Nach einem schwierigen Start findet Marco Richter immer besser ins Spiel des SV Darmstadt 98. Nach der Partie gegen Magdeburg sprach der offensive Mittelfeldspieler unter anderem über zwei verlorene Punkte, einen alten Bekannten auf der rechten Seite und eine Verletzung an einer unangenehmen Stelle.
Marco, das zweite Unentschieden hintereinander in einem Heimspiel. Könnt ihr damit zufrieden sein oder hättet ihr lieber die drei Punkte mitgenommen?
Natürlich die drei Punkte, keine Frage. Es ist ein etwas komisches Gefühl nach dem Spiel. Wir hatten Chancen zu gewinnen. Aber irgendwie hätte auch so ein Lucky Punch für Magdeburg gepasst. Insgesamt können wir darauf aufbauen. Wir hatten viele gute Aktionen, haben sehr leidenschaftlich gespielt, auch wenn wir erst mal 20 Minuten gebraucht haben, um reinzukommen. Ich glaube, dass der Trend einigermaßen nach oben zeigt. Wenn man mit so einer Leidenschaft in die Spiele geht, das ist erstmal die Basis.
Wie habt ihr es nach dem frühen Gegentor geschafft, wieder zurückzukommen?
Wir wissen, dass so etwas immer passieren kann. Der Trainer hat auch angesprochen, dass es Rückschläge geben wird. Was wir daraus machen, müssen wir selber auf dem Platz entscheiden. Da hat auch die englische Woche geholfen. Wir waren länger zusammen als sonst, haben uns auch noch mal zusammengesetzt und geredet. Es kommen noch ein paar Spiele bis zur Winterpause. Und da wollen wir so viel es geht mitnehmen und Gas geben.
Wie sehr wurmt dich dein Pfostenschuss?
Natürlich sehr. Ich hätte mich sehr gefreut, ein Tor zu erzielen. Trotzdem war das eine Leistung von mir, mit der ich jetzt auch mal ein bisschen mehr zufrieden bin. Ich habe ja auch einen Assistent beigesteuert. Ich versuche immer, mein Bestes zu geben. Manchmal gelingt das ein bisschen besser, manchmal weniger gut. Heute war es okay.
Du hast den Assist erwähnt, Milan Smit hat den Ball dann mit der Hacke reingemacht. Überrascht über solche Kabinettstückchen?
Das ist natürlich schön anzusehen. Milan hat sehr gute Bewegungen im Sechzehner. Ein Blick hat gereicht. Dann wusste ich, er täuscht lang an und kommt auf kurz. Das mit der Hacke sehen wir im Training auch ab und zu von ihm. Deswegen war ich gar nicht so überrascht.
Du hast mit Willi Mikelbrencis nicht nur vor dem Tor auf der rechten Seite sehr gut zusammengespielt. Ihr tickt ja ein bisschen ähnlich…
Zum Glück nicht (lacht). Nein, wir kennen uns ja noch aus Hamburg. Wenn man eine gute Connection auf einer Seite hat, ist es immer gut für das Spiel. Letztes Jahr war es bei mir und Sergio (Lopez) ähnlich. Da konnten wir auch guten Fußball zeigen und Chancen kreieren. Willi und ich kommen immer mehr ins Spielen. Ich weiß auch, was für ein Spielertyp er ist. Defensiv haben wir wenig zugelassen auf der Seite. Offensiv haben wir auch die eine oder andere gute Aktion gebracht. Es läuft ganz okay auf der Seite.
Wie fühlst du dich als Offensivspieler in der aktuell eher defensiven Ausrichtung eurer Mannschaft?
Es waren einige schwierige Wochen am Anfang der Saison. Wir müssen jetzt einfach wieder die Basics reinbekommen. Dazu gehört auch die defensive Stabilität. Für mich ist es eine ganz normale Aufgabe, defensiv mitzuarbeiten. Für die Offensive ist es auch gut, dass sich mal der eine oder andere Innenverteidiger mit nach oben schiebt, wie der Paddy (Pfeiffer) heute.
Wobei sich Paddy ja dann bei seinem Vorstoß gleich verletzt hat…
Ich hoffe, dass es nicht allzu wild ist. Er hat ein bisschen was gespürt. Es ist vernünftig, dass er das dann direkt sagt. Es kommen noch wichtige Spiele auf uns zu. Es wäre natürlich sehr bitter – gerade jetzt in seiner Verfassung.
Du hast auch im Pokal gegen Elversberg pausiert wegen muskulärer Probleme – im Oberschenkel, richtig?
Im Arsch ein bisschen (lacht). Es war oben eine kleine Zerrung. Aber heute war ich schmerzfrei, alles ist gut.
Gibt es einen Wunschgegner für das Achtelfinale im DFB-Pokal?
Nee, tatsächlich nicht. Ich schaue mir das gemütlich an. Ein Heimspiel wäre natürlich toll. Und den ganz Großen vielleicht noch aus dem Weg gehen, damit wir noch die eine oder andere Runde überleben. Aber wir nehmen es, wie es kommt.
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Bildquellen
- SVD-elv-2026-27-blog-0021: Arthur Schönbein

