Euch ist ein Fehler aufgefallen? Dann lasst es uns hier per Mail (->) wissen.

16 Kommentare

  • Ottmar sagt:

    Mit solch einem Satz desavouiert Schuhen die Mannschaft und sich selbst. Und dass gerade Schuhen der eigentlich immer klar und kritisch in seinem Aussagen ist so formuliert erschüttert mich.
    Ich bin der gleichen Meinung von @ Francesco und den meisten andern hier: Mit dem ersten Pfiff des ersten Spiels hat ein Team dessen Spieler zu den Topverdienern unsrer Gesellschaft gehört Leistung abzuliefern,wie jeder andere Berufstätige in seinem Job auch,wie auch zB @Stephan.Man stelle sich vor er würde erst nach 3,4 Wochen nach Beginn der Saison die ersten Artikel schreiben oder gar die Heinerstube nur alle 4 Wochen moderieren. Was für ein Verlust von Lebensqualität – zumindest für mich….😉
    Dich zurück zu Schuhen(und zur Mannschaft):
    Erst wenn die Karre ziemlich verfahren ist von „Bringschuld“ zu sprechen macht mich wütend und traurig zugleich,und wenn DAS der Geist ist der in der Mannschaft herrscht,dann gute Nacht. Nur zur Erinnerung: Bielefeld ist kein Gegner den man so nebenbei ,also mit der Einstellung die man bislang meist beim SVD entdecken konnte, schlägt .Ich habe kein gutes Gefühl…hoffe aber trotzdem dass Bielefeld der Wendepunkt wird

    • Ottmar sagt:

      Was ich noch vergessen habe zu schreiben:
      Abgesehen von diesem Satz ist es aber ein gutes Interview mit Schuhen,der zeigt dass zumindest er aus dem Spiel in Kaiserslautern die richtigen Schlüsse gezogen hat. Womit ich überhaupt nicht mit ihm übereinstimmen kann ist die Beurteilung der bisherigen anderen Spiele. Ich habe nur die letzten 15 Minuten gg Kiel und die erste HZ gg H96 eine einigermaßen gute Elf gesehen. Alles andere konnte man doch vergessen,oder? Und wenn es stimmt was Schuhen zur Verfassung der Mannschaft schreibt und es Freitag doch nicht klappt,dann gibt’s nur 1 Grund dafür: Die Mannschaft hat leider einfach nicht die Qualität um eine bessere Rolle in dieser Saison zu spielen und es kann nur gg den Abstieg gehen mit hoffentlich gutem Ende für uns

  • sascha sagt:

    was meint schuhen damit?
    Man hat ein bisschen das Gefühl, dass es gerade in der Fanszene, gerade hinter dem Tor auch so ist.

    • Raininho sagt:

      Ist das ein Wunder? Die erste Mannschaft enttäuscht seit langer Zeit. Letzter Sieg in der Liga war gegen Kiel am 7. März, heute ist der 9. September. Der letzte Auswärtssieg liegt noch weiter zurück, am 8. November in Hannover. Das ist zehn Monate her. Ich schaffe es nicht meinen Körper so zu betrügen, dass er lauthals und energetisch jubelt, wenn auf dem Platz vor mir nicht geliefert wird. Ich kann mich an kein Spiel erinnern, wo der Gegner so übermächtig war, dass die Lilien keine Chance gehabt hätten. Karlsruhe fragt sich heute noch wie sie das letzte Duell gewinnen konnten. Zur Halbzeit hätten wir 4:0 führen müssen. man erwartet schon garnichts mehr. Beim Elfmeterpfiff auf dem Betze ging nicht mal der Puls hoch, weil man erwarten konnte, dass er nicht zu einem Tor führt. Innerlich resigniert.
      Jetzt wo ich es so lese, regt es mich noch mehr auf.

  • Haraldinho sagt:

    Ich denke eher es liegt an der Spielidee. Der Ball wird sich ewig in der eigenen Hälfte hin und her gespielt, bis es hinten klingelt und nach vorne geht nichts. Von mir aus kann sich die Mannschaft den Ball 90 Minuten zu schieben. Aber bitte vor dem Gegnerischen Tor. Dann kann hinten nichts passieren und vielleicht fällt durch Zufall auch mal ein Tor für uns.

    • Koppi sagt:

      „Der Ball wird sich ewig in der eigenen Hälfte hin und her gespielt, bis es hinten klingelt und nach vorne geht nichts.“

      Achso, das nennt man im „modernen“ Fußball also Spielidee.
      Jetzt versteh ich endlich was die Leite meinen, wenn sie von der „Spielidee von Kohfeldt“ reden.

  • Francesco sagt:

    Stephan warum erst jetzt und nicht gleich von Anfang an !

  • Raininho sagt:

    Wir sehen uns Freitag 18:30 Uhr. Machen! Liefern! Punkten! Noch 39 Punkte bis zum Klassenerhalt.

  • Francesco sagt:

    Ganz ehrlich gesagt, kann ich das Gelaber nicht mehr hören…Bringschuld….die gehört vom 1.Spieltag auf den Platz und nicht erst wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist…!
    Geht endlich mal mit Mut, Engagement und Kampfeswillen auf den Platz und spielt einen Fußball den die Lilien-Fans verdient haben…mit Herzblut….dann ist auch niemand enttäuscht wenn man das ein oder andere Spiel mal verliert oder ein Unentschieden erwirkt!
    Aber aktuell ist diese Spielweise mehr als unterirdisch und sucht in dieser Liga seines Gleichen ….entweder man reißt sich als Mannschaft mit Trainer und Stab zusammen und bekämpft die Ursache endlich , dass hoffe ich für alle die für die Lilien einstehen….oder es wird irgendwann rabenschwarz!

    • Lilie sagt:

      Gleich zweimal 😀 aber ich sehe das ähnlich.

    • Stephan Köhnlein sagt:

      So wie ich Schuhen verstehe/verstanden habe, ist doch genau das die Bringschuld: Mit Mut, Engagement und Kampf den Fußball spielen, den die Fans verdient haben. Gelaber?

      • Francesco sagt:

        Ja, ich kann das Gelaber und wir werden jetzt alles besser machen nicht mehr hören….ich weiß du siehst es immer anders , ist ja auch in Ordnung…sollen einfach nicht zuviel reden, sondern endlich Taten folgen lassen die richtige Antwortliegt am Freitag auf dem Platz…ich glaube nicht wirklich dran lieber Stephan, lass mich aber gerne eines Besseren belehren!

        • Stephan Köhnlein sagt:

          Ist halt schwierig, in der Situation sich zu äußern. Alles, was man sagt, bietet Angriffsfläche. Und wenn man sich nicht äußert, heißt es, die Spieler/Verantwortlichen würden sich verkriechen. Absichtlich spielt sicher niemand schlecht. Aber das ändert natürlich nichts daran, dass der Saisonauftakt ziemlich schlecht war.

          • Francesco sagt:

            Da hast du vollkommen Recht, vielleicht sehen wir oder beurteilen es auch zu kritisch , aber wie soll man es denn dann beurteilen?

  • Francesco sagt:

    Ganz ehrlich gesagt, kann ich das Gelaber nicht mehr hören…Bringschuld….die gehört vom 1.Spieltag auf den Platz und nicht erst wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist…!
    Geht endlich mal mit Mut, Engagement und Kampfeswillen auf den Platz und spielt einen Fußball den die Lilien-Fans verdient haben…mit Herzblut….dann ist auch niemand enttäuscht wenn man das ein oder andere Spiel mal verliert oder ein Unentschieden erwirkt!
    Aber aktuell ist diese Spielweise mehr als unterirdisch und sucht in dieser Liga seines Gleichen ….entweder man reißt sich als Mannschaft mit Trainer und Stab zusammen und bekämpft die Ursache endlich , dass hoffe ich für alle die für die Lilien einstehen….!

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.