Volltreffer oder Vollpfosten – für die Neuzugänge der Lilien trifft beides nicht zu. Nach einem knappen Drittel der Saison ziehen wir in der Länderspielpause ein erstes Fazit.

 

Serdar Dursun (9 Spiele, 3 Tore)

Kam kurz vor Saisonbeginn von der SpVgg Greuther Fürth, traf gleich im ersten Spiel, stand in allen Partien in der Startformation. Der 26 Jahre alte Deutsch-Türke ist ein Spielertyp, wie ihn Trainer Dirk Schuster liebt. Groß, wuchtig – dazu aber auch technisch stark. Sehr lauffreudig, scheut keinen Zweikampf, leider oft Einzelkämpfer. Litt auch unter dem Abwärtstrend der vergangenen Spiele – und unter dem berechenbaren System, bei dem nahezu alles nach vorne auf seinen Kopf gespielt wird.

Fazit: Verstärkung

 

Marcel Franke (9 Spiele, 1 Tor)

Die Leihgabe von Norwich City aus England, sollte Romain Brégerie ersetzen, was ihm weitgehend gelang. Im Kopfballspiel defensiv eine Bank, offensiv hin und wieder nicht ganz so zielsicher. Begann bärenstark, schwächelte zuletzt aber wie die gesamte Abwehr. Was den gebürtigen Sachsen sympathisch macht: Er stellt sich nach Niederlagen, redet nichts schön und geht dabei auch mit sich selbst sehr kritisch um.

Fazit: Verstärkung

 

Marcel Heller (8 Spiele, 2 Tore)

Schusters Wunschspieler, kehrte nach einem Jahr in Augsburg ans Böllenfalltor zurück. Auch mit 32 Jahren noch immer einer der schnellsten Flügelspieler in Deutschland. Das ewige Lamentieren mit dem Schiedsrichter wird er sich wohl nicht mehr abgewöhnen. An schlechten Tagen taucht MH20 unter, schlägt die Flanken hinter das Tor, verdribbelt sich ständig – und dann sind immer die anderen schuld. An guten Tagen wie beim 3:0 gegen Duisburg kann er Spiele allein entscheiden.

Fazit: Verstärkung

 

Sebastian Hertner (1 Spiel, 0 Tore)

In der vergangenen Saison Stammspieler bei Erzgebirge Aue, in Darmstadt kommt er nicht an Fabian Holland vorbei. Auch als Joevin Jones auf der offensiven Linksposition schwächelte, keine Option für Schuster. Magere 11 Einsatzminuten hat er bislang auf dem Konto, einige Male stand er überhaupt nicht im Kader. Das hätten sich alle Beteiligten sicher anders gewünscht.

Fazit: Viel Luft nach oben

 

Tim Rieder (6 Spiele, 0 Tore)

Leihgabe von Bundesligist FC Augsburg, Schuster kennt ihn von seinem dortigen Trainer-Intermezzo, stattete ihn mit vielen Vorschusslorbeeren aus. Kam in der Startelf bislang dreimal auf der rechten Abwehrseite zum Einsatz, wo der 1,86-Meter-Mann gerade gegen wendige Spieler Probleme hat. Schuster mahnt Geduld an, Rieder fehle die Spielpraxis. Er ist allerdings eher eine Option für die Innenverteidigung oder das defensive Mittelfeld.

Fazit: Viel Luft nach oben

 

Johannes Wurtz (7 Spiele, 0 Tore)

Der offensive Mittelfeldspieler kam nach Saisonbeginn vom VfL Bochum. Deutlich robuster als sein Konkurrent Marvin Mehlem. Guter Schuss, wirkt stets bemüht, doch ein Seitfallzieher im Mittelfeld war seine bislang spektakulärste Aktion. Bislang aber nicht der erhoffte „Unterschiedsspieler“, auf gefährliche Pässe in die Endzone, die im Idealfall zu Toren führen, wartet man bislang von ihm noch vergeblich.

Fazit: Luft nach oben

 

Neuzugänge ohne Einsatz und deswegen nicht zu bewerten:

Rouven Sattelmaier (Tor, zuletzt vereinslos, derzeit mit Kreuzbandriss verletzt)

Selim Gündüz (Flügelspieler, zuletzt vereinslos, derzeit mit Kreuzbandandriss verletzt)

Max Grün (dritter Torwart, zuletzt vereinslos)

Bildquellen

  • combo-dursun-heller-franke: Arthur Schönbein

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