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NLZ-Sportchef Maximilian Mehring spricht über den Abstiegskampf mit der U21 in der Hessenliga während der vergangenen Saison. Er erklärt im Lilienblog-Interview den sensationellen Schlussspurt und warum all das für die Entwicklung von Lilien-Talent Manolo Merx so hilfreich war. 

Wo siehst du mit Blick auf den Nachwuchs in Darmstadt aktuell die größten Baustellen?

Ein Thema ist beispielsweise die Einrichtung eines Fahrdienstes für Spieler aus der Region, die nicht jeden Tag von ihren Eltern zum Training gefahren werden können. Grundsätzlich könnte man immer noch den einen oder anderen Mitarbeiter mehr gebrauchen. Aber wir wollen ja aus weniger viel machen. Da bricht keinem ein Zacken aus der Krone, wenn er mal eine Aufgabe zusätzlich übernimmt. So wie wir aufgestellt sind, stehen wir ziemlich gut da.

Vergangene Saison wäre die 2. Mannschaft, die auch Sprungbrett für den Nachwuchs sein soll, fast aus der Hessenliga abgestiegen. Wie habt ihr den Klassenerhalt geschafft?

Es war sehr wichtig für das NLZ und den ganzen Verein, dass wir in der Hessenliga geblieben sind. Ein Spieler, der aus der U19 kommt fragt schon, ob er künftig Oberliga oder Verbandsliga spielt. Die Hauptarbeit vergangene Saison hat ab Winter Trainer Sebastian Schmitt gemacht. Aber er hat auch gesagt, dass er das nur macht, wenn ich ihm dabei helfe. Ich will uns nicht zu sehr loben, aber das war schon ein Brett, das wir da gebohrt haben. Die Mannschaft hatte ein paar Probleme und Themen. Es ging erstmal darum, eine Idee zu entwickeln. Bis das gefruchtet hat, hat es ein bisschen gedauert. Aber als die Jungs die Idee dann in den Köpfen hatten, sind sie marschiert. Von den letzten acht Spielen haben wir sieben gewonnen und im Schnitt vier Tore geschossen. Das war auch ein Moment, der für Manolo Merx super war. Wir hatten im Winter die Entscheidung getroffen, ihn aus der U19 hochzuziehen. Er hat mit seiner Geschwindigkeit eine Waffe, die schwer zu verteidigen war. Nebeneffekt war, dass er Männerfußball adaptiert hat.

Und dann habt ihr Sebastian Schmitt zur U19 geschickt und den bisherigen U19-Trainer Patrick Kurth zur 2. Mannschaft hochgezogen …

Als Sebi Trainer wurde, war ich noch kein Sportlicher Leiter, sondern eher ein Ideengeber. Wir haben mit Sebi und Patrick offen darüber gesprochen, was sie wollen und wo sie sich sehen. Auch wenn Sebi das sehr gut gemacht hat, hatte er davor noch keine richtige Cheftrainer-Erfahrung. Er war lange Co-Trainer im Nachwuchs von Hoffenheim. Vor diesem Hintergrund war die gemeinsame Entscheidung total sinnvoll. Gerade baut er zudem nebenbei zwei Trainerlizenzen gleichzeitig. Auch das hat eine Rolle gespielt. Umgekehrt war die U21 für Patrick der nächste logische Schritt.

Wo siehst du die größten Fortschritte im Nachwuchsbereich der Lilien in der jüngeren Vergangenheit?

Der Austausch untereinander ist noch einmal besser geworden. Gerade, wenn man die Jungs frühzeitig nach oben durchzuschieben möchte, ist es sehr wichtig, dass man genau weiß, wer wann und wo spielt. Da sind wir Riesenschritte gegangen. Und dann spielen wir aktuell, ohne dass das eine Vorgabe von mir ist, mit unseren U-Mannschaften eine sehr ähnliche Systematik.

Der SV Darmstadt 98 auf den Spuren des FC Barcelona oder von Ajax Amsterdam?

Davon sind wir natürlich weit entfernt (lacht). Für uns geht es eher um eine ganzheitliche Sicht. Wir müssen auch in der Lage sein, mal tief zu verteidigen, wenn wir etwa gegen Borussia Dortmund spielen. Da können wir nicht sagen, wir sind jetzt wie Barcelona und spielen Tiki-Taka. Das wäre nicht der Darmstadtweg. Es hat sich eher ergeben, dass wir eine ähnliche Systematik spielen in diesen Gruppen.

Es heißt immer wieder, wir haben im deutschen Fußball zu wenig Typen. Was muss ein Nachwuchsspieler mitbringen, damit er zu den Lilien passt?

Ich bin ein großer Fan davon, nach Spielern zu schauen, die auch mal – positiv gemeint – über die Stränge schlagen und keine Typen von der Stange sind. Wenn einer auch mal etwas macht, was vielleicht außer der Reihe ist, ist das für mich kein Ausschlusskriterium – solange es im Rahmen bleibt.

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Hier (->) geht es zu Teil I des Interviews, in dem Maximilian Mehring über den Kampf um Talente und mögliche Chancen für die Lilien spricht.

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Bildquellen

  • ManoloMerx-01: Handout SV Darmstadt 98

Ein Kommentar

  • Frank Hofmann sagt:

    Vielen Dank für den weiteren tieferen Einblick in die Arbeit des NLZ. War ein Vorschlag von mir und wurde angenommen. Freu mich schon auf eine weitere Reportage in losen Abständen. Vielleicht möchte ja mal ein Nachwuchsspieler, nicht unbedingt Merx, ein Interview geben? Wie kam er zu den Lilien, welche Ziele hat er, was motiviert ihn, was fehlt ihm, Schule, freizeit, etc..

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