Zweieinhalb Jahre musste Alexander Brunst auf seinen nächsten Pflichtspieleinsatz warten. Gegen Nürnberg vertrat der 31-jährige Keeper den verletzten Kapitän Marcel Schuhen im Lilien-Tor und war bei der 0:2-Niederlage einer der besten Spieler seines Teams. Anschließend sprach er Klartext.
Alex, schön, Dich mal wieder nach einem Spiel in der Mixed Zone zu sehen. Wie hast du dein Comeback erlebt?
Nach zweieinhalb Jahren endlich mal wieder die Chance zu bekommen, ist natürlich ein sehr schönes Gefühl, keine Frage. Es war ein Moment, auf den ich hingearbeitet habe all die Jahre. Ich habe Schuh den Rücken freigehalten und habe immer gesagt: Irgendwann kommt dieser Tag X. Der war heute. Aber das Ergebnis ist natürlich bitter.
Das Spiel war ja nicht so ansehnlich …
Ich meine, in der ersten Halbzeit hatte Nürnberg keine richtige Torchance außer dem Eckball. Man darf nicht vergessen, dass wir gegen die beste Offensive der Liga gespielt haben. Das haben wir schon gut gemacht. Klar, offensiv war das ein bisschen dünn, aber wir hatten trotzdem auch ein, zwei Nadelstiche. Das war der Plan. Und dann nimmst du dir in der zweiten Halbzeit mehr vor und bekommst nach eigenem Ballverlust das erste Tor.
Danach seid ihr besser geworden …
Ich finde, wir haben Courage gezeigt, hatten ein, zwei Situationen, in denen wir auf jeden Fall ein Tor hätten machen können, wenn nicht sogar müssen. Und dann war das zweite Tor natürlich extrem bitter für mich. Ich halte den ersten Ball und dann geht der dem Nürnberger direkt auf den Kopf.
Was bedeutet das 0:2 jetzt für euch?
Wir befinden uns in der beschissenen Situation des Abstiegskampfs, ganz klar. Die Jungs wissen das auch, wir haben viel intern gesprochen. Und jetzt geht es darum, die Länderspielpause zu nutzen. Und dann wollen wir gegen Heidenheim wieder eine Reaktion zeigen mit den Fans am Rücken.
Du hast die Nürnberger Chance nach Eckball erwähnt. Vergangene Woche habt ihr nach einem ähnlich flachen Eckball ebenfalls ein Tor bekommen. Duplizität der Ereignisse?
Das ist natürlich Wahnsinn, dass wir genau wieder so eine Situation haben. Hojae wird geblockt. Und dann kommt der Nürnberger da frei an den Ball. Das müssen wir auch aufarbeiten, dass wir da wacher sind. Das sind Dinge, die du dir im Abstiegskampf nicht erlauben darfst.
Wann hast du erfahren, dass du spielen wirst?
Es war Donnerstag im Training. Da gab es diese eine Aktion, wo es Schuh im Oberschenkel gespürt hat. Er kam nach dem Training direkt zu mir und hat gesagt: Du, das sieht für mich jetzt nicht gut aus fürs Wochenende. Das wird nichts. Du wirst auf jeden Fall spielen. Dann hatte ich auf jeden Fall das Abschlusstraining, um mich vorzubereiten. Aber nochmal: Ich bereite mich wirklich jeden Tag auf diesen Tag X vor. Deshalb musste ich da jetzt kein Hexenwerk im Training vollbringen.
Ist es nicht total schwierig, zweieinhalb Jahre die Anspannung so hoch zu halten, sich immer selbst zu motivieren und dann wird es immer wieder nichts mit einem Einsatz?
Das ist erstmal mein Job. Ich kann einfach glücklich sein, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte. Klar, ich wünsche mir schon, öfter zu spielen. Aber die Situation ist so, wie sie ist. Ich fühle mich unfassbar wohl bei den Lilien. Da fällt es mir dann nicht schwer, mich jeden Tag zu motivieren. Und ich bin sowieso ein Typ, der niemals aufsteckt.
Nach drei Spielen ohne Niederlage hat man gedacht, ihr seid auf dem aufsteigenden Ast. Doch jetzt habt ihr wieder einen Rückschlag erlitten …
Wir wussten, dass das hier keine Laufkundschaft ist. Wir haben beim Tabellenzweiten gespielt. Aber wir haben vor anderthalb Wochen in Elversberg einen Bundesligisten aus dem Pokal geworfen und gezeigt, dass wir es können. In Elversberg hatten wir natürlich auch ein bisschen Match-Glück. Und heute hat vielleicht das Quäntchen Glück gefehlt. Aber wie gesagt: In der ersten Halbzeit haben wir das, was wir vorhatten, super gemacht. Und wenn Ibi (El Kadiri) das 1:1 macht, wäre ich auf die Reaktion von Nürnberg gespannt gewesen. Dann ist es wieder ein offenes Spiel. Aber wir haben kein Tor geschossen. Wir haben verloren.
Wie ernst ist denn die Situation?
Die Alarmglocken sind bei jedem an. Wer das nicht hat – tut mir leid – der kann die Koffer packen. Wir wissen, wo wir stehen. Das hat letzte Saison Düsseldorf gezeigt. Die dachten, sie steigen auf. Und dann haben sie sich das immer schön geredet. Und am 34. Spieltag sind sie abgestiegen. Wer sich der Situation nicht bewusst ist, kann zu Hause bleiben. Wir reden untereinander sehr viel. Der Coach gibt uns einen Plan mit. Und den versuchen wir umzusetzen. Die letzten drei Spiele war es gut. Heute war es ein Rückschlag. Jetzt heißt es weitermachen. Harte Arbeit, ehrliche Arbeit. Wir müssen für unseren Erfolg hart arbeiten. Und dann bin ich auch zuversichtlich, dass die Ergebnisse kommen.
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Mehr zu Alexander Brunst lest ihr hier (->) in unseren Lilien-Album.
Bildquellen
- DSC_2552: Roland Holschneider





Ich habe ihn damals in Freiburg gesehen und später, wie er erzählt hat, wieviel Ergotherapie er als Kind hatte. Als Kinderarzt habe ich das genutzt, um Kinder zu motivieren: Schau da gibt es einen, der hatte auch ganz viel Therapie als Kind und jetzt konnte er sein erstes Bundesligamatch mitmachen. Ich freue mich, dass er heute (endlcih) wieder zwischen den Pfosten stehen durfte.
Hans Menningmann -:Keil, ehemaliger Kinderarzt in Reinheim???
Nein in der 🇨🇭
@HansOkay, danke für die Richti gstellung