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Seit Mitte April hat Fabian Nürnberger kein Pflichtspiel mehr für den SV Darmstadt 98 mehr bestritten. Wann der Vizekapitän aufs Spielfeld zurückkehrt, steht nach zwei Knieoperationen, langwierigen Oberschenkelproblemen und einem wechselhaften Genesungsprozess noch in den Sternen. Allen Rückschlägen zum Trotz kommt der 27-jährige bulgarische Nationalspieler zu einem überraschenden Fazit mit Blick auf die jüngere Vergangenheit.

Fabian, wie geht es dir? 

Ganz okay. Die vergangenen Monate waren sicherlich keine einfache Zeit, vielleicht die schwerste, die ich in meiner Karriere bisher hatte. Und sie zieht sich jetzt auch schon eine Weile. Aber da werde ich wieder rauskommen.

Du hattest im vergangenen Oktober eine Meniskusverletzung mit anschließender Operation, dann kamen später noch Oberschenkelprobleme dazu. Wie hängt das zusammen?

Ich hatte muskuläre Probleme gegen Ende der Saison. Die resultierten zum Teil aus der Knie-Thematik. Ich hatte Probleme mit Flüssigkeit im Knie. Doch es war eine wichtige Phase in der Saison und da wollte ich unbedingt spielen. Das war mit Risiken verbunden, die ich selber eingehen wollte.

Wieso dauert das jetzt so lange mit dem Comeback?

Es gab einen zweiten kleineren Eingriff nach der vergangenen Saison. Das hatte nichts mit der Muskelverletzung zu tun. Das war die Knie-Thematik. Aber aufgrund dieser Muskelverletzung davor dauert die Reha jetzt ein bisschen länger. Es ist nicht ganz so einfach, wie ich mir das erhofft hatte.

Du bist zweimal operiert worden? 

Ja, der zweite Eingriff war kurz nach Saisonende. Ich hatte davor diese Reizung im Knie, wodurch sich dort immer wieder Flüssigkeit gebildet hat. Ich hatte ein ungutes Gefühl. Es war eine kleine Arthroskopie. Es ist nicht viel passiert.

Fabian Nürnberger, SV Darmstadt 98

„Wenn dann immer wieder ein Rückschlag kommt, ist es irgendwann nicht mehr so einfach“ – Fabian Nürnberger und sein langer Weg zurück.

Wie gehst du mit der langen Zwangspause um?

Ich bin allgemein jemand, der sich von so etwas nicht runterziehen lässt. Aber wenn dann immer wieder ein Rückschlag kommt, ist es irgendwann nicht mehr so einfach. Doch es gibt ja eine Familie, dazu meine Freundin, die mir extrem hilft. So fällt es leichter, immer auch die positiven Dinge zu sehen und daran festzuhalten.

Lange war offen, wie es für dich nach der vergangenen Saison weitergeht. Im letzten Heimspiel wurdest du verabschiedet. Am Ende hast du doch verlängert. Was waren die Gründe zu bleiben? 

Mein Vertrag ist ausgelaufen, aber es war klar, dass ich noch mit Darmstadt sprechen werde. Ich habe immer gesagt, dass für mich ein großer Grund der Trainer war. Vor allem die letzten zwei Jahre unter Florian Kohfeldt haben mir im Fußball am meisten gegeben und mich extrem weitergebracht – auch wenn es im Moment eine schwere Zeit ist. Ich bin zudem jemand, der aus Fehlern lernt, ich muss Fehler machen, um voranzukommen. Kein Geheimnis, dass meine Rote Karte vor eineinhalb Jahren gegen Elversberg ein Riesenfehler war. Aber da habe ich die volle Rückendeckung vom Verein, vom Trainer, von den Leuten drumherum gespürt. Schlussendlich haben viele dieser kleinen Komponenten dazu geführt, dass sich eine Verlängerung für alle Seiten nach der richtigen Entscheidung angefühlt hat.

Es ist schon bemerkenswert, dass die vergangenen zwei Jahre trotz Roter Karte und der langen Verletzungszeiten unter dem Strich eine gute Zeit für dich waren. Was hat dich da vorangebracht?

Als ich 2023 aus Nürnberg hierhergekommen bin, war ich ein anderer Spieler. Ich musste mich noch weiterentwickeln. Das Umfeld zu meiner Zeit in Nürnberg war hektisch, wir wären ja fast abgestiegen. Es war schwierig, sich als junger Spieler weiterzuentwickeln. Hier in Darmstadt hat mich Schuh (Marcel Schuhen) relativ früh an die Hand genommen. Menschlich und mental hat mir das extrem viel gebracht. Und fußballerisch konnte ich vom Trainer sehr viel dazulernen. So konnte ich auch eine Führungsrolle übernehmen. Deswegen waren das für mich die schönsten zwei Jahre, die ich bisher im Fußball hatte.

Das Interview führten Nele Strangfeld und Stephan Köhnlein

In Teil 2 spricht Fabian Nürnberger über sein Verhältnis zu Marcel Schuhen, das von viel Hochachtung und ein einem Quäntchen Groll geprägt ist (folgt am Freitag)

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Die wichtigsten Informationen zu Fabian Nürnberger gib es hier (->)

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Bildquellen

  • IMG_6270: Stephan Köhnlein
  • IMG_6275: Stephan Köhnlein

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