Trainer Florian Kohfeldt hat die Verantwortung für den schwachen Saisonstart des SV Darmstadt 98 auf sich genommen. „Als allererstes sehe ich mich in der Bringschuld“, sagte er am Donnerstag bei der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Energie Cottbus (Anpfiff: Samstag, 13 Uhr) auf die Frage, ob die Qualität der Mannschaft, die aktuell Tabellenletzter ist, denn überhaupt für einen einstelligen Platz in der 2. Liga ausreiche.
Der Lilien-Coach räumte ein, er habe es mit der Mannschaft bislang noch nicht geschafft, dass über eine gesamte Partie hinweg die Organisation auf dem Platz top sei und jeder Spieler zu jedem Zeitpunkt wisse, was er zu tun habe. „So weit sind wir noch nicht. So weit konnten wir auch noch nicht sein bei dem Timing in der Saison, wann Spieler kamen in der Saison.“
Findungsphase möglichst schnell beenden
Es sei nun wichtig, diese Findungsphase endlich abzuschließen und auf dem Platz Stabilität zu finden. „Wir haben jetzt Mitte Oktober. Ich will auch nicht bis Weihnachten von einer Findungsphase reden. Das wäre aus meiner Sicht auch Quatsch.“
Während der dreiwöchigen Länderspielpause mit dem einwöchigen USA-Trip inklusive Testspiel habe man wichtige Weichen gestellt, diese Phase zu beenden. Dass man viel Zeit zusammen verbracht habe, sei die wichtigste Stellschraube gewesen, um fortan erfolgreicher zu spielen.
Wer für Kohfeldt die Schlüsselspieler sind
„Des Weiteren haben wir extrem viel an Basics gearbeitet“, erklärte der Lilien-Trainer weiter. „Wir haben am Kettenverhalten gearbeitet, wir haben an Abständen gearbeitet, wir haben an grundlegenden Laufwegen gearbeitet in der Offensive.“ Er glaube, dass man dabei Fortschritte gemacht habe. „Basics, Basics, Basics, um immer mehr Anker zu schaffen, an denen man sich festhalten kann, egal was im Spiel passiert.“
Was die tragenden Rollen im Team angeht, so nannte er auf Nachfrage Torhüter Marcel Schuhen, die Innenverteidiger Patric Pfeiffer und Aleksandar Vukotic, die beiden Sechser Hiroki Akiyama und Kai Klefisch, aber auch Linksverteidiger Raoul Petretta als Führungsspieler und Angreifer Milan Smit mit seinem großen Potenzial. „Das heißt aber nicht, dass irgendeiner, den ich jetzt nicht aufgezählt habe, unwichtiger ist“, betonte er.
Spielen wie die Bayern? – „Das würde nicht funktionieren“
Dass es trotz seiner umfassenden Analysen in dieser Saison bislang nicht so laufe wie erhofft, sei für ihn nicht einfach. „Das ist schwer, gar keine Frage. Aber manche Themen sind auch einfach schwer zusammenzubringen“, sagte er. „Egal, ob man das Problem kennt oder nicht. Und das sehen wir nicht nur im Fußball. Das sehen wir, glaube ich, überall in der Gesellschaft.“
Der Begriff „Gelingen“ müsse aber auch immer an die Relation der Möglichkeiten angepasst werden. „Ich tue alles, jeden Tag, damit wir besser zusammenspielen. Ich glaube, dass wir da auf einem guten Weg sind. Aber ich glaube auch nicht, dass wir irgendwann so spielen werden wie Bayern München. Das würde nicht funktionieren.“
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Bildquellen
- wob-SVD-2026-27-blog-0074: Arthur Schönbein






Hatte mir heute Mittag die PK schon beim HR angesehen und muss sagen sie war beeindruckend. Es gibt lt. PK noch Restkarten. Viel Spaß.
Kettenverhalten, Abstände und Laufwege. Das sind für FK „Basics“ bzw. „Anker, an denen man sich festhalten kann, egal was im Spiel passiert.“
Ich habe große Zweifel: Einerseits, weil dass die Dinge sind, auf die sich jeder Gegner nach einem Videostudium einstellen kann und wird und die er dann auf dem Spielfeld auszuhebeln versucht, wie sehr sie auch trainiert sein mögen. Das sind andererseits wieder taktische Aspekte, an denen die Mannschaft sich dann eben ums Verrecken wird festhalten wollen … auch wenn im Lauf des Spiels immer offensichtlicher wird, DASS ein Gegner sie durchschaut und ausgehebelt hat. Das haben wir seit dem letzten Drittel der vergangenen Saison wieder und wieder beobachten können.
Es fehlt m. E. genau das Gegenteil: Der Mut zu Kreativität und der Mut, sich selbst zu überraschen, eine geplante „Taktik“ eher früher als später über den Haufen zu werfen und dann die Fähigkeit zu haben, auf Basis von Widerstandsgeist und Chuzpe einen Gegner zu überrumpeln. Dazu braucht es aber eine längere Leine und vor allem Spieler, die sich etwas zutrauen und die sich nicht hinter den Vorgaben des Trainers verstecken.
Alles nett gemeint und noch netter gesagt von FK – und dennoch: Floskeln. KLAR ist er in der Bringschuld (und das schon länger) und KLAR braucht man bei einer völlig neu zusammengewürfelten Mannschaft eine Findungsphase und klar soll die mal zuende sein (und was, wenn nicht?) und KLAR spiegelt das alles auch irgendwie, irgendwie die gesamte Gesellschaft und und und … Aber es geht doch darum, diese Widrigkeiten nicht nur festzustellen, sondern sie zu überkommen – und den Ansatz, noch mehr Taktik einzubimsen, finde ich etwas hilflos. Aber so denkt FK vermutlich.
Übrigens: „Basics“ sind für mich was anders: Kampfgeist, Ballbehandlung, sauberes Passpiel, Entscheidungsschnelligkeit und Kreativität.
Ein interessanter Punkt war auch, dass er schon weiß, dass er jetzt liefern muss.
Sonst hätte er nicht geantwortet, dass er evtl. nicht mehr Antworten von oben geben kann, also, er rechet auch damit dass das mit ihm schief gehen kann. Ich würde es sehr bedauern!