Bereits als 17-Jähriger reiste Max Pfister im Winter 2025 mit ins Trainingslager des SV Darmstadt 98 nach Spanien. Seither befindet er sich im Dunstkreis der Profis. Für einen Pflichtspieleinsatz hat es jedoch noch nicht gereicht. Unser Scouting-Experte Florian Först vom Portal kickfieber.de (->) hat Pfister beobachtet und ist auf Ursachensuche gegangen, wieso der Abwehrspieler es bislang nicht aus der Hessenliga heraus geschafft hat.
Sieben Jahre lang durchlief der gelernte Innenverteidiger die Jugend des 1. FSV Mainz 05, ehe er sich im Sommer 2022 dem SV Darmstadt 98 anschloss. Der Schritt in die zweite Mannschaft gelang ihm bereits 2024 im Alter von 17 Jahren. Zusammen mit vielen anderen Talenten sollte er frühzeitig an den Herrenfußball herangeführt und so seine Entwicklung vorangetrieben werden.
Am Ende seiner ersten vollen Saison in der U21-Mannschaft folgte die Beförderung. Pfister und auch sein Teamkollege Tim Arnold unterzeichneten ihre ersten Profiverträge. Beide hatten laut Sportchef Paul Fernie gezeigt, dass sie gute Anlagen besitzen und sollten von nun an näher an die Profimannschaft heranrücken.
Arnold blieb wie Pfister ohne Profieinsatz, verließ die Lilien in diesem Sommer und schloss sich zunächst auf Leihbasis dem Viertligisten Sportfreunde Siegen an. In der Regionalliga West ist er Stammspieler und wird dort bleiben, weil die Bedingungen für die vereinbarte Kaufpflicht bereits erfüllt sind. Pfister ist dagegen weiter bei den Lilien und spielt in der fünftklassigen Hessenliga.
Im Sommer nicht mal im Trainingslager dabei
Diese unbefriedigende Situation ist auch seiner Position geschuldet. In der Regel setzen Profitrainer hier gerne auf Erfahrung, weil kleine Fehler in der Abwehr oft fatale Konsequenzen haben. Junge Spieler müssen sich hinten anstellen und auf ihre Chance warten. Selbst Ex-Lilie Clemens Riedel wäre als A-Jugendlicher wohl nicht so schnell zu den Profis aufgestiegen, wenn es damals corona-bedingt nicht große Personalprobleme gegeben hätte.
Riedel hatte Pfister explizit gelobt. Als er im Sommer die Lilien Richtung Espanyol Barcelona verließ, wurde es für Pfister aber nicht leichter. Mit Patric Pfeiffer, Matej Maglica und Aleksandar Vukotic hatte er damals drei erfahrene Innenverteidiger vor der Nase. Hinzu kam noch der deutlich erfahrenere Meldin Dreskovic. Ald der im Winter verliehen wurde, kam Grayson Dettoni von Bayern München II für die Innenverteidigung.
Auch zu Beginn dieser Saison hätte Pfister sich aufdrängen können. Doch es reichte nicht einmal für den Kader zum Profi-Trainingslager in Bad Wörishofen. Stattdessen reiste dort etwa der zwei Jahre jüngere Liam Braun mit. Und in Yannik Lührs wurde ein weiterer Innenverteidiger geholt, der sogar schon Bundesliga-Erfahrung hatte.
Das ist bei Pfisters Leistungen aufgefallen
In der Hessenliga ist Pfister unangefochtener Stammspieler. Doch es gibt nachvollziehbare Gründe, warum die Verantwortlichen um U21-Coach Patrick Kurt, Cheftrainer Florian Kohfeldt und Sportchef Fernie den Spieler (noch?) nicht bereit für den Sprung in die 2. Bundesliga sehen.
Körperlich bringt der Innenverteidiger mit rund 1,93 Meter Größe und einer beeindruckenden Physis gute Grundlagen mit. In der Hessenliga dominiert er damit die Luftduelle und strahlt eine Präsenz aus. Auch seine Kommunikation auf dem Platz, das Pushen von Mitspielern sowie das Abfangen von Zuspielen des Gegners fallen positiv auf.
Allerdings hat Pfister schon in der Hessenliga gelegentlich mit Problemen zu kämpfen. Das Timing im Zweikampf passt nicht immer, wodurch der 19-Jährige schnell etwas hölzern wirkt. Zudem wird es für ihn brenzlig, wenn das Stellungsspiel oder die Antizipation nicht stimmen und er sich etwas verschätzt, da er auf die ersten Meter nicht unbedingt zu den Schnellsten gehört. Auch mit Ball am Fuß ist im Aufbauspiel noch Luft nach oben.
Fazit: Wohl keine Zukunft für Pfister bei den Lilien
Die Situation für Pfister ist also kompliziert. Insbesondere im physischen Bereich verfügt er über gute Anlagen. Doch in anderen Disziplinen hat Pfister Steigerungsbedarf. Mit Pfeiffer, Lührs, Vukotic und Dettoni hat er mindestens vier Spieler vor sich, womöglich auch noch Dreskovic, der derzeit quasi keine Aussichten auf Einsatzzeiten hat, sodass er zuletzt neben Pfister in der Hessenliga spielte. Sein Vertrag läuft nach Lilienblog-Informationen im Sommer 2027 aus. Dass er länger bleibt, ist derzeit äußerst unwahrscheinlich.




